Quelle: Infrarotheizung von Agadon
Elektrische Heizungen gelten oft als Stromfresser. Das trifft auf konventionelle Elektroheizungen wie Ölradiatoren oder Gebläseheizer zu, die nach dem Konvektionsprinzip arbeiten und die Raumluft erwärmen. Anders ist es beim Wärmewellengerät: Es nutzt ein anderes Prinzip und benötigt dadurch weniger Energie als eine herkömmliche Elektroheizung. Wir erklären Funktion, Arten, Stromverbrauch und Kosten des Wärmewellengeräts.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Wärmewellengerät gibt Strahlungswärme ab und erwärmt Gegenstände und Körper statt der Raumluft.
- Dadurch wird weniger Staub aufgewirbelt, was das Gerät für Allergiker attraktiv macht.
- Es hat eine kurze Aufheizzeit und muss oft nur 10 bis 15 Minuten pro Stunde laufen.
- Als Zusatzheizung ist es sinnvoll, als Ersatz für eine Zentralheizung wegen der Stromkosten jedoch nicht.
So funktioniert ein Wärmewellengerät
Wärmewellengeräte, zu denen auch elektrische Infrarotheizungen gehören, erhitzen nicht die Raumluft, sondern die Gegenstände und Festkörper im Raum. Dies geschieht über die Abgabe von Strahlungswärme. Die angestrahlten Festkörper speichern die Wärme und geben sie kontinuierlich an den Raum ab. Dadurch ist deutlich weniger Energie nötig als bei einem Gerät, das nach dem Prinzip der Konvektion arbeitet. Zudem entstehen kaum Luftverwirbelungen, die Hausstaub transportieren, was das Wärmewellengerät ideal für Allergikerhaushalte macht.
Ein weiterer Vorteil ist, dass das Gerät nicht dauerhaft laufen muss. In der Regel genügt es, wenn es pro Stunde etwa 10 bis 15 Minuten eingeschaltet ist, um eine angenehme Wärme zu halten. Als Ersatz für eine Zentralheizung eignet es sich wegen der laufenden Kosten dennoch nicht, als Zusatzheizung für selten genutzte Räume oder ein Gartenhaus ist es aber eine sinnvolle Alternative.
Stromverbrauch
Ein Wärmewellengerät mit 2.000 Watt Leistungsaufnahme verbraucht bei 15 Minuten Betrieb pro Stunde nur 0,5 kWh elektrische Energie. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 0,37 Euro pro Kilowattstunde entspricht das etwa 19 Cent je Betriebsstunde. Da das Gerät eine kurze Aufheizzeit hat, ist die wohlige Wirkung bereits kurz nach dem Einschalten spürbar, anders als beim Ölradiator, bei dem zuerst das Öl erwärmt werden muss. Dadurch muss das Wärmewellengerät für eine behagliche Atmosphäre nur kurz laufen, was den Verbrauch begrenzt. Für selten genutzte Räume wie das Bad lässt sich der Raum so erst kurz vor der Nutzung beheizen.
Arten und Hersteller
Wärmewellengeräte werden in verschiedenen Bauformen angeboten. Meist werden sie an der Wand oder als Deckenheizung befestigt, damit sich die Wärmewellen optimal im Raum verteilen. Sie können als Infrarotheizkörper ausgeführt sein oder klassischen Heizkörpern ähneln. Einige Hersteller haben sich auf hochwertige Wärmewellengeräte spezialisiert, darunter Dimplex (Glen Dimplex). Geräte mit einer Leistung von 2.000 Watt sind ab etwa 250 bis 300 Euro erhältlich.
Wirtschaftliche Einordnung
Auch wenn das Wärmewellengerät effizienter ist als ein Konvektionsheizgerät, bleibt es eine Stromheizung. Strom kostet je Kilowattstunde ein Mehrfaches von Gas, weshalb der dauerhafte Betrieb als Hauptheizung teuer ist. Zu beachten ist zudem, dass die reine Stromdirektheizung im Gebäudeenergiegesetz und in geplanten Neuregelungen kritisch gesehen wird. Besonders wirtschaftlich wird der Betrieb, wenn ein Teil des Stroms aus einer eigenen Photovoltaikanlage stammt. Als gezielte Zusatzheizung mit kurzer Laufzeit ist das Wärmewellengerät jedoch eine praktische und komfortable Lösung.
Tipps für den sparsamen Betrieb
Um die Stromkosten zu begrenzen, sollte das Gerät nur in genutzten Räumen und mit Thermostat oder Zeitschaltuhr betrieben werden. Da die Strahlungswärme schnell wirkt, genügt oft ein kurzer Betrieb kurz vor und während der Nutzung. Geschlossene Türen und gut abgedichtete Fenster verhindern, dass die Wärme entweicht. So lässt sich der Komfort der schnellen Strahlungswärme nutzen, ohne die Energiekosten unnötig in die Höhe zu treiben. Für die dauerhafte Beheizung ganzer Wohnungen bleibt dagegen ein wassergeführtes System die wirtschaftlichere Wahl.
Wärmewellengerät im Vergleich zu anderen Elektroheizungen
Im Vergleich der elektrischen Heizgeräte hat das Wärmewellengerät einige Vorteile. Gegenüber dem Heizlüfter arbeitet es leiser und gleichmäßiger, gegenüber dem Ölradiator heizt es schneller auf und wirbelt weniger Staub auf. Da es überwiegend Strahlungswärme abgibt, wirkt die Wärme gezielt auf Personen und Flächen, was ein angenehmes Wärmegefühl erzeugt. Der Nachteil aller dieser Geräte bleibt der Betrieb mit teurem Strom. Für die Wahl des passenden Geräts kommt es daher auf den Einsatzzweck an: Wo schnelle, gezielte und leise Wärme gefragt ist, spielt das Wärmewellengerät seine Stärken aus.
Fazit
Das Wärmewellengerät gibt angenehme Strahlungswärme ab, erwärmt gezielt Flächen und Körper und arbeitet dank kurzer Aufheizzeit und geringer Laufzeit sparsamer als eine konventionelle Elektroheizung. Für Bäder, Gästezimmer oder selten genutzte Räume ist es eine komfortable Zusatzheizung, die zudem wenig Staub aufwirbelt. Als alleinige Heizung bleibt es wegen der Stromkosten unwirtschaftlich. Wer es gezielt und mit Zeitsteuerung einsetzt, nutzt seine Vorteile, ohne hohe Energiekosten zu riskieren.
Zusammengefasst ist das Wärmewellengerät eine effiziente und komfortable Form der Elektroheizung, die sich als Zusatzheizung für einzelne Räume gut eignet. Durch die schnelle, gezielte Strahlungswärme und die kurze Laufzeit lässt sich der Verbrauch begrenzen. Als dauerhafte Hauptheizung bleibt es wegen der Stromkosten jedoch die teurere Wahl gegenüber einem wassergeführten System.
Wer das Gerät gezielt und mit Zeitsteuerung einsetzt, verbindet den Komfort schneller Strahlungswärme mit einem überschaubaren Verbrauch und nutzt so die Stärken dieser modernen Elektroheizung optimal aus.
