Infrarotheizkörper im Badezimmer in Schwarz Quelle: Infrarotheizung von Agadon

Heizen mit Infrarotstrahlung wird von vielen Menschen als angenehm empfunden und punktet mit einer gleichmäßigen Wärmeverteilung. Der Nachteil eines Infrarotheizkörpers sind die hohen Energiekosten im Vergleich zu Heizungen mit Gas oder Öl. Ein Infrarotheizkörper erzeugt aus elektrischem Strom Wärme, und Strom ist kein primärer Energieträger, sondern deutlich teurer je Kilowattstunde. Aufgrund der hohen Betriebskosten eignen sich Elektroheizungen nur bedingt als Ersatz für eine Zentralheizung, werden aber gerne als Infrarotheizung zur Unterstützung im Bad eingesetzt. Wir erklären Funktion, Stromverbrauch und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Infrarotheizkörper gibt Strahlungswärme ab und erwärmt gezielt Körper und Flächen statt der Raumluft.
  • Als Faustregel gelten rund 50 Watt Leistung pro Quadratmeter Raumfläche.
  • Wegen der hohen Stromkosten eignet er sich vor allem als Zusatzheizung für Bäder oder selten genutzte Räume.
  • Geräte mit 500 Watt kosten je nach Ausführung etwa 60 bis 600 Euro.

Effektive Wärmeausbeute

Strahlungswärme wird dosiert und in Intervallen eingesetzt. Die Funktion einer Infrarotheizung orientiert sich eng am aktuellen Wärmebedarf und hat einen geringen Wärmehalteeffekt, was sie zu einer idealen Zusatzheizung in Badezimmern oder selten genutzten Räumen macht. Für einen anhaltenden Effekt lassen sich wärmespeichernde Materialien wie Naturstein und Kacheln im Strahlungsbereich nutzen, die nach dem Ausschalten noch Wärme abgeben. Bei hochwertigen Geräten ist die Umwandlung von Strom in Strahlungswärme effizient. Mit durchdachter Dimensionierung und Speicherflächen kann Infrarot in Einzelfällen sogar als Hauptheizung vertretbar sein. Leitmotiv bleibt, bei geringstem Verbrauch den größten Nutzen zu erzielen.

Montage und Voraussetzungen

Infrarotheizkörper in Weiß an der Wand Quelle: Infrarotheizung von Agadon

Infrarotheizkörper sind sehr flexibel in der Montage. Die meist plattenförmigen Geräte haben ein geringes Gewicht, und als Anschluss genügt eine herkömmliche Steckdose. Zu- und Ableitungen für Wärmeträger oder Abgase entfallen. Die Geräte sind zur Stand- und Wandbefestigung sowie als Deckenvariante erhältlich. Die Strahlwärme lässt sich durch die Platzierung optimieren, etwa indem wärmespeichernde Flächen wie Stein- oder Keramikfliesen im Strahlungsbereich liegen. Der Heizkörper selbst kann aus einer Natursteinplatte bestehen. Da die Geräte günstig sind, hilft ein durchdachtes Verteilen mehrerer kleiner Einheiten, die Wärme gezielt dort auszugeben, wo sie gebraucht wird.

Stromverbrauch berechnen

Berechnungsgröße für den Verbrauch ist die Leistung in Watt. Als Faustregel gelten etwa 50 Watt pro Quadratmeter Raumfläche, wobei der Wert mit zunehmender Fläche steigt. Für einen Raum mit 20 Quadratmetern ist als Alleingerät eine Leistung von rund 1.500 Watt nötig. Durch die Aufteilung auf mehrere Einzelgeräte lässt sich die tatsächlich benötigte Gesamtleistung senken. Um den Verbrauch zu berechnen, wird die Leistung in Kilowattstunden umgerechnet: 100 Watt über eine Stunde entsprechen 0,1 kWh. Dieser Wert wird mit dem Strompreis multipliziert. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 0,37 Euro pro Kilowattstunde kostet ein 1.500-Watt-Gerät über fünf Stunden bereits rund 2,80 Euro pro Tag, was die hohen Betriebskosten verdeutlicht.

Richtpreise

Ein Infrarotheizkörper mit Thermostat lässt sich gebrauchsoptimiert einbinden und steigert die Effizienz. Bekannte Produkte sind eher im gehobenen Preissegment angesiedelt. Für eine Geräteleistung von 500 Watt liegt die Preisspanne zwischen etwa 300 und 600 Euro. Ein Überblick über verschiedene Modelle:

Abbildung

Bezeichnung

Leistung

Preis

TROTEC TIH 900 S TROTEC TIH 900 S 900 Watt ab etwa 170 Euro
InfrarotPro Bildheizung 600 Watt InfrarotPro Bildheizung 600 Watt ab etwa 160 Euro
Infrarotheizung Simply Line Infrarotheizung Simply Line 200 bis 1.000 Watt ab etwa 139 Euro
KESSER Infrarotheizung KESSER Infrarotheizung 425 Watt ab etwa 60 Euro

Wirtschaftliche Einordnung

Da ein Infrarotheizkörper mit Strom betrieben wird, ist er als dauerhafte Hauptheizung teuer. Zu bedenken ist außerdem, dass die reine Stromdirektheizung im Gebäudeenergiegesetz und in geplanten Neuregelungen kritisch gesehen wird, da sie viel wertvollen Strom verbraucht. Besonders wirtschaftlich wird der Betrieb, wenn der Strom teilweise aus einer eigenen Solaranlage stammt. Als gezielte Zusatzheizung für einzelne Räume bleibt der Infrarotheizkörper dennoch attraktiv, vor allem wegen der angenehmen Strahlungswärme und der einfachen Installation.

Vor- und Nachteile im Überblick

Ein Infrarotheizkörper bringt mehrere Vorteile mit: Er ist günstig in der Anschaffung, einfach zu montieren, wartungsarm und gibt eine angenehme, sonnenähnliche Strahlungswärme ab, die gezielt wirkt. Da er keine Luft verwirbelt, wird weniger Staub aufgewirbelt, was Allergikern zugutekommt. Dem stehen als wesentlicher Nachteil die hohen Stromkosten gegenüber, die den dauerhaften Betrieb als Hauptheizung unwirtschaftlich machen. Hinzu kommt, dass die Wärme nach dem Ausschalten schnell nachlässt, sofern keine speichernden Flächen vorhanden sind. Für den gezielten Einsatz in einzelnen Räumen überwiegen die Vorteile, für die dauerhafte Beheizung ganzer Wohnungen sind wassergeführte Systeme oder eine Wärmepumpe die bessere Wahl.

Fazit

Der Infrarotheizkörper gibt angenehme Strahlungswärme ab, erwärmt gezielt Flächen und Körper und lässt sich ohne Aufwand an jeder Steckdose betreiben. Für Bäder, Gästezimmer oder selten genutzte Räume ist er eine komfortable Zusatzheizung. Wegen der hohen Stromkosten eignet er sich jedoch nur in Ausnahmefällen als alleinige Heizung. Wer die Leistung passend dimensioniert, ein Thermostat nutzt und den Betrieb auf den tatsächlichen Bedarf beschränkt, hält die Energiekosten im Rahmen.

Wer den Infrarotheizkörper mit einem programmierbaren Thermostat kombiniert, kann die Heizzeiten genau an die Nutzung anpassen und so den Verbrauch weiter senken. In gut gedämmten Räumen und mit eigenem Solarstrom lässt sich der Betrieb zusätzlich wirtschaftlicher gestalten, sodass die angenehme Strahlungswärme auch bei den Kosten vertretbar bleibt.