Strahlungsheizung: Für wen sich eine Umrüstung lohnt?

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Die Art der Wärmeerzeugung kann in Strahlungs- und Konvektionswärme unterschieden werden. Während Erstere direkt unsere Haut erwärmt und von der angenehmen Strahlung der Sonne bekannt ist, wird die Konvektionswärme durch Heizkörper als vergleichsweise unangenehm empfunden: Hier muss der Heizkörper erst die Luft erwärmen, um die Hitze abzugeben. Wie holen Sie sich die Strahlungswärme in die eigenen vier Wände?

Konvektionswärme lässt Luft zirkulieren

Ein konventioneller Heizkörper gibt rund 70 Prozent seiner Heizenergie als Konvektionswärme ab. Durch die Erwärmung der Luft steigt diese auf – es kommt zu einer Luftbewegung, die von vielen Menschen als unangenehm empfunden wird und die negative Bezeichnung „Heizungsluft“ trägt. Zudem neigt die Raumluft bei Bewegungen auch dazu, Staub aufzuwirbeln, was insbesondere Allergikern schadet. Außerdem kann die Wärmeenergie auf diese Weise nicht zielgerichtet abgegeben werden, wodurch sich die Effizienz verringert.
Vor allem über die Fensterscheiben mit vergleichsweise hohe Wärmedurchlässigkeit geht viel Energie verloren.

Bei herkömmlichen Heizungen steigt die warme Luft nach oben, wodurch der Raum oben grundsätzlich kälter ist als unten. Ein Vorteil der Strahlungsheizung besteht darin, dass sie die Wärme im gesamten Raum gleichmäßig verteilt wird:

grafik der wärmeverteilung einer strahlungsheizung

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Die Strahlungsheizung verzichtet auf ein Medium wie Luft, durch das die Wärme übertragen wird – weshalb die Luft auch angenehm kühl bleibt und nicht austrocknet. Diese durch Konvektionswärme erzeugte Austrocknung der Luft verursacht häufig Unwohlsein, Kopfschmerzen und gereizte Schleimhäute. Das Gefühl der Strahlungswärme wird von den meisten Menschen als besonders wohltuend empfunden und lässt sich mit einem Frühlingstag vergleichen, an dem die Sonne trotz geringer Außentemperaturen angenehm wärmt.

Strahlungsheizkörper: Hoher Komfort, geringer Umrüstungsaufwand

Unabhängig vom subjektiven Eindruck ergibt sich hierdurch auch eine Energieeinsparung: Mit jedem Grad Celsius, um das die Innenraumtemperatur abgesenkt wird, kann rund 5 Prozent Heizenergie eingespart werden. Die Strahlungsheizung ist dadurch insgesamt effizienter. Der Unterschied zur konventionellen Heizung liegt vor allem in den Heizkörpern. Strahlungsheizköper haben eine spezielle Konstruktion und sind insgesamt flacher. Ein Vorteil besteht darin, dass dieser Heizköpertyp leicht zu reinigen ist.

Dafür ist die Fläche insgesamt größer, was bei einer Umrüstung durchaus Schwierigkeiten bereiten kann. Weiterhin sollte beachtet werden, dass bei einer größeren Fläche auch die Vorlauftemperatur verringert werden kann. Dadurch fallen auch die Energieverluste geringer aus, was die Effizienz der Heizung weiter erhöht. Eine Strahlungsheizung kann übrigens auch den Einbau einer Fußbodenheizung realisiert werden, was als Nachrüstung allerdings zu aufwändig ausfallen dürfte – diese Variante ist vermutlich nur für den Neubau oder sehr umfangreiche Sanierungsmaßnahmen sinnvoll.

Strahlungsheizung per Infrarot

Besonders konsequent wird das Prinzip durch die Infrarot Strahlungsheizung umgesetzt. Bei diesem elektrischen Heizsystem wird beinahe die gesamte Energie in Strahlungswärme umgewandelt. Die Vorteile der Infrarot-Paneele liegen in der einfachen Anbringung, dem geringen Platzbedarf und den niedrigen Anschaffungskosten. Sie benötigen nicht zwingend einen Fachmann, um den Strahlungsheizkörper mit Infrarot-Technik aufzuhängen. Weil die Heizung mit Strom betrieben wird, entfällt auch der Anschluss an die Heizungsrohre.

Hohe Heizkosten durch Infrarot: Strahlungsheizkörper die günstigere Wahl

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Die Strahlungsheizung Kosten sprechen allerdings nicht unbedingt für diese Technik: Bei einer zu beheizenden Fläche von 100 m² wird eine Heizleistung von etwa 6.000 W benötigt. Pro Jahr ergeben sich bei einem Preis von 28 Cent je kWh Kosten in Höhe von 2.500 Euro.
Zum Vergleich: Bei den derzeitigen Heizölpreisen betragen die Kosten bei einer Ölheizung nur rund 800 Euro; selbst mit der notwendigen Wartung dürften die jährlichen Betriebskosten 1.000 Euro in jedem Fall unterschreiten.

Künftig dürfte sich der Abstand noch erhöhen: Während Branchenfachleute noch davon ausgehen, dass uns der niedrige Ölpreis erhalten bleibt, wird Strom tendenziell immer teurer. Nicht außen vor gelassen werden darf aber der Kostenvorteil bei der Anschaffung: Während die komplette Ölheizung gut 12.000 bis 14.000 Euro kostet, ist die Infrarotheizung schon für etwa 3.000 Euro erhältlich.