Infrarotheizung Kosten: Kostenrechnung am Beispiel

ohle infrarotheizung an der wand

Quelle: © OHLE GmbH & Co

In früheren Zeiten gab es oft einen Kachelofen im Haus, dessen direkte Strahlungswärme von vielen Menschen sehr geschätzt wurde. Diese angenehme Wärmeart wird auch von Infrarotheizungen erzeugt. Geräte für den Hausgebrauch sind für moderate Preise erhältlich. Natürlich steht bei den Kosten einer Infrarotheizung der Stromverbrauch im Mittelpunkt. Elektrizität ist der teuerste Energieträger, um Wärme zu erzeugen. Die daraus resultierenden Nachteile müssen durch mehrere durchdachte Begleitmaßnahmen abgefedert und wirtschaftlich durchdacht werden.

Im Preisvergleich aller Energieträger, aus denen sich Heizwärme im privaten Haushalt gewinnen lässt, liegen die Kosten für Strom etwa bei dem Vierfachen des nächstteureren Energielieferanten.

Anschaffung- und Betriebskosten am Beispiel

Anschaffungskosten: Um ausreichende Nennleistung für einen Wohnraum von 100 Quadratmetern (qm) zur Verfügung zu haben, müssen zwischen 3.000 und 6.000 Euro für die Einzelgeräte in passender Stückelung gerechnet werden. Folgekosten für die Wartung fallen nicht an.

Stromkosten: Um die laufenden Kosten einer Infrarotheizung zu berechnen, sind einige Einzeldaten die Grundlage:

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Zu beheizende Fläche = 100 qm
Gemittelter Verbrauch pro Quadratmeter = ca. 80 Watt
Gesamtbetriebszeit in Stunden (180 Tage x 8 Stunden) = 1.440 Stunden
Stromverbrauchsumrechnung von Watt in Kilowattstunden
Kilowattstunden multipliziert mit dem Strompreis (0,30 Euro)

Für die laufenden Kosten einer Infrarotheizung ergibt sich demnach folgende Rechnung:

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100 qm x 80 Watt x 1.440 Stunden = 11.520000 Watt
11.520000 Watt geteilt durch 1000 = 11.520 Kilowattstunden (kWh)
11.520 x Strompreis pro kWh von 0,30 Euro = 3.456 Euro

Im Jahr wird Strom für 3.456 Euro verbraucht. Das entspricht einem Aufkommen von 288 Euro Kosten monatlich.

Für einen „ehrlichen“ Vergleich mit anderen Heizarten muss der Anschaffungspreis umgelegt werden. Vereinfacht gesagt ist der Investitionsanteil meist höher, da Begleitkosten wie Abgassystem, Wartung und Instandhaltung entstehen.

Einsatzarten und Einbettung ins Energiekonzept

Als Allein- oder Hauptheizung sind Elektroheizungen im Allgemeinen und Infrarotheizungen im Speziellen in den seltensten Fällen empfehlenswert.

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Meist wird eine Infrarot Flachheizung als zusätzliche temporäre Wärmequelle beispielsweise im Badezimmer verwendet. Der Einsatz in selten genutzten Räumlichkeiten wie in einem Ferienhaus kann wirtschaftlich vertretbar sein.
Da die Strahlungswärme fast ausschließlich direkt wirkt und sich kaum speichert, muss das Gerät bei Anwesenheit meist dauerhaft eingeschaltet bleiben.

Bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung sollte auch die bisherige Erfahrung mit Stromkosten in die Kalkulation mit einfließen. Seit dem Jahr 2000 sind die Preise für die Kilowattstunde von knapp 0,14 Euro bis 2015 auf mehr als Doppelte kontinuierlich angestiegen. Die Kosten im Jahr sollten mit einer Steigerungsrate von 10 Prozent berücksichtigt werden.

Preis- und Kostenfaktoren einer Infrarotheizung

Für die Berechnung müssen Anschaffungspreis und Verbrauchswerte zusammengefasst werden. Infrarotheizungen sind günstig erhältlich. Geräte mit Nennleistungen von 200 Watt kosten ab 100 Euro. Für herkömmliche Zimmergrößen ist die Ausgangsleistung von 1000 Watt ausreichend, um als Alleinheizung zu dienen, die ab etwa 500 Euro angeboten werden.

Größer als bei anderen Heizungssystemen ist der Einfluss der Wärmedämmung der Räumlichkeiten. Je nach baulicher Voraussetzung liegt der Wärmebedarfswert zwischen 60 und 100 Watt pro Quadratmeter. Als Berechnungsbasis sollte der Heizbedarf während der Hälfte des Jahres mit 180 Tagen bei 8 Betriebsstunden täglich ausgegangen werden. Weitere Informationen zu Kosten sowie den Vor- und Nachteilen verschiedener Heizungsarten erhalten Sie in unserem Heizungsvergleich.