Elektro Zentralheizung: Wann sie Sinn macht

Für die Verbrauchskosten pro Wärmeeinheit ist es unerheblich, in welcher Art eine elektrische Zentralheizung betrieben wird. Für die Generierung von Wärme zahlen Sie zwischen dem Vier- bis Sechsfachen des nächstgünstigeren Energieträgers.

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Daher ist der einzig empfehlenswerte Weg, eine Elektro Zentralheizung zu betreiben, ein individuelles Nutzungsprofil zu schaffen und/oder mit Fußbodenheizung oder Infrarottechnik zu arbeiten. Insbesondere bei unregelmäßigem Heizbedarf wie bei Wochenendhäusern, Ferienwohnungen oder nur zeit- und teilweise bewohnten oder bewirtschaften Räumen und Gebäuden kann eine elektrische Zentralheizung wirtschaftlich betrieben werden.
Bei der Planung sollten Sie neben Heizzeiträumen auch Teilbeheizungsmodelle berücksichtigen. In den meisten Fällen können Sie mit lokalen Heizkörpern und Wärmeträgern höhere Effizienz erzielen.

Arten

Anschaffung

Leistung

Mobile Elektro-Heizung

20 – 200 €

750 – 2.000 W

Infrarot-Heizung

500 – 900 €

300 – 800 W

Nachtspeicher-Heizung

700 – 1000 € (+250 € Stromzähler)

2.000 W

Naturstein-Heizungen

500 – 1.000 €

300 – 1.500 W

Elektrische Fußboden-Heizungen

< 100 €/m2

> 100 W/m2

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Check

Grundsätzlich gilt demnach: Das Heizen mit Strom macht nur in Ausnahmefällen wie Ferienhäusern Sinn und ist bei normalen Gebäuden aus wirtschaftlicher und ökologischer Sich in der Regel keine Option.

Strom ist und bleibt sehr teuer

Eine Elektro Zentralheizung arbeitet im Prinzip wie Heizsysteme mit anderen „Brennstoffen“ als Energieträger. Der elektrische Heizkessel der Zentralheizung erwärmt mittels Heizrippen und Stäben das Heizwasser, das in den Heizkreislauf eingeleitet wird. Die in früheren Zeiten für Nachtspeicherheizungen angebotenen Sondertarife für Strom werden von fast allen Versorgern nicht mehr angeboten.

Der aus fossilen Brennstoffen oder Atomenergie erzeugte Strom ist ökonomisch für eine Grundheizversorgung nicht mehr vertretbar. Als Anhaltspunkt für Ihre Kalkulation kann die Differenz zwischen den Kosten für eine Kilowattstunde Strom zum nächstgünstigeren Energieträger dienen. Wenn der Stromverbrauch die vierfachen Kosten erzeugt, sollten Sie im Umkehrschluss nur an eine Elektro Zentralheizung denken, wenn die benötigte Heizleistung höchstens ein Viertel der Volllast beträgt.

Niedrige Anschaffungskosten

Ein entscheidendes Argument für eine Elektro Zentralheizung ist oft der Anschaffungspreis, der deutlich unter dem von fast allen anderen Heizungstypen liegt. Dazu kommen Vorteile wie die nicht benötigte Abgasanlage und der nicht benötigte Lagerraum für den Brennstoff. Allerdings amortisiert sich der Preisvorteil bei der Investition gegenüber der anderen Energieträger in umgekehrter Richtung.

Wenn Sie die gesamte Heizlast eines normal bewohnten Gebäudes mit Strom tragen, wird die vorläufige Ersparnis in drei bis fünf Jahren von den Verbrauchskosten überholt. Auch bei temporären Betriebsarten und spezialisierter Wärmegewinnung sollten Sie als Alternative zur Elektro Zentralheizung immer den Einsatz von Einzelgeräten wie Heizthermen, Durchlauferhitzer, Naturstein- und Fußbodenheizungen in mehreren Räumen gegenüberstellen.

Spezialisierte Wärmegewinnung

Die Erzeugung von Infrarotwärme kann nur durch Strom geleistet werden. Da die direkte Strahlungswärme gezielt und zeitweise gebraucht wird, entbehrt eine elektrische Zentralheizung für diese Technik jede Grundlage. Ähnliches gilt für alle Wärmeträger, die den Strom direkt in Wärme umwandeln. Typische Beispiele sind Naturstein- und Wandheizungen, in denen Wärmestäbe oder Heizgewebe die Umgebung erwärmen. Für alle Anwendungsarten sind lokale und einzeln steuerbare Heizgeräte der Elektro Zentralheizung vorzuziehen.

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Tipp

Um die Heizwirkung aus Strom zu erhöhen und zu „konservieren“, können Sie besonders wärmespeicherfähige Materialien wählen. Diese Möglichkeit entfällt, wenn eine Zentralheizung die Wärme aus dem genutzten Strom in einen Wasserkreislauf umleitet.

Ökologische Bilanz

Abgesehen vom wirtschaftlich nicht sinnvollen Betrieb eines zentralen Heizsystems ist der ökologische Effekt desaströs. In Deutschland wird der Strom hauptsächlich aus fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl oder im Atomkraftwerk gewonnen. Am Ort des Heizbetriebs entfällt zwar jede Emission und Umweltbelastung, die allerdings in der Gesamtbilanz in den Kraftwerken zur Stromerzeugung mehr als ausgeglichen wird.

Die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe und die ungelöste Frage nach dem Verbleib abgebrannter Nuklearbrennstäbe werden durch den Einsatz von Elektrizität für eine Zentralheizung noch schneller akut. Als zeitweiser oder ergänzender Energielieferant ist Strom zu verantworten, als Hauptheizlastträger auch nicht für den Fall, dass die hohen Verbrauchskosten kein Problem für Sie darstellen.

Fazit

Planen Sie jegliche Nutzung von Strom, um Wärme zu gewinnen, immer als komfortable Zusatzoption. Verstehen Sie die Wärme sowohl ökonomisch als auch ökologisch als ein Luxusgut. Eine zentrale Elektroheizung ist nicht wirtschaftlich und umweltfreundlich zu betreiben und wird von keiner Institution gefördert. Beachten müssen Sie die gesetzlichen Anforderungen an die Dämmung Ihres Gebäudes, die den Kostenvorteil der Anschaffung zusätzlich einschränken können.