
Elektroheizungen sind praktisch, günstig in der Anschaffung und oft ohne Installation einsetzbar. Sie heizen schnell, kommen ohne Brennstofflager aus und sind allergikerfreundlich. Wegen der hohen Stromkosten und der Ökobilanz eignen sie sich aber vor allem als Zusatz- oder Bedarfsheizung. Dieser Ratgeber zeigt, worauf beim Kauf zu achten ist, welche Kriterien zählen und welche Modelle empfehlenswert sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Elektroheizungen heizen schnell, brauchen keine Installation und keinen Brennstoff, verursachen aber hohe Betriebskosten und eine schlechtere Ökobilanz als erneuerbare Systeme.
- Wichtige Auswahlkriterien sind Mobilität, regelbare Heizstufen, die zur Raumgröße passende Heizleistung sowie Effizienz und gleichmäßige Wärmeverteilung.
- Sinnvoll sind Elektroheizungen als Zusatzheizung oder für selten genutzte Räume. Mit Ökostrom oder eigenem Solarstrom verbessert sich die Umweltbilanz.
Worauf es bei einer Elektroheizung ankommt
Elektroheizungen haben trotz ihrer praktischen Eigenschaften keinen besonders guten Ruf, da sie Strom benötigen, der anders als Öl oder Gas einem Umwandlungsprozess unterliegt. Das führt zu vergleichsweise hohen Betriebskosten und einer schlechteren Ökobilanz. Dennoch kann ihr Einsatz sinnvoll sein, etwa in einem selten beheizten Ferienhaus oder als mobile Heizung. Bei der Auswahl helfen die folgenden Kriterien:
- Mobilität: Lässt sich die Heizung dorthin bringen, wo sie gerade gebraucht wird, spart das Strom und Geld. Besonders bei wechselnden Einsatzorten sind mobile Geräte von Vorteil.
- Heizstufen: Je feiner sich die Heizung an den aktuellen Wärmebedarf anpassen lässt, desto weniger Energie geht verloren. Jedes Grad weniger spart Strom und Kosten.
- Heizleistung: Eine höhere Leistung erwärmt größere Räume schneller. In kleinen, gut gedämmten Räumen sind zu hohe Leistungen dagegen unnötig. Die Leistung sollte zur Raumgröße passen.
- Effizienz und Wärmeverteilung: Benötigt die Heizung eine lange Anlaufphase, lässt sich ein angenehmes Raumklima nur schwer halten. Schnelle, gleichmäßige Wärmeabgabe verbessert Komfort und Verbrauch.
Verschiedene Bauarten
Elektroheizungen gibt es in mehreren Bauarten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Heizlüfter und Schnellheizer verteilen warme Luft rasch im Raum und eignen sich für kurzes Aufheizen. Elektroradiatoren, teils ölgefüllt, geben die Wärme gleichmäßiger und über längere Zeit ab. Infrarotheizungen erwärmen nicht zuerst die Luft, sondern strahlen Wände, Möbel und Personen an, die die Wärme aufnehmen und wieder abgeben. Dadurch vergrößert sich die wärmeabgebende Fläche, was Heizschnelligkeit und Effizienz verbessert. Nachtspeicherheizungen speichern nachts Wärme, gelten aber als überholt und teuer im Betrieb. Welche Bauart passt, hängt vom Einsatzzweck und der Nutzungsdauer ab.
Empfehlenswerte Modelle
Bei den empfehlenswerten Geräten stehen Qualität und Effizienz im Vordergrund. Bewährt haben sich unter anderem Modelle folgender Art:
- hochwertige Elektroradiatoren bekannter Hersteller wie DeLonghi oder EWT
- modular anpassbare Elektroheizungen, die sich in Größe und Leistung an den Bedarf anpassen lassen
- Infrarotheizungen mit Metall- oder Glasfront für angenehme Strahlungswärme
Besonders die Infrarotheizung überzeugt durch ihre effiziente Strahlungswärme, da sie die wärmeabgebende Oberfläche im Raum vergrößert. Modular aufgebaute Elektroheizungen punkten durch ihre Flexibilität, weil sie sich genau auf den jeweiligen Raum abstimmen lassen und dadurch gezielt und ohne Überhitzung heizen.
Energieverbrauch und Umwelt
Die Umweltbelastung durch den CO2-Ausstoß bei der Erzeugung von Heizstrom ist nicht von der Hand zu weisen. Eine Möglichkeit, die Bilanz zu verbessern, ist die Nutzung von Ökostrom oder von selbst erzeugtem Solarstrom. So lässt sich auch mit einer Elektroheizung vergleichsweise umweltbewusst heizen. Rechtlich ist zu beachten, dass reine Stromdirektheizungen als alleinige Hauptheizung kritisch gesehen werden. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst, sieht vor, ihren Einsatz als alleinige Heizung weiter einzuschränken. Als Zusatzheizung in einzelnen Räumen bleibt die Elektroheizung davon in der Praxis unberührt. Eine Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gibt es für Elektroheizungen nicht, da diese nur erneuerbare Systeme bezuschusst.
Betriebskosten realistisch einschätzen
Der entscheidende Punkt bei jeder Elektroheizung sind die laufenden Kosten. Da Strom je Kilowattstunde deutlich teurer ist als Gas oder Öl, summieren sich die Betriebskosten bei dauerhafter Nutzung schnell. Ein Gerät mit 2.000 Watt verbraucht pro Stunde zwei Kilowattstunden. Bei einem Strompreis um die 37 Cent kostet eine Betriebsstunde also rund 74 Cent. Wird ein solches Gerät täglich mehrere Stunden über die Heizperiode betrieben, entsteht ein erheblicher Betrag. Deshalb rechnet sich eine Elektroheizung vor allem dort, wo nur selten oder kurzzeitig geheizt wird. Wer die Kosten senken möchte, sollte auf eine bedarfsgerechte Regelung achten, nur die tatsächlich genutzten Räume beheizen und, wenn möglich, eigenen Solarstrom nutzen. Vor der Anschaffung lohnt sich der Vergleich der Stromtarife sowie die Nachfrage nach speziellen Tarifen für Heizstrom.
Fazit
Ob sich eine Elektroheizung lohnt, ist immer eine individuelle Entscheidung, die von Einsatzbereich, Verbrauch und Gebäudeart abhängt. Für die dauerhafte Beheizung eines ganzen Hauses ist sie wegen der hohen Stromkosten selten geeignet, für einzelne Räume, den mobilen Einsatz oder selten genutzte Gebäude dagegen eine praktische Lösung. Wer eine Elektroheizung anschafft, sollte auf regelbare Heizstufen, eine zur Raumgröße passende Leistung und eine effiziente Wärmeverteilung achten. Als Vergleich lohnt es sich, mehrere Quellen heranzuziehen, da manche vermeintlich objektiven Vergleichsportale mit Händlern oder Herstellern verbunden sind. So finden Sie das Modell, das am besten zu Ihrem tatsächlichen Bedarf passt.
Für einen belastbaren Vergleich lohnt der Blick auf einige Kennwerte. Achten Sie auf eine feinfühlige Temperaturregelung mit programmierbarem Thermostat, denn sie verhindert unnötige Laufzeiten und senkt den Verbrauch. Ebenso wichtig sind die Aufheizcharakteristik und die Frage, ob ein Gerät Strahlungs- oder Konvektionswärme abgibt: Strahlungswärme wirkt schneller und behaglicher, während reine Konvektion die Luft stärker umwälzt. Wer einzelne, selten genutzte Räume beheizen möchte, fährt mit einer Direktheizung meist gut. Als dauerhafte Hauptheizung sind Betriebskosten und Stromverbrauch dagegen kritisch zu bewerten und im Vorfeld realistisch durchzurechnen.
