
Die Spiegelheizung liegt im Trend, gerade im Badezimmer. Es handelt sich um eine Infrarotheizung in Form einer beheizbaren Spiegelplatte, die sich wie ein normaler Spiegel an die Wand montieren lässt und keinen zusätzlichen Platz beansprucht. Ein angenehmer Nebeneffekt: Der Spiegel beschlägt nicht. Doch wie effizient ist eine Spiegelheizung, welche Vor- und Nachteile hat sie und mit welchen Kosten müssen Sie rechnen? Dieser Ratgeber gibt die Antworten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Spiegelheizung ist eine strombetriebene Infrarotheizung, die Wärme abstrahlt und den Spiegel gleichzeitig beschlagfrei hält.
- Sie eignet sich als Zusatzheizung im Bad, nicht als eigenständige Raumheizung, da elektrisches Heizen vergleichsweise teuer ist.
- Standardmodelle in 60 mal 100 Zentimeter kosten rund 70 bis 80 Euro, kleinere Formate ab etwa 40 Euro.
- Sie ist wartungsarm, einfach zu montieren und lässt sich per Thermostat regeln.
Funktion und Varianten der Spiegelheizung
Eine Spiegelheizung ist eine strombetriebene Elektroheizung. Da Strom anders als Gas kein Primärenergieträger ist, fällt das elektrische Heizen vergleichsweise teuer aus. Deshalb eignet sich eine Spiegelheizung vor allem als Zusatzheizung für ein bestehendes Heizsystem. Wie alle Infrarotheizungen erwärmt sie nicht die Luft, sondern Gegenstände und Personen, die die Wärme wieder abgeben. So entsteht eine gleichmäßige, indirekte Erwärmung. Viele empfinden diese Infrarotstrahlung als angenehmer als die Konvektionswärme herkömmlicher Heizkörper.
In spritzwassergeschützter Ausführung lässt sich eine Spiegelheizung sogar in der Dusche montieren. Hier kommen meist 12- oder 24-Volt-Varianten zum Einsatz. Gängige Modelle benötigen einen 230-Volt-Anschluss. Da nahezu jede Spiegelheizung mit Thermostat ausgestattet ist, lässt sich die Wärme individuell regeln. Erhältlich sind die Platten in unterschiedlichen Größen wie 30 mal 50 oder 60 mal 100 Zentimeter, die gängigen Spiegelmaßen entsprechen.
Vor- und Nachteile
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Für wen lohnt sich eine Spiegelheizung?
Am sinnvollsten ist die Spiegelheizung als Zusatzheizung im Badezimmer, um unabhängig von der Zentralheizung rasch eine angenehme Temperatur zu schaffen, etwa morgens vor dem Duschen. Als alleinige Raumheizung ist sie wegen der hohen Stromkosten dagegen nicht zu empfehlen. Einzuordnen ist auch die rechtliche Entwicklung: Das Gebäudemodernisierungsgesetz sieht Einschränkungen für Stromdirektheizungen als Hauptheizung vor. Für den Einsatz als reine Zusatzheizung im Bad ist das ohne praktische Bedeutung.
Die richtige Größe und Leistung wählen
Damit eine Spiegelheizung ihren Zweck erfüllt, muss die Leistung zur Raumgröße passen. Als grober Anhaltspunkt gelten je nach Dämmung rund 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter, wenn die Heizung als kurzzeitige Wärmequelle im Bad dienen soll. Für ein kleines Gästebad genügt oft ein Modell mit 300 bis 500 Watt, während größere Bäder eine entsprechend höhere Leistung benötigen. Wichtig ist, die Spiegelheizung nicht als Dauerheizung, sondern gezielt für die Zeit der Nutzung einzuplanen. Da die Wärme direkt auf Personen und Gegenstände trifft, wirkt sie auch bei kurzer Laufzeit angenehm.
Montage und Anschluss
Die meisten Spiegelheizungen werden steckerfertig geliefert und lassen sich wie ein normaler Spiegel an der Wand befestigen. Für den Betrieb genügt in der Regel eine Steckdose mit 230 Volt. Im Nassbereich, etwa in unmittelbarer Nähe von Dusche oder Wanne, gelten besondere Anforderungen an den Feuchteschutz. Hier sollten spritzwassergeschützte Modelle und gegebenenfalls eine Festinstallation durch eine Elektrofachkraft gewählt werden. Ein integriertes Thermostat sorgt dafür, dass die gewünschte Temperatur gehalten und nicht unnötig Strom verbraucht wird.
Spiegelheizung, Infrarotpaneel oder Handtuchheizkörper?
Als Zusatzheizung im Bad steht die Spiegelheizung in Konkurrenz zu anderen Lösungen. Ein einfaches Infrarotpaneel ist meist günstiger, erfüllt aber keine Spiegelfunktion. Ein an die Zentralheizung angeschlossener Handtuchheizkörper nutzt dagegen günstigere Wärme aus dem bestehenden System und trocknet zugleich Handtücher, benötigt jedoch einen Heizungsanschluss. Die Spiegelheizung punktet mit ihrer Doppelfunktion aus Spiegel und Strahlungswärme sowie mit der einfachen Nachrüstung, ist im Betrieb aber an den Strompreis gebunden.
Preis und laufende Kosten
Der Preis hängt von Größe und Ausstattung ab, etwa von einem Rahmen oder einem bestimmten Thermostat. Ein Standardmodell in 60 mal 100 Zentimeter ohne Rahmen kostet rund 70 bis 80 Euro. Kleinere Exemplare in 30 mal 50 Zentimeter gibt es bereits ab etwa 40 Euro. Bei Sondermaßen, hochwertigem Rahmen und Funkthermostat können sich die Kosten auf mehrere Hundert Euro summieren.
Die laufenden Kosten ergeben sich aus Leistung und Strompreis nach der Formel benötigte Kilowattstunden mal Preis je Kilowattstunde. Ein Beispiel: Ein Modell mit 500 Watt benötigt 0,5 Kilowattstunden pro Stunde. Bei einem Haushaltsstrompreis von rund 0,37 Euro je Kilowattstunde kostet eine Betriebsstunde also 0,5 mal 0,37 Euro, das sind rund 19 Cent. Wer in einen günstigeren Tarif wechselt, kann diesen Wert weiter senken. Weil eine Spiegelheizung meist nur kurzzeitig läuft, bleiben die Kosten im Rahmen, solange sie als Ergänzung und nicht als Dauerheizung genutzt wird.
Fazit
Als eigenständige Heizung ist die Spiegelheizung wegen der hohen Betriebskosten ungeeignet. Als Ergänzung im Badezimmer bietet sie jedoch echten Komfortgewinn: Sie sorgt für angenehme Strahlungswärme, hält den Spiegel frei von Beschlag und lässt sich unauffällig in den Raum integrieren. Wer sie gezielt und zeitlich begrenzt einsetzt, kombiniert Komfort mit überschaubaren Kosten.
Häufige Fragen zur Spiegelheizung
Wie funktioniert sie?
Sie ist eine strombetriebene Infrarotheizung, die Wärme abstrahlt und den Spiegel zugleich beschlagfrei hält.
Was kostet sie?
Standardmodelle in 60 mal 100 Zentimeter liegen bei rund 70 bis 80 Euro, kleinere Formate ab etwa 40 Euro. Hinzu kommt der Elektroanschluss.
Reicht sie als Raumheizung?
Nein. Sie eignet sich als Zusatzheizung im Bad. Für die vollständige Beheizung ist elektrisches Heizen vergleichsweise teuer.
Wie wird sie angeschlossen?
Über einen festen Anschluss oder eine Steckdose, je nach Modell. Im Bad sind die Schutzbereiche der Elektroinstallation zu beachten.
