Dampfheizung: Funktion, Einsatzgebiete & Alternativen

Dampfheizung von Viessmann

Abbildung: Viessmann Werke

Dampfheizungen finden ihren Einsatz vor allem in industriellen Gebäuden. Häufig auch in Industrieanlagen, in denen Prozessdampf in der Produktion entsteht. Statt den entstehenden Dampf ungenutzt in die Umelt abzugeben, nutzt die Dampfheizung den Wasserdampf zur Bereitstellung von Raumwärme. Wie das funktioniert, Einsatzbereiche und verschiedene Arten zeigt dieser Überblick.

Funktionsweise

Für die Wärmegewinnung nutzt die Dampfheizung das Prinzip der Kondensation. Durch die Verdampfung von Wasser entsteht sogenannte Kondensationswärme. Diese gelangt durch ein Rohrsystem in die Heizkörper. Dort kühlt der Wasserdampf herunter und verflüssigt sich. Die entstehende Flüssigkeit bezeichnet man auch als Kondensat. Dieses fließt durch eine Kondensatleitung zurück in den Heizkessel, wo der Kreislauf von neuem beginnt.

Einsatzbereiche

In Büro- und Privatgebäuden ist die Dampfheizung kaum verbreitet. Verwendung findet sie vor allem in größeren Gebäuden wie Messe- oder Lagerhallen. Hier zeichnet sie sich durch geringe Betriebskosten aus. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sie auch große Räume schnell aufheizt. Die schlechte Regulierbarkeit und der hohe Platzbedarf sind Nachteile, die Dampfheizungen für herkömmliche Privathäuser ungeeignet machen.

Sinn macht der Einsatz einer Dampfheizung insbesondere dort, wo Prozessdampf entsteht. Dies ist beispielsweise in industriellen Wäschereien oder Kochküchen der Fall. So kann der ohnehin entstehende Dampf für die Beheizung verwertet werden.

Verschiedene Formen der Dampfheizung

Dampfheizungen lassen sich je nach Druck-Aufbau in drei verschiedene Arten unterteilen:

  • Niederdruck-Dampfheizungen (bis 1 bar)
  • Vakuum-Dampfheizungen
  • Hochdruck-Dampfheizungen (über 1 bar)

Das Niederdruck Modell ist der Standard als Raumheizung für Wohnhäuser. So reicht ein Druck von 0,1 Bar bereits aus, um ein Einfamilienhaus so versorgen. Mehrfamilienhäuser benötigen bis zu 0,5 bar. Grundsätzlich gilt: Je größer das zu beheizende Gebäude, desto mehr Druck benötigt die Heizung, um die Wärme durch das Rohrsystem zu transportieren.

Aus welchen Elementen bestehen die Dampfheizungen?

Dampfheizung im Querschnitt

Abbildung: Viessmann Werke

Dampfheizungen bestehen aus dem Wärmeüberträger, der Dampfleitung, der Kondensatrücklaufleitung und dem Kondensatableiter. Die Heizkörper für eine Dampfheizung erfüllen die gleiche Funktion wie die klassischen Varianten. Sie geben die Wärme an den Raum ab. Der Dampf wird zunächst in einem Kessel erzeugt und anschließend zu den Wärmetauschern oder den Heizkörpern geleitet.

Im Unterschied zu herkömmlichen werden die Heizkörper für eine Dampfheizung nicht von Wasser sondern von Dampf durchströmt. Der Wasserdampf kondensiert und die Wärme kann direkt genutzt werden.

Über die Kondensatleitungen fließt das Kondensat anschließend zum Kessel zurück.