Was ist Energieeffizienz? Definition und Richtlinien | Kesselheld

Was ist Energieeffizienz? Definition und Richtlinien

Energieeffizienz
Energieeffiziente Heiztechnik, energiesparende Haushaltsgeräte, energieeffiziente Beleuchtung – Immer wieder taucht dieser Begriff in unserem Alltag auf. Doch was bedeutet der Ausdruck „Energieeffizienz“ eigentlich und warum ist diese für uns Verbraucher so wichtig?

Definition

Um einen bestimmten Nutzen zu erreichen, erfolgt das Einsetzen von Energie. Sei es um Ihr Badezimmer zu Heizen, Ihren Keller zu beleuchten, oder am Beispiel des Menschen gesehen, um sich zu bewegen. Für all dies wird Energie aufgewandt. Als Effizienz bezeichnet man das Maß des Aufwandes um einen bestimmten Nutzen zu erzielen.
Zur Veranschaulichung: Wieviel Energie benötigen Sie um Ihr Wohnzimmer auf 21 Grad Celsius zu heizen? Bei einem Heizprozess wird nicht immer das gleiche Maß an Energie benötigt. Die Höhe der benötigten Energie hängt zum Beispiel von der Isolierung Ihres Hauses oder der Leistung Ihres Heizkörpers ab. Je nachdem wieviel Energie Sie also aufwenden müssen um genau den Zustand der 21 °C zu erreichen, ist der Prozess effizienter oder ineffizienter.

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Zusammengefasst: Je geringer die Energieverluste zum Erreichen des Zielzustandes sind, desto höher ist die Energieeffizienz.

Warum eine effiziente Energienutzung wichtig ist

Von Jahr zu Jahr wächst die Bevölkerung, mit ihr die benötigte Infrastruktur und damit Bedarf an Beleuchtung sowie Beheizung. Zudem gibt es mehr und vielseitigere Elektrogeräte auf dem Markt. Grob gesagt, der Bedarf an Energie steigt! Eine erhöhte Nachfrage bedeutet parallel ein erhöhter Preis. Auch die Endlichkeit der fossilen Brennstoffe sorgt für steigende Preise von Energieträgern.
Damit die Kosten nicht bis ins bodenlose steigen, ist eine effiziente Nutzung der Energie enorm wichtig! Eine Steigerung der Energieeffizienz sorgt allerdings nicht nur für eine Dämpfung der steigenden Energiepreise, sondern mindert auch die Importabhängigkeit und wirkt entgegen immer wieder auftretender Verteilungskonflikte. Zusätzlich sorgt Energieeffizienz für einen gesteigerten Klimaschutz. Der Ausstoß von umweltschädlichen CO2 wird nämlich ebenfalls gemindert.

EU-Richtlinie zur Energieeffizienz

Aufgrund des hohen Primärenergiefaktors von Strom (2,8), tragen diesbezügliche Sparmaßnahmen besonders Primärenergieeinsparung bei. Das wirtschaftliche Stromeinsparpotenzial liegt in etwa bei 20% des Netto-Stromverbrauchs der Deutschen. Maßnahme um diese Einsparung zu erreichen ist unter anderem die EU-Richtlinie zur Energieeffizienz. Deren Ziel ist es bis 2020 deutschlandweit eine 20 prozentige Primärenergieeinsparung zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen muss jährlich für eine 1,5 prozentige Einsparung der Endenergie gesorgt werden.

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Info: Der Primärenergiefaktor ist ein Faktor zur Bewertung unterschiedlicher Energiearten

Beispiele verschiedener Energieträger und zugehöriger Primärenergiefaktor nach der Energieeinsparverordnung 2014:

Energieträger

Primärenergiefaktor nach EnEV 2014

Heizöl 1,1
Erdgas und Flüssiggas 1,1
Strom 2,8
Nah-/Fernwärme aus KWK 0,7
Nah-/Fernwärme aus Heizwerken 1,3
Holz 1,2

Wie sind private Haushalte betroffen?

Der Stromverbrauch aller deutschen Haushalten lag 2011 bei 140 TWh (1 Terawattstunde = 1 Mrd Kilowattstunden), wobei davon dreiviertel importiert werden mussten. Das Einsparpotenzial liegt in etwa 40 TWh. Bei einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 1500kWh pro Haushalt würde dies eine jährlich Einsparung von je etwa 350€ bedeuten! Um auf dieses Einsparpotenzial aufmerksam zu machen, fördert das Bundesumweltministerium zahlreiche Projekte wie den Heizspiegel oder die „Klima sucht Schutz“ Kampagne. Auch durch die 2009 in Kraft getretene KWK Förderung wird Energieeffizienz gefördert. Unter anderem durch Prämien bei der Nutzung von erneuerbaren Energien.