Warme Sommertage lassen sich zum Energiesparen nutzen. Außerhalb der Heizperiode genügt es, wenn der Kessel nur noch Warmwasser zum Duschen, Spülen oder Baden erzeugt. Zwar erkennt der Wärmeerzeuger die milden Temperaturen und schaltet die Heizung nicht ein, dennoch hält er Warmwasser bereit, was unnötig Energie kostet.

Heizung im Sommer ausschalten

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Im Sommer lässt sich die Heizung auf Sommerbetrieb umstellen oder ganz abschalten, während die Warmwasserversorgung erhalten bleibt. Das spart Energie.
  • Wichtig ist, bei abgeschalteter Anlage die Thermostatventile vollständig zu öffnen, damit sie nicht festsitzen.
  • Für Mieter gilt: Vermieter müssen in der Heizperiode für warme Räume sorgen. Als Orientierung dient der Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April.

Um die unnötige Bereithaltung von Warmwasser zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Heizung im Sommer auszuschalten oder auf Sommerbetrieb umzustellen. Oft ist das mit einem Handgriff erledigt. Beachten Sie dabei die Sicherheitshinweise, insbesondere das Öffnen der Thermostatventile bei ausgeschalteter Anlage.

Von Winter- auf Sommerbetrieb umschalten

Moderne Heizungssysteme verfügen über einen Sommerbetrieb: Der Heizbetrieb wird unterbrochen, die Warmwasserversorgung bleibt erhalten. Im einfachsten Fall stellen Sie an der Regelung oder der Zeitschaltuhr den entsprechenden Modus ein. Bevor Sie umschalten, sollten Sie in der Betriebsanleitung nachsehen, welches Symbol den Sommerbetrieb kennzeichnet. Bei vielen Herstellern ist es ein Sonnensymbol.

Thermostate bei abgeschalteter Anlage öffnen

Wenn Sie die Heizung im Sommer ganz ausschalten, öffnen Sie die Thermostatventile an den Heizkörpern vollständig. In den Radiatoren reguliert ein Mechanismus den Wasserzufluss. Bei geöffneten Ventilen ist dieser entspannt, wodurch die Gefahr sinkt, dass der Ventilstift festsitzt. Trotzdem kann es vorkommen, dass ein Ventil blockiert.

Wenn der Stift klemmt

Sitzt der Stift fest, nehmen Sie den Plastikaufsatz des Reglers ab, was meist ohne Werkzeug gelingt, da er mit einem Stellring oder einer Klemmschraube befestigt ist. Liegt das Ventilunterteil frei, können Sie die Blockade lösen, indem Sie behutsam am Stift ziehen oder leicht gegen das direkt am Heizkörper sitzende Ventil klopfen. Löst sich die Blockade nicht, sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen.

Moderne Regelungen bieten Alternativen

Viele moderne Regelungen erlauben es, eine Grenzraum- oder Grenzaußentemperatur einzustellen. Der Heizkessel schaltet sich dann automatisch ein, wenn diese Temperatur unterschritten wird. Das hat den Vorteil, dass an kühlen Tagen im Frühling oder Herbst das Haus beheizt wird, ohne dass Sie manuell umschalten müssen. Gut gedämmte Gebäude reagieren langsam auf sinkende Außentemperaturen und halten die Wärme länger. Sie müssen daher abwägen, ob Sie die Heizung bei kurzen Kältephasen im Sommer ganz ausschalten oder die automatische Einschaltung aktiv lassen. Bedenken Sie zudem, dass es sinnvoll sein kann, bestimmte Räume wie den Keller zu beheizen, um Feuchtigkeit vorzubeugen, abhängig von Dämmung, Baumaterialien und den Wärmedämmstoffen sowie der Wandfeuchte.

Was für Mieter gilt

Für Mietverhältnisse gilt: Vermieter müssen an kalten Tagen und in der Heizperiode für ausreichend warme Räume sorgen. Fallen die Innentemperaturen an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen unter etwa 18 Grad Celsius, ist der Heizbetrieb wieder aufzunehmen. Feste Datumsgrenzen für die Heizperiode gibt es nicht, als Orientierung dient jedoch der Zeitraum vom 1. Oktober bis 30. April. Tagsüber sollten in Wohn- und Schlafräumen etwa 20 bis 22 Grad Celsius erreichbar sein, nachts halten viele Gerichte rund 18 Grad für ausreichend. Viele Vermieter senken über eine Zeitschaltuhr nachts die Temperatur ab, um Energie zu sparen.

Fazit

Zusammengefasst lohnt es sich, die Heizung im Sommer bewusst zu steuern. Der Sommerbetrieb oder das komplette Abschalten spart Energie, während die Warmwasserversorgung erhalten bleibt. Denken Sie an das Öffnen der Thermostatventile, und wählen Sie bei wechselhaftem Wetter im Zweifel die automatische Einschaltung über eine Grenztemperatur. So verbinden Sie Energieeinsparung mit Komfort und schützen zugleich die Technik Ihrer Heizungsanlage.

Ein weiterer Vorteil des Sommerbetriebs ist, dass die Umwälzpumpe und der Brenner in dieser Zeit weniger laufen, was Strom spart und den Verschleiß reduziert. Damit die Heizung nach dem Sommer zuverlässig wieder anspringt, empfiehlt es sich, sie vor Beginn der neuen Heizperiode kurz zu prüfen. Fällt dabei auf, dass ein Heizkörper nicht warm wird oder Geräusche auftreten, lässt sich dies rechtzeitig beheben. So starten Sie gut vorbereitet in die kalte Jahreszeit und vermeiden böse Überraschungen am ersten kühlen Tag.

Zusammengefasst lohnt es sich, die Heizung in der warmen Jahreszeit bewusst herunterzufahren, um Energie zu sparen, ohne auf warmes Wasser zu verzichten. Der Sommerbetrieb ist bei modernen Anlagen schnell eingestellt, und das Öffnen der Thermostatventile schützt die Technik. Wer in Übergangszeiten flexibel bleiben möchte, nutzt die automatische Einschaltung über eine Grenztemperatur. Für Mieter gilt weiterhin der gesetzliche Anspruch auf ausreichend warme Räume in der Heizperiode. So verbinden Sie Sparsamkeit, Komfort und Werterhalt Ihrer Heizungsanlage.

Ein zusätzlicher Tipp: Nutzen Sie die warme Jahreszeit, um anstehende Wartungsarbeiten an der Heizung durchführen zu lassen. Fachbetriebe haben außerhalb der Heizperiode meist mehr Kapazität, und eine gewartete Anlage startet im Herbst zuverlässiger und effizienter in die neue Saison.

Insgesamt ist das bewusste Herunterfahren der Heizung im Sommer eine einfache Maßnahme mit spürbarer Wirkung auf den Energieverbrauch. Mit wenigen Handgriffen und der richtigen Vorsorge sparen Sie Energie, erhalten den Warmwasserkomfort und schonen die Technik Ihrer Anlage.