Legionellen Nachweis im Wasser unter dem Mikroskop

Bei Legionellen handelt es sich um Bakterien, die natürlicherweise im Trinkwasser vorkommen. Erst bei übermäßiger Vermehrung stellen sie eine gesundheitliche Gefahr dar. Je nach Einrichtung gelten verschiedene Grenzwerte. Vor allem dort, wo Wasserspeicher im Einsatz sind, können die stäbchenförmigen Bakterien zum Problem werden, etwa in Trinkwasserspeichern von Mehrparteienhäusern, Schulen oder Krankenhäusern. Wir geben einen Überblick über Grenzwerte, Methoden und Vorschriften beim Legionellen-Nachweis.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Legionellen kommen natürlich im Wasser vor und werden erst bei starker Vermehrung gefährlich.
  • Beim Nachweis wird geprüft, ob die zulässige Konzentration überschritten ist.
  • Die Untersuchung erfolgt über Wasserproben, die in einem zugelassenen Labor ausgewertet werden.
  • Für vermietete Anlagen ab 400 Litern Speicher gilt eine Prüfpflicht, in der Regel alle drei Jahre.

Wann wird es bedenklich?

Legionellen im Wasser sind grundsätzlich normal. Sie kommen in vielen Wasserquellen vor und stellen zunächst keine Gefahr dar. Erst wenn sie sich unkontrolliert vermehren, werden sie zum Problem. Bei einem Nachweis von Legionellen wird daher immer eine gewisse Konzentration zu finden sein. Es geht also nicht um den grundsätzlichen Nachweis, sondern um die Kontrolle, ob die Grenze zur Bedenklichkeit überschritten ist. Dazu wird in der Regel eine Wasserprobe aus einem Wasserhahn entnommen, zur Sicherheit auch aus mehreren Hähnen. Die Proben werden in ein Labor eingeschickt und mit einem geeigneten Verfahren untersucht.

Wie wird gemessen?

Legionellen sind unter dem Mikroskop als stäbchenförmige Bakterien gut zu erkennen und lassen sich in einer Wasserprobe mit bestimmtem Volumen auszählen. Daraus wird die Gesamtkonzentration berechnet. Da es sich um eine empirische Methode handelt, gibt es keinen direkten Rückschluss von der Zählung auf die Konzentration in der gesamten Probe, denn in dem kleinen untersuchten Volumen können besonders viele oder wenige Bakterien enthalten sein. Deshalb wird die Zählung mit mehreren Proben wiederholt, um ein zuverlässiges Ergebnis zu erhalten.

Untersuchung im Labor

Aus der Wasserprobe lassen sich die Bakterien im Labor auch gezielt vermehren, indem optimale Bedingungen geschaffen werden. Die so gebildete höhere Anzahl lässt sich einfacher bestimmen, und daraus wird wiederum die Konzentration berechnet. Wichtig ist, dass die gesetzlichen Vorgaben für die Legionellenprüfung eingehalten werden, damit der Nachweis ein zuverlässiges Ergebnis liefert. Die Untersuchung darf daher nur durch zugelassene, akkreditierte Labore erfolgen. Die zuständigen Landesbehörden veröffentlichen die Kontaktdaten der zugelassenen Untersuchungsstellen.

Welche Vorschriften gelten?

Die maßgebliche Rechtsgrundlage ist die Trinkwasserverordnung. Vor allem für öffentliche Gebäude wie Schulen und Krankenhäuser gelten strenge Vorschriften, deren Betreiber die Wasserqualität regelmäßig prüfen lassen müssen. Aber auch Vermieter sind für die Wasserqualität ihrer Objekte verantwortlich. Die Prüfpflicht greift bei Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, also in der Regel ab einem Speichervolumen von mehr als 400 Litern oder mehr als drei Litern Wasser in der Leitung zwischen Erwärmung und Entnahmestelle. Bei kleineren Anlagen ist das Risiko einer starken Vermehrung gering. Die Prüfung ist in der Regel alle drei Jahre durchzuführen; Ein- und Zweifamilienhäuser, die selbst genutzt werden, sind meist ausgenommen.

Vorbeugung und Bedeutung für Eigentümer

Für Eigentümer und Vermieter ist der Legionellen-Nachweis nicht nur eine Pflicht, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Gesundheitsschutz. Legionellen können beim Einatmen feiner Wassertröpfchen, etwa beim Duschen, die gefährliche Legionärskrankheit auslösen, die besonders für ältere, kranke oder immungeschwächte Menschen riskant ist. Neben der regelmäßigen Prüfung lässt sich das Risiko durch die richtige Betriebsweise der Anlage senken: Das Warmwasser sollte am Speicheraustritt dauerhaft mindestens 60 Grad erreichen, und lange, selten genutzte Leitungsstrecken, in denen Wasser stagniert, sollten vermieden oder regelmäßig gespült werden. Auch der hydraulische Abgleich und die fachgerechte Auslegung der Trinkwasserinstallation helfen. Wird bei einer Prüfung eine Überschreitung festgestellt, sind Maßnahmen wie eine thermische oder chemische Desinfektion und die Beseitigung der Ursache erforderlich. So bleibt das Trinkwasser sicher.

Ablauf der Probenahme

Für ein zuverlässiges Ergebnis ist die fachgerechte Probenahme entscheidend. Sie erfolgt durch geschultes Personal an festgelegten Probeentnahmestellen, die bereits bei der Installation der Trinkwasseranlage vorgesehen sein müssen. In der Regel werden Proben am Austritt des Warmwasserbereiters, am Wiedereintritt der Zirkulation sowie an repräsentativen Entnahmestellen im Gebäude genommen, um ein aussagekräftiges Bild der gesamten Anlage zu erhalten. Wichtig ist, dass die Proben unter definierten Bedingungen entnommen, korrekt beschriftet und zügig ins Labor gebracht werden, damit das Ergebnis nicht verfälscht wird. Wird bei der Untersuchung eine Überschreitung des technischen Maßnahmenwertes festgestellt, muss das Gesundheitsamt informiert werden, und es sind Maßnahmen zur Beseitigung der Ursache einzuleiten. Diese strukturierte Vorgehensweise stellt sicher, dass der Legionellen-Nachweis verlässlich ist und die Gesundheit der Bewohner geschützt wird.

So stellt eine fachgerechte Probenahme sicher, dass der Legionellen-Nachweis verlässliche Ergebnisse liefert und rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergriffen werden können.

Fazit

Legionellen kommen natürlich im Wasser vor und werden erst bei starker Vermehrung gefährlich, weshalb beim Nachweis geprüft wird, ob die zulässige Konzentration überschritten ist. Die Untersuchung erfolgt über Wasserproben, die in einem zugelassenen Labor ausgewertet werden. Rechtsgrundlage ist die Trinkwasserverordnung, nach der für vermietete Großanlagen ab etwa 400 Litern Speicher eine Prüfpflicht besteht, in der Regel alle drei Jahre. Neben der Prüfung senken eine Warmwassertemperatur von mindestens 60 Grad und das Vermeiden von Stagnation das Risiko. So schützt der Legionellen-Nachweis die Gesundheit der Bewohner.