Trinkwasserspeicher Vitocell von Viessmann Abbildung: Viessmann Werke

Die Anforderungen an gesundes Trinkwasser sind in der Trinkwasserverordnung, der Norm DIN 2000 und der AVBWasserV geregelt. Ein Trinkwasserspeicher dient dazu, erwärmtes Trinkwasser bereitzuhalten, und ist ein zentraler Bestandteil der Warmwasserversorgung. Bei der Auswahl kommt es auf Hygiene, die richtige Bauform und das passende Volumen an. Wir erklären, wie ein Trinkwasserspeicher ausgelegt wird, welche Arten es gibt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Trinkwasserspeicher hält erwärmtes Trinkwasser hygienisch bereit.
  • Es gibt direkt und indirekt beheizte Speicher. Für Solaranlagen dient ein bivalenter Speicher.
  • Als Faustregel gilt ein Volumen vom 1,5- bis 2-fachen des Tagesbedarfs, etwa 30 Liter pro Person.
  • Die Preise reichen je nach Größe und Qualität von rund 350 bis über 1.000 Euro.

Tipps zur Auswahl

Bei der Wahl des richtigen Trinkwasserspeichers helfen einige Grundregeln. Der Speicher sollte leicht zu reinigen und hygienisch unbedenklich sein. Edelstahl gewährleistet einen hohen Hygienestandard und eignet sich auch für große Volumen. Wird der Speicher zugleich als Puffer für die Heizung genutzt, muss der Fachbetrieb ihn passend auslegen. Grundsätzlich unterscheidet man Speicher, die das Wasser selbst erwärmen, von solchen mit eingebautem Wärmetauscher. Aus hygienischen Gründen sollte das Warmwasser dauerhaft ausreichend hoch temperiert sein, um die Vermehrung von Keimen zu vermeiden.

Herstellermodelle

Modell

Steckbrief

Trinkwasserspeicher Vaillant Marke: Vaillant
Bezeichnung: uniSTOR exclusive
Art: Warmwasserspeicher bodenstehend
Listenpreis: rund 1.137 Euro (144 Liter)
Effizienz: A
Trinkwasserspeicher Buderus Marke: Buderus
Bezeichnung: Logalux WU
Art: Warmwasserspeicher wandhängend
Listenpreis: rund 1.005 Euro (120 Liter)
Effizienz: C

Direkt und indirekt beheizte Speicher

Ein direkt beheizter Speicher besitzt einen integrierten Wärmeerzeuger, etwa eine Elektroheizung oder einen Gasbrenner, und erwärmt das Wasser unabhängig von der Raumheizung. Im Sommer kann die Heizungsanlage dann ausgeschaltet und nur der Speicher betrieben werden. Bei Brennwert- oder Niedertemperaturheizungen sind indirekt beheizte Speicher mit Wärmetauscher effektiver. Zu ihnen zählen das Speicher-im-Speicher-System, bei dem das heißere Heizwasser das innere Trinkwasser umgibt und erwärmt, sowie Speicher mit Wendel- oder Spiralrohr-Wärmetauscher, bei denen das Heizwasser durch ein Rohr aus Edelstahl oder Kupfer strömt und seine Wärme abgibt.

Trinkwasserspeicher für die Solaranlage

Für eine Solaranlage wird ein bivalenter Trinkwasserspeicher benötigt, der über zwei Wärmetauscher verfügt. Der obere ist mit dem Heizsystem verbunden, der untere mit der Solaranlage. Ist ausreichend Sonnenenergie vorhanden, erwärmt die Solaranlage das Trinkwasser. Andernfalls übernimmt der Heizkessel die Warmwasserbereitung. So lässt sich Solarwärme optimal für die Warmwasserbereitung nutzen und der Bedarf an fossiler Energie senken.

Das Volumen richtig auslegen

Die Auslegung des Volumens ist zentral. Die Richtlinien gehen von einem täglichen Pro-Kopf-Verbrauch von etwa 30 Litern aus. Ein Mindestvolumen von 100 Litern ist sinnvoll. Idealerweise beträgt das Speichervolumen das 1,5- bis 2-fache des Tagesbedarfs. Für einen Haushalt mit fünf Personen ergibt sich: 30 Liter mal 5 sind 150 Liter Tagesbedarf. Das 1,5-fache sind 225 Liter, das 2-fache 300 Liter. Der Speicher sollte also zwischen etwa 225 und 300 Litern fassen. Ein zu kleiner Speicher führt zu Warmwassermangel, ein zu großer zu unnötigen Wärmeverlusten, weshalb die passende Größe wichtig ist.

Produktbeispiel und Preise

Der Remeha Trinkwasserspeicher BP 150-2 EC630 verfügt über eine 75 Millimeter starke Wärmedämmung aus PU-Hartschaum, die direkt in den Speichermantel geschäumt wurde, sodass keine Wärmebrücken entstehen; die Reinigungsöffnung an der Vorderseite erleichtert die Wartung. Für dieses Modell sind rund 610 Euro einzuplanen. Einfachere Modelle beginnen je nach Qualität und Größe bei etwa 350 Euro, während hochwertige, größere Speicher über 1.000 Euro kosten können. Neben dem Preis sollten Effizienzklasse und Dämmung beachtet werden, da sie die laufenden Wärmeverluste beeinflussen.

Hygiene und Wartung

Da es sich um Trinkwasser handelt, spielt die Hygiene eine besondere Rolle. In größeren Anlagen, etwa in Mehrfamilienhäusern, besteht eine Prüfpflicht auf Legionellen, und das Warmwasser sollte ausreichend hoch temperiert sein, um die Vermehrung von Keimen zu verhindern. Eine gute Zirkulation und die Vermeidung von selten genutzten Leitungssträngen tragen ebenfalls zur Hygiene bei. Der Speicher sollte regelmäßig gewartet und bei Bedarf gereinigt werden; eine Reinigungsöffnung erleichtert das. Auch die Sicherheitsgruppe und die Anode zum Korrosionsschutz gehören zur Wartung. Ein Fachbetrieb kann die Anlage prüfen, die richtige Temperatur einstellen und so für hygienisch einwandfreies, sicheres Warmwasser sorgen.

Effizienz und Wärmeverluste beachten

Ein Trinkwasserspeicher verliert im Stand kontinuierlich etwas Wärme an die Umgebung, die sogenannten Bereitschaftsverluste. Je besser die Dämmung, desto geringer fallen diese Verluste aus, was sich direkt auf die Energiekosten auswirkt. Die Energieeffizienzklasse gibt Aufschluss über die Qualität der Dämmung. Auch die Größe spielt eine Rolle: Ein deutlich zu groß gewählter Speicher hält mehr Wasser dauerhaft warm als nötig und verursacht dadurch unnötige Verluste. Wichtig ist zudem, den Speicher an einem möglichst warmen Ort und mit kurzen Leitungswegen zu den Zapfstellen zu installieren, um Auskühlung und Wärmeverluste in den Leitungen zu minimieren. So bleibt die Warmwasserbereitung effizient und kostengünstig.

Fazit

Der Trinkwasserspeicher hält erwärmtes Trinkwasser hygienisch bereit und ist ein zentraler Teil der Warmwasserversorgung. Direkt beheizte Speicher erwärmen das Wasser selbst, indirekt beheizte nutzen einen Wärmetauscher, und für Solaranlagen dient ein bivalenter Speicher mit zwei Wärmetauschern. Das Volumen sollte etwa dem 1,5- bis 2-fachen des Tagesbedarfs entsprechen. Die Preise reichen von rund 350 bis über 1.000 Euro, abhängig von Größe, Effizienz und Ausstattung. Da Hygiene und richtige Temperatur entscheidend sind, sollten Auslegung und Wartung von einem Fachbetrieb übernommen werden.