Warmwassertherme im Badezimmer Abbildung: Vaillant Group

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Thermen: einfache Heizthermen und Warmwasserthermen. Eine Heiztherme stellt nur Raumwärme bereit, während eine Warmwassertherme zugleich als Raumheizung und zur Warmwasserbereitung dient. Betreiben lässt sie sich mit verschiedenen Brennstoffen, am häufigsten als Gastherme. Wir erklären, welche Warmwassertherme sich für welchen Bedarf eignet, wie sie funktioniert und welche Vor- und Nachteile die Technik hat.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Warmwassertherme liefert gleichzeitig Raumwärme und Warmwasser, meist im Durchlaufprinzip.
  • Entscheidend für die Auswahl ist die benötigte Heizleistung, die vom Fachbetrieb berechnet werden sollte.
  • Warmwasser wird üblicherweise auf rund 60 Grad erwärmt, was zugleich Keime abtötet.
  • Als Etagenheizung eignet sich die Therme besonders für einzelne Wohnungen ohne eigenen Heizungsraum.

Die passende Warmwassertherme finden

Alle großen Heizungshersteller wie Bosch (früher Junkers), Vaillant und Buderus führen Warmwasserthermen im Sortiment. Entscheidend für die Auswahl ist die benötigte Heizleistung, die in Kilowatt angegeben wird. Wie viel Leistung nötig ist, hängt von der Größe der Immobilie, der Dämmung und der Zahl der Bewohner ab. Vor dem Kauf sollte die Berechnung der Heizleistung daher von einem Heizungsbauer vorgenommen werden, damit die Therme weder unter- noch überdimensioniert ist.

Funktionsweise

Eine Warmwassertherme erhitzt das Leitungswasser, das anschließend an jeden angeschlossenen Hahn gelangt. In der Regel wird das Wasser von einer Eingangstemperatur um 10 Grad auf etwa 60 Grad erwärmt; die gewünschte Temperatur lässt sich am Gerät einstellen. Die hohe Temperatur ist sinnvoll, da sie Keime und Bakterien abtötet, weshalb rund 60 Grad empfohlen werden. Man unterscheidet Etagenheizungen und Zentralheizungen: Die Zentralheizung versorgt ganze Gebäude mit Wärme und Warmwasser, während die Etagenheizung ohne eigenen Heizungsraum auskommt und häufig in Mietshäusern in jeder Wohnung an der Wand montiert wird.

Vor- und Nachteile

Die Warmwassertherme arbeitet nach dem Durchlaufprinzip: Sie beginnt zu heizen, sobald der Wasserhahn geöffnet wird, sodass nur bei tatsächlichem Bedarf erwärmt wird. Bei einer reinen Heiztherme wird dagegen nur das Heizungswasser erwärmt. Wer beide Funktionen in einem Gerät möchte, wählt eine Kombitherme. Ein Nachteil ist, dass kein Pufferspeicher vorhanden ist und das Warmwasser nicht auf Vorrat produziert wird; das macht sich jedoch nur bei sehr häufigem, gleichzeitigem Bedarf bemerkbar. Eine moderne Gastherme arbeitet modulierend, passt die Brennerleistung also dem Bedarf an. In der Übergangszeit genügen oft 40 bis 50 Prozent Leistung, an kalten Wintertagen wird die volle Leistung benötigt.

Welche Therme für welchen Bedarf

Welche Warmwassertherme passt, hängt vom Gebäude und vom Nutzungsverhalten ab. Für eine einzelne Wohnung oder Etage ohne eigenen Heizungsraum ist eine kompakte, wandhängende Kombitherme oft ideal. In größeren Haushalten mit hohem, gleichzeitigem Warmwasserbedarf, etwa mit mehreren Bädern, kann eine Lösung mit Speicher sinnvoller sein, damit auch bei paralleler Nutzung genügend warmes Wasser zur Verfügung steht. Zu bedenken ist außerdem die langfristige Ausrichtung: Da das Gebäudeenergiegesetz beim Einbau neuer Heizungen die Einbindung erneuerbarer Energien verlangt, kommt eine reine neue Gastherme meist nur noch als Teil eines Hybridsystems infrage. Wer modernisiert, sollte daher auch prüfen, ob sich eine Wärmepumpe oder eine hybride Lösung anbietet.

Wartung und Betrieb der Warmwassertherme

Damit eine Warmwassertherme zuverlässig und effizient arbeitet, ist die regelmäßige Wartung wichtig. Bei einer Gastherme prüft der Fachbetrieb einmal jährlich den Brenner, die Abgaswerte und die Sicherheitseinrichtungen und reinigt den Wärmetauscher. Eine gut gewartete Therme verbraucht weniger Brennstoff und hält länger. Da bei der Warmwasserbereitung Kalk anfallen kann, ist in Regionen mit hartem Wasser auf eine mögliche Verkalkung des Wärmetauschers zu achten. Auch die Einstellung der Warmwassertemperatur spielt eine Rolle: Rund 60 Grad sind aus hygienischen Gründen sinnvoll, während unnötig hohe Temperaturen den Verbrauch und die Verkalkung erhöhen. Der Schornsteinfeger kontrolliert bei abgasführenden Thermen zusätzlich die Abgaswege.

Effizienz und moderne Technik

Moderne Warmwasserthermen arbeiten mit Brennwerttechnik und nutzen die im Abgas enthaltene Wärme zusätzlich, was den Wirkungsgrad deutlich erhöht. In Verbindung mit dem modulierenden Brenner, der die Leistung dem Bedarf anpasst, lässt sich der Brennstoffverbrauch spürbar senken. Wer eine ältere Therme betreibt, kann durch den Austausch gegen ein modernes Brennwertgerät Energie und Kosten sparen. Zu bedenken ist dabei die langfristige Ausrichtung: Da fossile Brennstoffe durch den CO2-Preis teurer werden und das Gebäudeenergiegesetz erneuerbare Energien fordert, kann sich mittelfristig der Umstieg auf eine Wärmepumpe oder eine hybride Lösung lohnen. Eine Beratung durch einen Fachbetrieb hilft, die passende und zukunftssichere Lösung zu finden.

Die richtige Dimensionierung

Eine passend dimensionierte Warmwassertherme ist entscheidend für Komfort und Effizienz. Ist die Leistung zu gering, wird an kalten Tagen nicht genug Wärme bereitgestellt oder das Warmwasser reicht bei gleichzeitiger Nutzung nicht aus. Ist sie zu hoch, arbeitet das Gerät häufig im ineffizienten Teillastbereich und schaltet oft ein und aus, was den Verschleiß erhöht. Deshalb sollte die Heizlast des Gebäudes und der Warmwasserbedarf sorgfältig ermittelt werden. Ein Fachbetrieb berücksichtigt dabei die Größe der Wohnung, die Dämmung, die Zahl der Bewohner und die Zapfstellen und wählt so die passende Therme aus.

Fazit

Die Warmwassertherme vereint Raumheizung und Warmwasserbereitung in einem Gerät und arbeitet meist im sparsamen Durchlaufprinzip. Für die Auswahl ist die richtig berechnete Heizleistung entscheidend, weshalb ein Fachbetrieb hinzugezogen werden sollte. Als Etagenheizung eignet sie sich besonders für einzelne Wohnungen ohne Heizungsraum, während bei hohem gleichzeitigem Bedarf eine Speicherlösung sinnvoll sein kann. Angesichts der Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes lohnt es sich, bei einer Neuanschaffung auch erneuerbare oder hybride Alternativen in die Überlegungen einzubeziehen.