Öltankreinigung Öltank in der Ansicht

Eine Öltankreinigung ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine freiwillige Maßnahme, die je nach Zustand des Tanks sinnvoll sein kann. Viele Anbieter vermischen jedoch Prüfpflicht und Reinigung. Dieser Ratgeber erklärt, wann eine Reinigung sinnvoll ist, was sie kostet und wie Sie seriöse Anbieter erkennen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • In Deutschland besteht keine Pflicht, einen Heizöltank zu reinigen. Die Reinigung ist von der gesetzlichen Prüfpflicht zu unterscheiden.
  • Empfohlen wird eine Reinigung für Kunststofftanks etwa alle neun bis zehn Jahre und für Metalltanks alle sieben bis acht Jahre, je nach Zustand.
  • Die reine Reinigung kostet grob 200 bis 300 Euro pro Tank; Vorsicht ist bei Koppelgeschäften und angeblichen gesetzlichen Pflichten geboten.

Keine gesetzliche Pflicht

Manche Anbieter nehmen eine Öltankreinigung zum Anlass, ein möglichst umfangreiches Geschäft zu gestalten, und vermischen dabei irreführend die gesetzliche Prüfpflicht mit der davon unabhängigen Reinigung. Tatsächlich gibt es in Deutschland keine Verpflichtung, einen Heizöltank zu reinigen. Wer mit Öl heizt, muss zwar die vorgeschriebenen Schutzeinrichtungen zur Vermeidung von Gewässerschäden gewährleisten, entscheidet aber selbst, in welchen Abständen der Tank freiwillig gereinigt wird. Sinnvolle Anlässe sind etwa mehrfach verstopfte Heizölfilter oder ein selbst festgelegter Zeitraum. Zu beachten ist, dass sich mögliche Betriebsmängel nicht durch eine Reinigung beheben lassen.

Empfohlene Reinigungsintervalle

Kunststofftanks haben den Vorteil, korrosionsfrei zu bleiben. Fachbetriebe empfehlen, Kunststofftanks etwa alle neun bis zehn Jahre und Metalltanks alle sieben bis acht Jahre zu reinigen. Bei verstopften Filtern in den Leitungen zum Brenner kann eine Reinigung als Sofortmaßnahme helfen. Schlamm, Schlick und Sedimente bilden sich abhängig von der Ölsorte und vom Alter des Öls und setzen sich mit der Zeit am Tankboden ab. Ob und wann eine Reinigung nötig ist, hängt daher vom individuellen Zustand des Tanks und der verwendeten Ölqualität ab. Eine regelmäßige Sichtkontrolle und die Beobachtung des Filterzustands geben Aufschluss darüber, ob eine Reinigung ansteht.

Kosten der Öltankreinigung

Der technische Aufwand ist überschaubar, setzt aber Erfahrung voraus. Die Reinigung umfasst das Leerpumpen, das Zwischenlagern oder Entsorgen und gegebenenfalls das gefilterte Wiedereinfüllen des Restöls. Ölrestmengen von bis zu 500 Litern sollten als Bestandteil im Angebot enthalten sein, damit keine versteckten Zusatzkosten entstehen. Für die reine Reinigungsarbeit ist grob mit 200 bis 300 Euro pro Tank zu rechnen, inklusive Anfahrt und Entsorgung. Für jeden weiteren Einzeltank sind Aufschläge von durchschnittlich 50 Prozent üblich, sodass bei zwei Tanks grob 300 bis 450 Euro anfallen. Als Arbeitszeit sind etwa vier Stunden pro Tank anzusetzen. Nach geltendem Mietrecht dürfen die Kosten der Öltankreinigung in der Regel auf die folgende Jahresnebenkostenabrechnung umgelegt werden.

Koppelgeschäfte erkennen

Da die Reinigungsintervalle mehrere Jahre betragen, ist der Markt für Anbieter begrenzt. Deshalb versuchen manche Heizöllieferanten, sogenannte Koppelgeschäfte anzubieten. Die Reinigung sollte jedoch als einmalige, in sich abgeschlossene Leistung verstanden und verlangt werden. Angebliche Kontrolluntersuchungen, Nachreinigungen oder gesetzlich geforderte Sanierungen sind in der Regel Verkaufsargumente ohne fachliche Notwendigkeit. Wer sich davon nicht unter Druck setzen lässt, vermeidet unnötige Kosten.

Anbieterwahl: Worauf Sie achten sollten

Bei der Auswahl eines Fachbetriebs helfen einige Kriterien. Sinnvoll ist ein Zeitpunkt, zu dem die Ölvorräte weitgehend verbraucht sind, da dann weniger Restöl zwischengelagert werden muss. Meiden sollten Sie Anbieter, die von einer gesetzlichen Reinigungspflicht sprechen oder aus einer Empfehlung eine angebliche Pflicht machen. Ebenfalls zur Skepsis Anlass geben wiederholte Versuche, Sie unter Verweis auf Ihre Sicherheit von der Reinigung fernzuhalten, oder Behauptungen über einen drohenden Ölschaden bei unterbleibender Sanierung, die in fast allen Fällen unzutreffend sind. Bei Unsicherheiten geben technische Prüfdienste, der TÜV und die Verbraucherzentralen Auskunft. Wer diese Punkte beachtet, findet einen seriösen Anbieter und vermeidet überteuerte oder unnötige Leistungen.

Prüfpflicht und Reinigung unterscheiden

Wichtig ist die klare Unterscheidung zwischen der gesetzlichen Prüfpflicht und der freiwilligen Reinigung. Bestimmte Öltankanlagen unterliegen je nach Größe und Standort einer wiederkehrenden Prüfpflicht durch einen Sachverständigen, etwa oberirdische Tanks ab einem bestimmten Volumen oder Tanks in Wasserschutzgebieten. Diese Prüfung dient der Sicherheit und dem Gewässerschutz und ist nicht mit der Reinigung gleichzusetzen. Manche Anbieter vermischen beide Themen bewusst, um zusätzliche Leistungen zu verkaufen. Wer weiß, dass die Reinigung keine gesetzliche Pflicht ist, kann selbstbewusster entscheiden, ob und wann sie tatsächlich nötig ist. Im Zweifel gibt der zuständige Sachverständige oder die Untere Wasserbehörde verlässlich Auskunft darüber, welche Prüfungen für die eigene Anlage vorgeschrieben sind.

Öltank und die Zukunft der Ölheizung

Bei einem anstehenden Heizungstausch lohnt sich ein Blick auf die langfristige Entwicklung. Reine Ölheizungen sind für den Neueinbau nur noch eingeschränkt attraktiv, da für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen mit Inkrafttreten des GModG ab 2029 die Bio-Treppe gilt und der steigende CO2-Preis Heizöl über die Jahre verteuert. Wer seinen Öltank reinigen lässt, um die vorhandene Anlage weiterzubetreiben, sollte daher zugleich prüfen, ob mittelfristig der Umstieg auf ein erneuerbares System wie eine Wärmepumpe oder eine Biomasseheizung sinnvoll ist. Ein solcher Wechsel wird über die Bundesförderung mit bis zu 70 Prozent (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) bezuschusst. Solange die Ölheizung jedoch in Betrieb bleibt, trägt ein sauberer, gut gewarteter Tank zu einem störungsfreien Betrieb bei und schützt vor Ablagerungen, die die Filter verstopfen können.