
Indem Sie an Ihrem Ölbrenner einen Ölzähler einbauen, erhalten Sie die Möglichkeit, den Verbrauch an Heizöl genau zu kontrollieren. Das ist sonst nur in den wenigsten Fällen möglich, denn in der Regel bezieht der Brenner das Öl automatisch aus dem externen Heizöltank. Dieser ist meist nicht einsehbar, lagert zum Beispiel unterirdisch und ist nur selten mit einer Anzeige der entnommenen Menge ausgestattet. Gerade für Vermieter ist es jedoch wichtig, den genauen Heizölverbrauch zu kennen. Denn sonst lässt sich keine korrekte Heizkostenabrechnung erstellen. Aber auch Eigentümer, die selbst nutzen, profitieren davon, ihren Verbrauch zu kennen, um Einsparpotenziale zu erkennen und künftige Brennstoffkosten besser zu kalkulieren.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Ölzähler wird zwischen Heizöltank und Brenner eingebaut und erfasst die durchgeflossene Menge Heizöl.
- Für die Heizkostenabrechnung im Mehrfamilienhaus muss der Zähler geeicht sein.
- Bekannte Hersteller sind Aquametro, Braun und Satronic. Gängige Modelle sind der Braun HZ 3, HZ 5 und HZ 6.
- Geeichte Markengeräte kosten etwa 150 bis 200 Euro, einfache Kontrollzähler ohne Eichung schon ab rund 30 bis 40 Euro.
Wie funktioniert ein Ölzähler?

Die Funktion des Ölzählers ist einfach zu beschreiben. Indem Sie das Gerät zwischen Heizöltank und Brenner einbauen, stellen Sie sicher, dass der gesamte Heizölverbrauch erfasst wird. Dazu misst der Zähler die Durchflussmenge und zeigt diese je nach Modell analog oder digital an. Am Ende des Abrechnungszeitraums ermitteln Sie die verbrauchte Menge, indem Sie den zuvor abgelesenen Zählerstand abziehen. Hochwertige Zähler bieten zusätzlich die Möglichkeit, die erfassten Daten digital zu exportieren und weiterzuverarbeiten. Wichtig: Für eine rechtssichere Heizkostenabrechnung muss der Ölzähler geeicht sein, sonst dürfen die Werte nicht zur Abrechnung herangezogen werden.
Einbau und Mindestdruck
Die Installation eines Ölzählers ist in wenigen Minuten erledigt und kann bei einfachen Geräten auch von handwerklich geübten Laien vorgenommen werden. Entscheidend ist, dass der vom Hersteller vorgegebene Mindestdruck bei der Ansaugung des Heizöls eingehalten wird. Ist dieser zu gering, kann es trotz Eichung zu ungenauen Messergebnissen kommen. In Ein- und Zweistrangsystemen ist außerdem auf die richtige Einbaurichtung zu achten. Im Zweifel sollten Sie sich vor dem Einbau von einer Fachkraft des Heizungshandwerks beraten lassen, damit der Zähler zuverlässig und normgerecht arbeitet.
Bekannte Hersteller und Modelle
Bekannte Hersteller für Ölzähler sind unter anderem Aquametro, Braun und Satronic. Ihre Geräte zeichnen sich durch eine gute Verarbeitungsqualität aus und sind in der Regel als geeichte Ausführung erhältlich. Modelle wie der Braun HZ 5 oder der Braun HZ 3 eignen sich für nahezu alle gängigen Ölbrenner. Die folgende Übersicht zeigt zwei verbreitete Varianten:
Braun HZ 5![]() |
Braun HZ 6![]() |
| Kompatibel mit allen gängigen Heizungsanlagen | |
Preisspannen für Ölzähler
Wie üblich hängt der Preis von Art und Ausstattung des Geräts ab. Geeichte Zähler renommierter Hersteller sind teurer als No-Name-Geräte, bieten dafür aber eine hohe Kompatibilität, geprüfte Messgenauigkeit und eine lange Lebensdauer.
- Für einen geeichten Zähler wie den HZ 5 sollten Sie mit etwa 150 bis 200 Euro rechnen.
- Einfache Geräte, die nur der Kontrolle und nicht der Abrechnung dienen, sind bereits ab etwa 30 bis 40 Euro erhältlich.
Für die reine Verbrauchskontrolle im selbst genutzten Haus genügt ein günstiges Gerät. Wer den Verbrauch abrechnen möchte, sollte dagegen zu einem geeichten Markenzähler greifen.
Analoge und digitale Ölzähler
Ölzähler gibt es in zwei grundlegenden Ausführungen. Analoge Zähler arbeiten mechanisch mit einem Zählwerk, das die durchgeflossene Menge über ein Räderwerk anzeigt. Sie sind robust, günstig und ohne Stromversorgung betriebsbereit, müssen aber von Hand abgelesen werden. Digitale Ölzähler erfassen den Durchfluss elektronisch und zeigen den Verbrauch auf einem Display an. Viele Modelle speichern Zwischenstände, lassen sich zurücksetzen und geben die Daten teils zur Weiterverarbeitung aus. Für die reine Kontrolle im Eigenheim genügt ein analoges Gerät, während sich digitale Zähler vor allem dann lohnen, wenn Verbrauchsdaten regelmäßig dokumentiert oder ausgewertet werden sollen.
Verbrauch ablesen und berechnen
Die Ermittlung des Verbrauchs ist einfach: Sie notieren zu Beginn des Abrechnungszeitraums den Zählerstand und lesen ihn am Ende erneut ab. Die Differenz ergibt die verbrauchte Menge Heizöl in Litern. Ein Beispiel: Steht der Zähler zu Jahresbeginn bei 12.400 Litern und ein Jahr später bei 15.100 Litern, wurden im Zeitraum 2.700 Liter verbraucht. Multipliziert mit dem Einkaufspreis je Liter ergibt sich daraus der Brennstoffkostenanteil. Wer mehrere Wohneinheiten versorgt, kann so den Verbrauch pro Partei anteilig zuordnen, sofern ein geeichter Zähler verwendet wird. Wichtig ist, die Ablesung immer zum gleichen Stichtag vorzunehmen, damit die Werte über die Jahre vergleichbar bleiben.
Lohnt sich der Ölzähler heute noch?
Auch wenn die Ölheizung als fossiles Heizsystem langfristig an Bedeutung verliert, bleibt die Verbrauchskontrolle sinnvoll. Mit dem steigenden CO2-Preis auf fossile Brennstoffe wird jede eingesparte Kilowattstunde teurer, sodass sich ein genauer Blick auf den tatsächlichen Verbrauch lohnt. Im Mehrfamilienhaus schreibt die Heizkostenverordnung eine verbrauchsabhängige Abrechnung vor, für die ein geeichter Zähler die Grundlage liefert. Und wer perspektivisch über einen Heizungstausch nachdenkt, kann anhand der erfassten Verbrauchsdaten den künftigen Wärmebedarf realistisch einschätzen. Der Ölzähler ist damit ein einfaches, aber nützliches Zubehör, dessen Anschaffung sich in vielen Fällen bezahlt macht.


