Bei der Heizöllagerung lassen sich grundsätzlich zwei Materialien unterscheiden: Der Heizöltank kann aus Kunststoff oder aus Stahl beziehungsweise Edelstahl bestehen. Die Kunststoffvariante wird häufig auch als Batterietank bezeichnet, weil sie sich aus mehreren Modulen zusammensetzen lässt. Dieser Ratgeber erklärt, was ein Heizöltank aus Kunststoff kostet, wann er sinnvoll ist und worauf Sie bei Auswahl und Wartung achten sollten.

Heizöltank aus Kunststoff in einer grafischen Darstellung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Heizöltank aus Kunststoff erfüllt dieselben Sicherheitsanforderungen wie ein Stahltank, ist aber leichter, kompakter und in der Regel günstiger.
  • Kunststofftanks lassen sich als Einzelmodule durch schmale Türen tragen und flexibel an ungünstig geschnittene Heizungsräume anpassen.
  • Ein 1.500-Liter-Kunststofftank kostet rund 700 Euro, ein gleich großer Stahltank etwa 1.800 Euro. Für Erd- und Außentanks ist Stahl dennoch oft die robustere Wahl.

Kunststoff- und Stahltank im Vergleich

Grundsätzlich erfüllt ein Kunststofftank denselben Zweck und dieselben Sicherheitsanforderungen wie ein Stahltank. Hersteller müssen strenge Standards einhalten, die den Schutz des Eigentümers gewährleisten und das Einsickern von Heizöl ins Erdreich zuverlässig verhindern. Auch die Funktion des Heizungssystems stellen beide Tankarten gleichermaßen sicher. Kunststofftanks bestehen aus Polyethylen (PE), Polyamid (PA) oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GfK) und sind, wie Stahltanks, meist doppelwandig ausgeführt.

Wann ein Kunststofftank sinnvoll ist

Heizöltanks aus Kunststoff kommen vor allem bei individuellen Platzverhältnissen zum Einsatz. Passt ein Stahltank nicht durch die Kellertür oder ist der Heizungsraum zu kurz, wäre eine Sonderanfertigung aus Stahl teuer, denn diese gibt es nur in genormten Größen. Kunststofftanks sind dagegen kompakter und in kleineren Einheiten erhältlich, sodass sie problemlos durch jede Tür passen. Um das gewünschte Fassungsvolumen zu erreichen, werden mehrere Einzeltanks miteinander verbunden. Das ermöglicht die Anpassung an ungewöhnlich geschnittene Räume.

Ein weiterer Vorteil ist der Preis: Kunststofftanks sind günstiger als gleich große Stahlbehälter. So kostet ein 1.500-Liter-Kunststofftank rund 700 Euro, während ein vergleichbarer Stahltank bei etwa 1.800 Euro liegt. Für die Aufstellung im Erdreich oder im Freien eignet sich dagegen häufig ein robuster Heizöltank aus Stahl besser, weil er widerstandsfähiger gegen mechanische Belastung ist.

Die passende Bauform finden

Haben Sie sich für Kunststoff entschieden, sollten Sie die Bauform wählen. Drei Varianten stehen zur Verfügung:

  • Standortgefertigter Tank: speziell für die Platzverhältnisse vor Ort produziert. Das nutzt den Raum optimal aus, ist als Sonderanfertigung aber die teuerste Bauweise.
  • Batterietank: aus mehreren Modulen zusammengesetzt, die sich einzeln in den Keller transportieren lassen. Schmale Türen sind kein Problem.
  • Erdtank: spart viel Platz im Gebäude, verursacht aber höhere Investitionskosten und muss regelmäßig geprüft werden.

Diese Kriterien sind beim Kauf wichtig

Besonders relevant ist die Kapazität. Sie sollten so viel Heizöl lagern können, dass Sie nicht zu häufig nachbestellen müssen. Die ideale Größe hängt vom Bedarf ab: In einem gut gedämmten Haus benötigen Sie weniger Heizöl als in einer ungedämmten Immobilie. Auch der verfügbare Platz spielt eine Rolle. Fachleute raten, im Zweifel zum größeren Modell zu greifen, weil das den Bestellaufwand senkt und es ermöglicht, bei günstigen Preisen größere Mengen Heizöl zu kaufen. Für ein ungedämmtes Haus mit rund 100 Quadratmetern sollten Sie für Ihre Ölheizung einen Tank mit mindestens 2.500 Litern einplanen.

Wartungspflichten

Rechtlich behandelt der Gesetzgeber einen Kunststofftank wie einen Stahltank. In vielen Fällen gibt es keine feste Prüfpflicht. Eine wiederkehrende Überprüfung, in der Regel alle fünf Jahre, ist jedoch erforderlich, wenn eines der folgenden Kriterien zutrifft:

  • Der Tank steht in einem Überschwemmungsgebiet.
  • Das Fassungsvermögen liegt über 10.000 Litern.
  • Es handelt sich um einen Erdtank, hier spielt die Größe keine Rolle.

Die genauen Schwellen können je nach Bundesland abweichen, weshalb sich vor dem Kauf ein Blick in die Landesvorschriften lohnt.

Sicherheitsausstattung und Aufstellung

Damit ein Heizöltank aus Kunststoff sicher betrieben werden kann, gehören mehrere Sicherheitseinrichtungen dazu. Ein Grenzwertgeber verhindert beim Befüllen ein Überlaufen, indem er den Tankwagen rechtzeitig stoppt. Eine Leckanzeige oder die doppelwandige Bauweise sorgt dafür, dass austretendes Öl frühzeitig erkannt wird und nicht in die Umwelt gelangt. Bei einwandigen Tanks ist zusätzlich eine Auffangwanne vorgeschrieben, die im Schadensfall das gesamte Volumen zurückhält. Der Aufstellraum sollte trocken, frostfrei und ausreichend belüftet sein, und die Batterietank-Module müssen fest miteinander verbunden und standsicher aufgestellt werden.

Kunststoff- oder Stahltank im Überblick

Kriterium

Kunststofftank

Stahltank

Gewicht leicht, gut zu transportieren schwer
Preis günstiger höher
Formen und Größen flexibel, modular kombinierbar genormte Größen
Eignung im Erdreich und im Freien eingeschränkt gut geeignet, robust

Wann sich der Umstieg lohnt

Steht ohnehin ein Tankwechsel an, etwa weil der alte Behälter beschädigt ist oder der Raum umgestaltet wird, ist ein Kunststofftank oft die praktischere und günstigere Wahl. Bevor Sie jedoch erneut in die Öllagerung investieren, lohnt der Blick auf die längerfristige Perspektive: Angesichts steigender CO2-Preise auf fossile Brennstoffe und der Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes prüfen viele Eigentümer, ob sich mittelfristig ein Wechsel auf ein erneuerbares Heizsystem rechnet. Ein neuer Tank ist eine langlebige Anschaffung, die diese Entwicklung in die Überlegung einbeziehen sollte.

Lebensdauer und Pflege

Bei sachgemäßer Nutzung erreicht ein Heizöltank aus Kunststoff eine lange Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten. Voraussetzung ist ein trockener, frostfreier Aufstellort ohne dauerhafte Sonneneinstrahlung, denn UV-Licht kann das Material auf lange Sicht beanspruchen. Kontrollieren Sie den Tank regelmäßig auf Verformungen, Risse oder Undichtigkeiten und prüfen Sie die Sicherheitseinrichtungen. Fällt bei einer Sichtprüfung etwas auf, sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen. So bleibt die Öllagerung über viele Jahre sicher und zuverlässig.