Heizöltank im Heizungsraum

Wer mit Öl heizt, braucht einen sicheren Ort für den Brennstoff, und der ist an strenge Regeln gebunden. Der Heizöltank lagert das Heizöl direkt im Haus oder auf dem Grundstück und unterliegt dabei klaren Vorschriften zum Schutz von Boden und Grundwasser. Dieser Ratgeber erklärt die Arten, Größen, Kosten, Vorschriften und die Entsorgung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Heizöltank lagert das Heizöl für die Ölheizung und ist in verschiedenen Bauarten erhältlich.
  • Gängig sind Kunststoff-Batterietanks im Keller, Stahltanks sowie unterirdische Erdtanks.
  • Für Aufstellung, Auffangvorrichtungen und Prüfungen gelten strenge gesetzliche Vorschriften.
  • Die Größe richtet sich nach der Wohnfläche und dem Verbrauch, üblich sind rund 1.000 bis über 4.000 Liter.

Was ist ein Heizöltank und welche Arten gibt es?

Ein Heizöltank ist der Behälter, in dem das Heizöl für die Ölheizung bevorratet wird. Da Heizöl regelmäßig vom Lieferanten angeliefert und eingelagert wird, ist der Tank ein zentraler Bestandteil jeder Ölheizung. Es gibt verschiedene Bauarten. Sehr verbreitet ist der Batterietank, der aus mehreren miteinander verbundenen Kunststoffbehältern besteht und meist im Keller aufgestellt wird. Daneben gibt es Stahltanks, die ebenfalls im Innenraum stehen, sowie unterirdische Erdtanks, die im Garten vergraben werden und oberirdisch keinen Platz beanspruchen. Die Wahl der Bauart hängt von den Platzverhältnissen, den baulichen Gegebenheiten und den persönlichen Vorlieben ab. Alle Tankarten müssen die gesetzlichen Anforderungen an die sichere Lagerung wassergefährdender Stoffe erfüllen.

Infografik zum Aufbau eines Heizöl-Erdtanks

Größen und Kosten

Die passende Größe des Heizöltanks richtet sich nach der Wohnfläche und dem jährlichen Verbrauch. Ein zu kleiner Tank erfordert häufigere Lieferungen, ein zu großer bindet unnötig Kapital und Platz. Die folgende Übersicht zeigt typische Größen und Preise ohne Montage.

Wohnfläche Tankgröße Preis ca. ohne Montage
unter 130 m² 1.000 bis 2.500 Liter 800 bis 2.300 Euro
130 bis 150 m² 2.500 bis 4.000 Liter 2.300 bis 2.500 Euro
über 150 m² ab 4.000 Liter ab 2.500 Euro

Hinzu kommen die Kosten für die Montage sowie die laufenden Ausgaben für das Heizöl, die von den aktuellen Heizölpreisen abhängen. Einen Überblick über Anbieter bietet die Seite zu den Heizöllieferanten.

Vorschriften für den Heizöltank

Da Heizöl zu den wassergefährdenden Stoffen zählt, gelten für den Heizöltank strenge gesetzliche Vorschriften. Grundlage ist die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Sie schreibt unter anderem vor, dass Tanks über eine Auffangvorrichtung verfügen müssen, die im Fall einer Leckage austretendes Öl zurückhält. Bei einem Batterietank aus Kunststoff übernimmt häufig eine doppelwandige Bauweise oder eine Auffangwanne diese Funktion. Der Aufstellort, meist ein eigener Heizungsraum, muss bestimmte Anforderungen erfüllen. Für unterirdische Erdtanks und größere Anlagen gelten zudem regelmäßige Prüfpflichten durch einen Sachverständigen. Ein Fachbetrieb kennt die geltenden Vorschriften und sorgt für eine gesetzeskonforme Installation und einen sicheren Betrieb.

Wartung, Befüllung und Betrieb

Für einen sicheren Betrieb sollte der Heizöltank regelmäßig kontrolliert werden. Dabei werden der Tank auf Dichtheit, die Auffangvorrichtung und die Anschlüsse geprüft. Die Befüllung erfolgt durch den Lieferanten, wobei eine Überfüllsicherung dafür sorgt, dass der Tank nicht überläuft. Verwendet wird heute in der Regel schwefelarmes Heizöl, das weniger Schwefeloxide freisetzt und die Anlage schont. Eine regelmäßige Wartung der Ölheizung hält nicht nur den Kessel, sondern das gesamte System einschließlich Tank in einem sicheren und effizienten Zustand. Wer den Tank pflegt und die Prüfintervalle einhält, beugt Störungen und Umweltschäden vor und sorgt für einen zuverlässigen Betrieb der Ölheizung über viele Jahre.

Entsorgung des Heizöltanks

Wird die Ölheizung stillgelegt, etwa beim Umstieg auf ein anderes Heizsystem, muss der Heizöltank fachgerecht entsorgt werden. Da Heizöl ein wassergefährdender Stoff ist, darf dies nicht eigenmächtig geschehen, sondern muss von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Der Ablauf umfasst die Entnahme des Restöls, die Reinigung des Tanks, die Demontage und die fachgerechte Entsorgung der Materialien. Ein Kellertank lässt sich in der Regel zerlegen und abtransportieren, während ein Erdtank freigelegt oder fachgerecht stillgelegt werden muss. Über die ordnungsgemäße Entsorgung erhalten Sie eine Dokumentation, die im Zweifelsfall als Nachweis dient. Wer von Öl auf ein modernes System umsteigt, sollte die Entsorgung des Tanks frühzeitig einplanen und mit dem Fachbetrieb abstimmen, der die neue Heizung installiert.

Heizöltank und die Zukunft der Ölheizung

Wer heute über einen neuen oder größeren Heizöltank nachdenkt, sollte auch die langfristige Entwicklung im Blick behalten. Heizöl ist ein fossiler Energieträger, dessen Preis stark schwankt und durch die CO2-Abgabe in den kommenden Jahren weiter steigt. Zudem werden reine Ölheizungen nicht mehr über die Bundesförderung bezuschusst. Als Alternative zur Ölheizung kommt neben einer Erdgasheizung vor allem eine Wärmepumpe infrage, die kostenlose Umweltwärme nutzt und gefördert wird. Wer seine Ölheizung dennoch weiterbetreibt, ist mit einem gut gewarteten, vorschriftsgemäßen Heizöltank auf der sicheren Seite. Bei einer anstehenden Modernisierung lohnt sich jedoch die Prüfung, ob der Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem die wirtschaftlichere und zukunftssichere Entscheidung ist. Für die Größe hilft eine einfache Rechnung: Ein Liter Heizöl liefert rund 10 Kilowattstunden. Ein Haus mit 19.000 Kilowattstunden Bedarf verbraucht also etwa 1.900 Liter im Jahr, weshalb ein 3.000-Liter-Tank meist eine Lieferung jährlich bedeutet und Spielraum für saisonal günstige Einkäufe lässt.

Batterietank, Stahltank oder Erdtank?

Die verschiedenen Bauarten des Heizöltanks haben jeweils eigene Vor- und Nachteile. Der Batterietank aus Kunststoff ist die häufigste Variante für den Keller. Er besteht aus mehreren miteinander verbundenen Einzelbehältern, ist vergleichsweise leicht, lässt sich gut an die Raumverhältnisse anpassen und bietet durch die doppelwandige Bauweise oder eine Auffangwanne einen guten Schutz. Ein Stahltank ist robuster und für größere Volumina geeignet, benötigt aber mehr Platz und ist schwerer. Der Erdtank wird unterirdisch im Garten verbaut und beansprucht oberirdisch keinen Platz, ist in der Installation jedoch aufwendiger und unterliegt strengeren Prüfpflichten. Welche Bauart die richtige ist, hängt von den Platzverhältnissen, dem benötigten Volumen und den baulichen Gegebenheiten ab. Rechtlich maßgeblich ist die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen: Oberirdische Tanks über 1.000 Liter brauchen in der Regel eine Auffangwanne oder eine doppelwandige Ausführung mit Leckanzeige, in Wasserschutzgebieten gelten strengere Anforderungen.

Insgesamt ist der Heizöltank ein zentraler Bestandteil jeder Ölheizung, der bei richtiger Größe, vorschriftsgemäßer Installation und regelmäßiger Prüfung einen sicheren und zuverlässigen Betrieb ermöglicht. Wer die geltenden Regeln beachtet, ist auf der sicheren Seite.

Bei einer anstehenden Modernisierung lohnt sich zudem stets der Blick auf Alternativen mit erneuerbaren Energien, die langfristig unabhängiger von den Preisen fossiler Brennstoffe machen und über die Bundesförderung bezuschusst werden. Hinzu kommen wiederkehrende Prüfpflichten: Tanks ab bestimmten Größen und solche in Schutzgebieten muss ein Sachverständiger regelmäßig prüfen, meist alle fünf Jahre. Die genauen Schwellen und Intervalle regeln die Länder unterschiedlich.

Wer die verschiedenen Bauarten, Größen und Vorschriften kennt, kann eine fundierte Entscheidung treffen und den Heizöltank sicher, wirtschaftlich und gesetzeskonform betreiben, solange die Ölheizung im Einsatz bleibt.

Häufige Fragen zum Heizöltank

Wie groß sollte der Tank sein?

Als Faustregel gilt der anderthalbfache Jahresverbrauch, damit Sie günstige Preisphasen nutzen können. Ein Haus mit 1.900 Litern Jahresbedarf ist mit 3.000 Litern gut bedient. Ab 5.000 Litern gelten strengere Anforderungen, unter anderem ein eigener Aufstellraum mit Auffangwanne.

Welche Prüfpflichten gibt es?

Oberirdische Tanks ab 1.000 Litern in Wasserschutzgebieten und ab 10.000 Litern generell unterliegen der Prüfpflicht durch einen Sachverständigen, unterirdische Tanks grundsätzlich alle fünf Jahre. Maßgeblich ist die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Bei einem Ölaustritt haftet der Betreiber.

Wie lange hält ein Heizöltank?

Kunststofftanks erreichen etwa 30 bis 40 Jahre, Stahltanks bei guter Pflege noch länger. Kritisch sind Alterungsrisse an Kunststofftanks und Korrosion an Stahltanks, weshalb die Sichtprüfung bei jeder Wartung dazugehört. Ein Tank ohne Auffangwanne sollte unabhängig vom Zustand ersetzt werden.

Was kostet die Entsorgung?

Für Restölentnahme, Reinigung, Demontage und Entsorgung sind rund 1.000 bis 2.500 Euro anzusetzen. Der Betrag steigt, wenn der Tank zerlegt werden muss oder schwer zugänglich ist. Wer auf eine Wärmepumpe umstellt, sollte die Entsorgung von Anfang an einplanen, denn sie zählt zu den förderfähigen Umfeldmaßnahmen.

Kann ich Bioheizöl im vorhandenen Tank lagern?

Das hängt von der Freigabe ab. Viele Tanks und Brenner sind für Beimischungen bis 10 Prozent zugelassen, höhere Anteile verlangen die Freigabe des Herstellers. Relevant wird das ab 2029, wenn neu eingebaute Ölheizungen einen wachsenden Anteil erneuerbarer Brennstoffe nutzen müssen.