
Damit ein Ölbrenner dauerhaft störungsfrei arbeitet, muss das Heizöl sauber sein. Mit der Zeit bilden sich durch Alterung und Oxidation jedoch Paraffinausfällungen, Sedimente und Rostteilchen, die die Ölpumpe oder die Brennerdüse verstopfen können. Der Heizölfilter hält diese Partikel zurück. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Arten, Reinigung und Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Heizölfilter sitzt zwischen Öltank und Brenner und filtert Schmutzpartikel aus dem Heizöl, damit Pumpe und Düse nicht verstopfen.
- Der Filtereinsatz muss regelmäßig gereinigt oder gewechselt werden, am besten vor jeder Heizperiode. Ob Reinigung oder Austausch nötig ist, hängt vom Einsatztyp ab.
- Heizölfilter sind günstig: Einfache Modelle kosten unter 20 Euro, aufwendigere bis rund 100 Euro. Entscheidend ist die passende Filterart für das Rohrsystem.
Wie der Heizölfilter funktioniert
Der Filter sitzt zwischen der Ölleitung und dem Ölbrenner und reinigt das Heizöl, bevor es zur Düse gelangt. Damit er zuverlässig alle Schmutzpartikel entfernt, muss die Filterfeinheit passend gewählt werden: Sie sollte unter dem kleinsten Öldüsenquerschnitt liegen. Für grobe Verschmutzungen kommen durchlässigere Einsätze zum Einsatz, für feine Partikel entsprechend feinere. Da der Einsatz mit der Zeit verstopft, muss er regelmäßig gereinigt oder gewechselt werden, idealerweise vor jeder Heizperiode. Ob eine Reinigung genügt oder ein Austausch nötig ist, hängt vom Einsatztyp ab: Ein Nickelsiebgewebeeinsatz lässt sich vergleichsweise einfach mit Kaltreiniger oder Heizöl säubern, während ein Feinstfiltereinsatz aus Papier in jedem Fall ausgetauscht werden muss.

Welche Filterarten gibt es?
Der Filter muss zum Rohrsystem zwischen Ölbrenner und Öllagerbehälter sowie zum Durchlaufvolumen passen. Unterschieden werden folgende Arten:
- Einstrangfilter
- Einstrangfilter mit Entlüfter und Vakuummeter
- Zweistrangfilter
- Filter mit Ölrückführung und automatischem Entlüfter
- Filter mit Ölrückführung und Handentlüfter
Gerade bei einem Heizölfilter für Einstrangleitungen ist zu beachten, dass durch den Luft- und Gasanteil im Heizöl ein blockierendes Luftpolster in der Filtereinheit entstehen kann. Um das zu verhindern, muss der Filter entlüftet werden. Verfügt er über einen automatischen Entlüfter, hält sich der Aufwand dafür gering. Zu den bekannten und beliebten Herstellern in diesem Bereich zählt Oventrop, dessen Modelle für Effizienz und einfache Bedienung stehen.
Kosten
In der Anschaffung ist ein Ölfilter für die Heizungsanlage überraschend günstig: Einfache Modelle sind bereits für weniger als 20 Euro zu haben, aufwendigere Technik kostet bis zu rund 100 Euro. Auch Verschraubungen, Ersatzeinsätze und Zubehör schlagen meist nur mit wenigen Euro zu Buche. Für hochwertige Filtereinsätze oder komplette Sets ist etwas mehr einzuplanen. Insgesamt bleiben die Kosten für Anschaffung und Austausch sehr überschaubar, sodass auch ein jährlicher Wechsel der Filtereinheit problemlos erschwinglich und für einen störungsfreien Betrieb meist unverzichtbar ist.
Einstrang- oder Zweistrangsystem?
Welcher Filter passt, hängt vor allem von der Anordnung von Tank und Brenner ab. Beim Einstrangsystem führt nur eine Leitung vom Tank zum Brenner, und es wird genau so viel Öl gefördert, wie verbrannt wird. Das System ist einfach, neigt aber dazu, Luft mitzuführen, weshalb ein Entlüfter sinnvoll ist. Beim Zweistrangsystem läuft überschüssiges Öl über eine zweite Leitung zurück in den Tank. Das ist besonders dann nötig, wenn der Tank tiefer liegt als der Brenner und das Öl angesaugt werden muss. Moderne Anlagen setzen häufig auf Einstrangsysteme mit Rückführung und automatischer Entlüftung, die die Vorteile beider Ansätze verbinden. Bei der Auswahl des Filters muss die Bauart zum vorhandenen Leitungssystem passen, damit der Ölfluss zuverlässig und blasenfrei bleibt.
Warum die regelmäßige Pflege wichtig ist
Ein verstopfter oder vernachlässigter Heizölfilter ist eine der häufigsten Ursachen für Störungen an einer Ölheizung. Setzt sich der Einsatz zu, gelangt zu wenig Öl zum Brenner, die Flamme wird unregelmäßig, und im schlimmsten Fall fällt die Heizung ganz aus, oft ausgerechnet an kalten Tagen mit hohem Wärmebedarf. Ein sauberer Filter schützt zudem die empfindliche Brennerdüse und die Ölpumpe vor Partikeln, deren Austausch deutlich teurer wäre als ein neuer Filtereinsatz. Deshalb gehört die Kontrolle und der Wechsel des Filters zu jeder Wartung der Ölheizung. Wer die Heizung ohnehin jährlich warten lässt, hat den Filterwechsel damit meist automatisch abgedeckt. Der geringe Aufwand und die niedrigen Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen, denn ein gepflegter Filter sichert den zuverlässigen Betrieb der gesamten Anlage.
Worauf beim Kauf zu achten ist
In erster Linie kommt es auf die Eignung der Filterart für das Rohrsystem und die Durchlaufmenge an. Bei kleinen Anlagen genügt meist ein Einstrangfilter. Liegt der Tank baubedingt tiefer als der Ölbrenner, empfiehlt sich ein Zweistrangfilter. Ebenso wichtig ist die richtige Filterfeinheit des Einsatzes, damit der Filter weder zu grob noch unnötig oft verstopft. Da die Auswahl von der konkreten Anlage abhängt, ist es sinnvoll, sich vor Kauf und Einbau von einem Fachbetrieb beraten zu lassen. So lassen sich unnötige Wechsel und Betriebsprobleme von vornherein vermeiden. Damit ein regelmäßiger Wechsel gesichert ist, kann sich auch ein Wartungsvertrag lohnen, in dessen Rahmen ein Heizungsinstallateur den Filter kontrolliert. Ein sauberer, passender Heizölfilter ist ein kleines Bauteil mit großer Wirkung, denn er schützt die teureren Komponenten der Ölheizung zuverlässig vor Verschleiß und Ausfall und sichert so den störungsfreien Betrieb über die gesamte Heizperiode.
