Eine neue Heizung ist eine größere Investition und eine Entscheidung für viele Jahre. Umso wichtiger ist es, das passende Heizungssystem für das eigene Gebäude zu finden und die Kosten realistisch einzuschätzen. Hinzu kommt der veränderte rechtliche Rahmen: 2026 wird das Heizungsrecht durch das Gebäudemodernisierungsgesetz reformiert. Dieser Überblick zeigt, welche Systeme für eine neue Heizung infrage kommen, was sie kosten und wie Sie sie fördern lassen können.

Neue Heizung im Heizungskeller

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Für eine neue Heizung stehen mehrere Systeme zur Wahl: Gas- und Ölbrennwert, Wärmepumpe, Pelletheizung, Brennstoffzelle und Solarthermie als Ergänzung. Welches passt, hängt von Gebäude, Wärmebedarf und Anschlüssen ab.
  • Die Kosten reichen grob von rund 6.000 Euro für eine Gasheizung bis zu 15.000 bis 25.000 Euro für eine Wärmepumpe oder Pelletheizung inklusive Einbau.
  • Der Umstieg auf eine erneuerbare Heizung wird über die BEG mit 30 bis 70 Prozent (in der untersten Einkommensstufe bis zu 80 Prozent) gefördert. Die Konditionen wurden zum 21. Juli 2026 angepasst, die Förderung ist bis mindestens 2029 gesichert.

Kosten für die neue Heizung im Überblick

Die folgende Tabelle zeigt grobe Richtwerte für ein Einfamilienhaus. Die tatsächlichen Kosten hängen von Gebäude, Leistung und örtlicher Situation ab. Bei fossilen Systemen ist zu beachten, dass der CO2-Preis die Brennstoffkosten über die Jahre steigen lässt.

Neue Heizung Anschaffung inkl. Einbau (Euro) Wartung pro Jahr (Euro) Modellbeispiel
Gasheizung 6.000 bis 9.000 100 bis 200 Brötje WGB EvoGaskessel Modellbeispiel
Ölheizung 8.000 bis 12.000 150 bis 300 Viessmann Vitoladens 300-CÖlbrennwert Modellbeispiel
Pelletheizung 20.000 bis 30.000 50 bis 350 ÖkoFEN Pellematic CondensPelletkessel Modellbeispiel
Wärmepumpe 15.000 bis 25.000 rund 80 Buderus Logatherm WPSWärmepumpe Modellbeispiel
Brennstoffzelle 25.000 bis 35.000 500 bis 700 je nach Hersteller
Solarthermie 5.000 bis 11.000 (ergänzend) 30 bis 80 Viessmann VitosolSolarthermie Modellbeispiel

Bildquellen: Bosch, Buderus, Viessmann, ÖkoFEN, Brötje

Heizungssysteme im Vergleich

Welche neue Heizung sich eignet, hängt neben den Kosten vor allem von den baulichen Voraussetzungen ab. Der folgende Überblick zeigt die Eigenschaften der wichtigsten Systeme.

Wärmepumpe

Wärmepumpen nutzen kostenlose Umweltwärme aus Luft, Wasser oder Erdreich. Eine wichtige Kennzahl ist die Jahresarbeitszahl: Eine JAZ von 4 bedeutet, dass aus einer Einheit Strom vier Einheiten Wärme entstehen. Besonders effizient arbeitet die Wärmepumpe mit niedrigen Vorlauftemperaturen, etwa in Kombination mit einer Fußbodenheizung. In gut gedämmten Gebäuden ist sie die wirtschaftlichste Lösung und wird hoch gefördert. Im unsanierten Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen sollte die Eignung vorab geprüft werden.

Pellet- und Holzheizungen

Holzheizungen verbrennen einen erneuerbaren Brennstoff. Pelletheizungen sind in verschiedenen Leistungsklassen erhältlich und lassen sich mit einer Förderschnecke nahezu so komfortabel betreiben wie Gas- oder Ölkessel, da die Pellets automatisch vom Lager in die Brennkammer gelangen. Weil Pelletkessel unter Volllast am effizientesten arbeiten, empfiehlt sich ein Pufferspeicher. Voraussetzung ist ausreichend Platz für Kessel und Lagerraum.

Brennstoffzelle und Solarthermie

Eine Brennstoffzellenheizung erzeugt Wärme und Strom zugleich und deckt vor allem den Grundbedarf, während ein Brennwertkessel die Spitzenlast übernimmt. Sie ist technisch anspruchsvoll und in der Anschaffung teuer. Die Solarthermie ist kein alleiniges Heizsystem, sondern unterstützt Warmwasserbereitung und Heizung. Wichtig zur Abgrenzung: Solarthermie erzeugt Wärme, Photovoltaik dagegen Strom. Optimal ist eine nach Süden ausgerichtete Dachfläche.

Brennwertkessel für Gas und Öl

Brennwertheizungen nutzen die im Abgas enthaltene Wärme, die bei alten Anlagen ungenutzt über den Schornstein entweicht. Über einen hocheffizienten Wärmetauscher wird diese Energie zurückgewonnen, sodass der Verbrauch gegenüber alten Kesseln deutlich sinkt. Seit 2015 werden nur noch Öl- und Gasbrennwertgeräte verkauft. Eine Ölheizung braucht Platz für den Heizöltank, eine Gasheizung einen Gasanschluss oder einen Flüssiggastank. Beide sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung, verursachen wegen des CO2-Preises aber steigende Betriebskosten. Als reines fossiles Gerät sind sie zudem nicht mehr förderfähig.

Rechtlicher Rahmen 2026

Das bisherige Gebäudeenergiegesetz wird 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz abgelöst, das Bundestag und Bundesrat im Juli 2026 beschlossen haben. Die starre Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen müssen, entfällt zugunsten eines technologieoffenen Ansatzes. Neue Gas- und Ölheizungen bleiben zulässig, müssen ab 2029 aber einen wachsenden Anteil von Brennstoffen nutzen, die der Gesetzgeber als klimaneutral einstuft. Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen und repariert werden. Ergänzend zeigt die kommunale Wärmeplanung, wo künftig ein Wärmenetz zur Verfügung steht: Große Städte legen sie bis zum 30. Juni 2026 vor, kleinere Kommunen bis spätestens 30. Juni 2028.

Wann sich der Austausch lohnt

Ob sich eine neue Heizung lohnt, hängt vom Alter und Zustand der bestehenden Anlage ab. Als grobe Orientierung gilt: Ist der Kessel älter als 20 Jahre, arbeitet er meist deutlich ineffizienter als ein modernes Gerät, sodass sich ein Austausch schon aus Verbrauchsgründen rechnet. Für sehr alte Konstanttemperaturkessel gibt es zudem gesetzliche Austauschpflichten, von denen selbst genutzte Ein- und Zweifamilienhäuser sowie bereits modernisierte Brennwert- und Niedertemperaturanlagen jedoch ausgenommen sind. Häufen sich Reparaturen, steigt der Verbrauch oder sind Ersatzteile schwer zu bekommen, spricht das ebenfalls für einen Wechsel.

Neben dem technischen Zustand sollten Sie die künftigen Betriebskosten einbeziehen. Der CO2-Preis verteuert fossile Brennstoffe über die Jahre spürbar, während der Betrieb einer effizienten Wärmepumpe mit günstigem Stromtarif und reduzierten Netzentgelten planbarer bleibt. Rechnet man Anschaffung, Förderung und laufende Kosten über die gesamte Nutzungsdauer zusammen, schneiden erneuerbare Systeme in vielen Gebäuden gut ab. Eine unabhängige Beratung hilft, die Systeme für Ihr Haus konkret durchzurechnen.

Mit Fördermitteln Geld sparen

Der Umstieg auf eine erneuerbare Heizung wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude unterstützt. Für Privatpersonen läuft die Heizungsförderung als Zuschuss der KfW (Programm 458). Wichtig: Die Förderkonditionen wurden zum 21. Juli 2026 angepasst, und der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Reine Gas-, Öl- oder Stromdirektheizungen sind nicht förderfähig.

Häufige Fragen zur neuen Heizung

Wie finde ich heraus, welche Heizung zu meinem Haus passt?

Entscheidend ist die Vorlauftemperatur, die Ihr Gebäude braucht. Testen lässt sich das an einem kalten Tag: Senken Sie die Heizkurve schrittweise ab und beobachten Sie, ob alle Räume noch warm werden. Kommen Sie auf 45 Grad oder weniger, arbeitet eine Wärmepumpe effizient. Bleiben Sie bei 65 Grad, braucht es erst größere Heizflächen.

Wie groß muss die neue Heizung sein?

Maßgeblich ist die Heizlast, nicht die Leistung des alten Kessels. Als Anhaltspunkt gelten 100 bis 150 Watt je Quadratmeter im unsanierten Altbau, 60 bis 80 im teilsanierten und 30 bis 50 im Neubau. Bei 140 Quadratmetern liegt die Spanne damit zwischen 4,2 und 21 Kilowatt, weshalb sich eine Berechnung nach Norm lohnt.

Wie lange sind die Lieferzeiten?

Sie haben sich normalisiert und liegen meist bei einigen Wochen. Der Engpass ist eher der Handwerkertermin, besonders im Herbst. Wer im Frühjahr plant, hat die freiere Auswahl und mehr Verhandlungsspielraum bei den Angeboten.

Was gehört in ein gutes Angebot?

Die berechnete Heizlast, das konkrete Gerät mit Typenbezeichnung, der hydraulische Abgleich nach Verfahren B, die Entsorgung der Altanlage und die Inbetriebnahme. Fehlt der Abgleich, fehlt auch die Fördervoraussetzung. Vergleichen Sie Angebote erst, wenn sie denselben Leistungsumfang abbilden.

Kann ich eine Heizung auch mieten?

Ja, beim Wärmecontracting stellt ein Anbieter die Anlage und Sie zahlen eine monatliche Rate. Über die Laufzeit ist das meist teurer als der Kauf, weil Finanzierung und Marge enthalten sind und die Förderung dem Anbieter zugutekommt. Interessant ist es vor allem, wenn Kapital fehlt oder die Verantwortung abgegeben werden soll.