Brennstoffzellenheizung: Kosten, Funktion & Wirtschaftlichkeit

Die Brennstoffzellenheizung gehört zu den großen Neuerungen der Heizungsbranche in den letzten Jahren. Sie nutzt die chemische Reaktion zwischen Sauerstoff aus der Luft und Wasserstoff aus Erdgas. Beim Aufeinandertreffen der beiden Elemente entstehen Wärme und Strom. Dieses Prinzip wird auch als Kraft Wärme Kopplung bezeichnet. Verbraucher setzen eine Brennstoffzelle sowohl als Strom- als auch als Wärmeerzeuger ein. Überschüssig produzierter Strom kann gegen eine Einspeisevergütung gewinnbringend an das öffentliche Stromnetzt abgegeben werden.

brennstoffzellenheizung für strom und wärme
Eine Brennstoffzellenheizung erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme. Verbraucher haben die Möglichkeit, die Brennstoffzelle je nach Bedarf strom- oder wärmegeführt einzustellen. Die Strom- und Wärmeerzeugung verursacht einem Emissionsausstoß, der um etwa die Hälfte niedriger liegt als bei anderen Erzeugern.

Kosten

Anschaffung inkl. Montage

30.000 – 35.000 Euro

Die Preise für die Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung zählen, verglichen mit anderen Heizungsarten, zu den teuersten am Markt. Bereits die Anschaffungskosten bertragen über 20.000 Euro. So kostet beispielsweise die Vitovalor 300 P von Viessmann etwa 23.000 Euro. Zum Vergleich: Eine Gasheizung kostet etwa 3.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Montage. Somit belaufen sich die Gesamtkosten auf 30.000 bis 35.000 Euro.

Bei Ihrer Kalkulation sollten Sie neben den zu erwartenden Verbrauchswerten von Wärme und Strom und eventuell möglichen Rückvergütungen auch weichere Faktoren berücksichtigen. Die Brennstoffzellenanlage bedarf kaum Wartung, ist langlebig und arbeitet nahezu geräuschfrei. Der Platzbedarf Ihres kleinen Privatkraftwerkes entspricht etwa dem eines herkömmlichen Öl-, Gas- oder Pelletkessels ohne Lagerraum zu benötigen. Als Abgassystem funktioniert jeder brennwerttaugliche Schornstein.

Wann sich eine Brennstoffzellenheizung lohnt

Derzeit besteht die größte Herausforderung von Brennstofzellen Heizungen darin, gleichzeitig den Strom und Wärmebedarf eines ganzen Haushalts zu decken. Gerade bei einem hohen Wärmebedarf stößt die Brennstofzelle an ihre Grenzen. In der Regel reicht sie lediglich aus, um 10 bis 20 Prozent des Heizwärmebedarfs eines durchschnittlichen Einfamilienhauses bereitzustellen.

Deshalb ist die Brennstoffzellenheizung für Wärmespitzenlasten, wie sie in besonders kalten Wintern erforderlich werden, zusätzlich mit einem Gas Brennwertkessel ausgestattet. Er erzeugt schnell viel Wärme, ohne die Stromerzeugung zu beeinträchtigen. Der Betriebsstrom des Brenners wird aus der Brennstoffzellenheizung selber gewonnen. Allerdings entstehen Kosten für den Gasverbrauch.

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Anders gestaltet sich die Situation in Niedrigenergiehäusern. Aufgrund der guten Dämmung kann die Brennstoffzellenheizung hier ausreichen, um den gesamten Wärmebedarf auch ohne Unterstützung zu decken. Gerade hier lohnt sich eine Brennstoffzelle. Mit ihr lässt sich die Strom- ebenso wie die Wärmeversorgung autark betreiben.

Als Heizung in Mehrfamilienhäusern und in herkömmlichen Einfamilienhäusern rechnet sich die Brennstoffzellentechnik nur bei einem entsprechend großen Strombedarf. Gerne übernehmen wir eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung für Ihre Immobilie.

Brennstoffzellenheizung: Finanzierung und Förderung

Durch ihre Kraft-Wärme-Kopplung teilt sich die Brennstoffzelle in Funktion und Förderung in zwei maßgebliche wirtschaftliche Faktoren auf. Für keine andere Heizungsart existiert ein umfangreicheres Förderungs- und Rückvergütungsangebot wie für die sogenannten Mini KWK Anlagen.

Die KfW Förderung für energieffizientes Bauen und Sanieren sieht aktuell einen Förderbetrag von 5.700 Euro für Brennstoffzellenheizungen vor. Zu diesem Grundbetrag kommt eine leistungsabhängige Förderung von 450 Euro je 100 Watt angefangene elektrische Leistung.

Neben Zuschüssen und vergünstigten Kreditangeboten durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Außenkontrolle (BAFA) bietet das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Förderprogramme für Gewerbe und Körperschaften an. Als regionale Körperschaft können beispielsweise Nachbarn einer Siedlung gelten, die sich mit ihren jeweiligen Einzelanlagen zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenschließen.

Fast alle Bundesländer legen ständig neue Förderprogramme auf. Sie können mit einer durchschnittlichen Förderhöhe von fünfzig Prozent auf Ihre Investitionssumme kalkulieren.

Contracting und Stromrückvergütung

Wenn Sie eine Brennstoffzellen Heizung kaufen möchten, sind auch die Energieversorger an Ihrer Stromproduktion und vor allem am Umfang der Einspeisung interessiert. Mehrere Versorger bieten sogenanntes Contracting in unterschiedlichen Formen an.

In manchen Modellen übernehmen sie die Investitionskosten und Sie als dann gebundener Kunde zahlen mit dem Energiepreis die Finanzierung ab. Erweiterte Modelle decken auch die Instandhaltungskosten ab, die ebenfalls über den Energiepreis und teilweise auch durch monatliche Grundbeiträge rückgeführt werden. Gegengerechnet werden Ihre Stromüberschüsse.

Fazit

Bei einer Brennstoffzellen Heizung handelt es sich um eine der fortschrittlichsten Technologien, die in Deutschland allerdings noch nicht weit verbreitet ist.

brennstoffzellen heizung

Das liegt an dem hohen Preis der Brennstoffzellen Heizung , der hohe Anfangsinvestitionen erfordert und an der steuertechnischen Komplexität. Wenn Sie auf Dauer niedrige laufende Heiz- und Stromkosten als Leitargument für Ihre Heizanlage bewerten, ist die Brennstoffzellen Heizung im Mehrfamilienhaus genauso wie im Einfamilienhaus eine zukunftsweisende Technologie. Bedingung ist die Verfügbarkeit eines Gasanschlusses, durch den der benötigte Wasserstoff geliefert wird. Da die Brennstoffzelle in Funktion und Präferenz eingestellt werden kann, können Sie die Energieabnahme individuell anpassen.

Eigener Strom mindert den Fremdbezug und erhöht so die Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzellenheizung.