
Im Feuerstättenbescheid werden alle gesetzlich vorgeschriebenen Arbeiten, die der Schornsteinfeger durchführt, schriftlich festgehalten. Es ist ein wichtiges Dokument, das Sie gut aufbewahren sollten. Dieser Beitrag erklärt Fristen, Kosten und die Aufbewahrung.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Feuerstättenbescheid ist ein rechtsverbindliches Dokument des Bezirksschornsteinfegers.
- Er listet die Feuerstätten, die nötigen Arbeiten und die zugehörigen Fristen auf.
- Feuerstätten werden in der Regel zweimal in sieben Jahren überprüft.
- Ein Feuerstättenbescheid kostet grob zwischen 15 und 57 Euro.
- Die Kosten sind umlagefähige Betriebskosten.
Das Wichtigste zum Feuerstättenbescheid
Wenn Sie eine Gasheizung, einen Ölofen oder eine Heizungsanlage für feste Brennstoffe besitzen, müssen Sie diese regelmäßig vom Schornsteinfeger überprüfen lassen. Beim Feuerstättenbescheid handelt es sich um ein rechtsverbindliches Dokument Ihres zuständigen Bezirksschornsteinfegers. Darin werden die Überprüfungen, Messungen und Reinigungsarbeiten an Heizungs- und Abgasanlagen festgehalten. Im Detail enthält das Dokument eine Liste der vorhandenen Feuerstätten, die notwendigen Arbeiten und die dazugehörigen Fristen.
Wie oft eine Feuerstätte überprüft werden muss
Innerhalb von sieben Jahren werden die Feuerstätten in der Regel zweimal überprüft, wobei zwischen den Überprüfungen mindestens drei Jahre liegen sollten. Bei der Überprüfung werden sämtliche Heizungs- und Abgasanlagen auf Brand- und Betriebssicherheit kontrolliert. Der Bezirksschornsteinfeger hält im Feuerstättenbescheid alle Arbeiten fest, die bis zu einer gesetzten Frist zu erledigen sind. So behalten Sie den Überblick über die anstehenden Termine und Pflichten.
Fristen und ihre Einhaltung
Ein Feuerstättenbescheid muss mitunter geändert werden, etwa bei baulichen Änderungen oder wenn sich die Überprüfungsintervalle ändern. Kommen Sie den gesetzten Fristen nicht rechtzeitig nach, muss der Schornsteinfeger dies den Behörden melden, woraufhin ein Zweitbescheid ausgestellt und eine erneute Überprüfung angeordnet wird. Wird auch dieser Frist nicht nachgekommen, werden die Arbeiten per Vollstreckungsverfahren durchgesetzt. Schon aus Sicherheits- und Haftungsgründen ist das nicht empfehlenswert. Halten Sie daher alle Termine ein, damit es zu keinen gefährlichen Situationen, etwa durch eine erhöhte Schadstoffkonzentration, kommt. Ein Widerspruch gegen den Bescheid hat übrigens keine aufschiebende Wirkung.
Was die Überprüfung kostet
Der Preis wird nach der Anzahl der Heizungsanlagen abgerechnet, wobei Bezirksschornsteinfeger die Einheit Arbeitswerte verwenden. Ein Arbeitswert entspricht dabei einer Minute Arbeitszeit. Je nach Aufwand können grob 10 bis 40 Arbeitswerte anfallen, die üblicherweise mit rund 1,20 Euro pro Arbeitswert abgerechnet werden, zuzüglich der Umsatzsteuer. So kostet ein Feuerstättenbescheid grob zwischen 15 und 57 Euro. Die Ausgaben für die Überprüfung der Feuerstätten gehören zu den Betriebskosten und sind damit umlagefähig, können also bei einer Mietwohnung auf den Mieter umgelegt werden.
Aufbewahrung des Feuerstättenbescheids
Der Feuerstättenbescheid ist ein wichtiges Dokument, das Sie stets gut aufbewahren sollten, da er alle wichtigen Informationen zu Ihren Feuerungsanlagen enthält. Möchten Sie den Schornsteinfegerbetrieb wechseln, was Sie frei dürfen, benötigen Sie dieses Dokument, um Ihrem neuen Schornsteinfeger alle Informationen über Ihre Heizungs- und Abgasanlagen zukommen zu lassen. Bewahren Sie den Bescheid daher zusammen mit den übrigen Unterlagen zu Ihrer Heizung an einem festen Platz auf.
Freie Wahl des Schornsteinfegers
Wichtig zu wissen ist, dass Sie den Schornsteinfegerbetrieb für die frei wählbaren Tätigkeiten, etwa Reinigung und Kehrarbeiten, selbst auswählen dürfen. Der Feuerstättenbescheid dagegen wird vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger ausgestellt, dem hoheitliche Aufgaben übertragen sind. Diese Trennung ermöglicht es Ihnen, die frei wählbaren Leistungen bei einem Betrieb Ihrer Wahl zu beauftragen und dabei gegebenenfalls Preise zu vergleichen. Halten Sie in jedem Fall die im Bescheid genannten Fristen ein, damit Ihre Anlage sicher und gesetzeskonform betrieben wird und Sie unnötige Kosten durch Zweitbescheide oder Vollstreckungsverfahren vermeiden.
Warum der Feuerstättenbescheid wichtig ist
Der Feuerstättenbescheid dient nicht nur der Dokumentation, sondern auch der Sicherheit. Die regelmäßige Überprüfung der Feuerstätten und Abgasanlagen stellt sicher, dass diese sicher funktionieren und keine Gefahr durch austretende Abgase oder eine erhöhte Schadstoffkonzentration entsteht. Insbesondere bei Gas-, Öl- und Festbrennstoffanlagen ist die einwandfreie Abgasführung entscheidend, da fehlerhafte Anlagen im schlimmsten Fall zu einer Kohlenmonoxidvergiftung führen können. Der Feuerstättenbescheid legt fest, welche Arbeiten in welchen Abständen durchzuführen sind, und schafft so Klarheit über die Pflichten des Eigentümers. Wer diese Termine ernst nimmt und einhält, sorgt für einen sicheren Betrieb seiner Heizung und vermeidet zugleich rechtliche und finanzielle Konsequenzen durch versäumte Fristen.
Bewahren Sie den Bescheid zusammen mit den Nachweisen über die durchgeführten Arbeiten auf. Diese Unterlagen sind nicht nur bei einem Wechsel des Schornsteinfegers hilfreich, sondern können auch beim Verkauf der Immobilie oder gegenüber der Versicherung von Bedeutung sein, da sie belegen, dass die Anlage ordnungsgemäß gewartet wurde.
Sollten Sie Fragen zum Inhalt des Feuerstättenbescheids oder zu den angeordneten Arbeiten haben, ist Ihr Bezirksschornsteinfeger der richtige Ansprechpartner. Er kann Ihnen erläutern, welche Arbeiten aus welchem Grund erforderlich sind und in welchen Abständen sie durchgeführt werden müssen. Nehmen Sie diese Beratung wahr, denn ein gutes Verständnis der eigenen Anlage hilft Ihnen, die Sicherheit und Effizienz Ihrer Heizung dauerhaft zu gewährleisten und anstehende Termine rechtzeitig einzuplanen.
Für Mieter ist zudem gut zu wissen, dass die Kosten für die regelmäßige Feuerstättenschau und die zugehörigen Arbeiten in der Regel über die Betriebskostenabrechnung umgelegt werden. Als Eigentümer sollten Sie die Belege über die durchgeführten Arbeiten daher sorgfältig aufbewahren, um die Umlage nachvollziehbar zu machen. Ein geordneter Umgang mit dem Feuerstättenbescheid und den zugehörigen Nachweisen erleichtert nicht nur die eigene Organisation, sondern auch die Kommunikation mit Mietern, Versicherungen und dem Schornsteinfeger.
