Die Wärmestrahlung ist eine Form der Wärmeübertragung, so wie auch die Wärmeleitung und die Wärmeströmung. Übertragen wird die Wärme über elektromagnetische Wellen, genauer über Infrarotstrahlung. Dieser Beitrag erklärt die Wärmestrahlung einfach mit Definition und Beispielen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wärmestrahlung überträgt Wärme über elektromagnetische Wellen, die Infrarotstrahlung.
  • Sie benötigt kein Medium und breitet sich auch im Vakuum aus.
  • Je heißer ein Körper, desto stärker die abgegebene Wärmestrahlung.
  • Dunkle, raue Flächen nehmen mehr Strahlung auf als helle, glatte.
  • Genutzt wird sie etwa bei Infrarotheizungen und in der Solartechnik.

Die Quelle der Strahlung ist ein Körper, beispielsweise die Sonne, ein Lebewesen oder eine Wandheizung. Im Gegensatz zur Wärmeleitung und Wärmeströmung benötigt die Wärmestrahlung für ihre Ausbreitung kein Medium und kann sich daher auch im Vakuum ausbreiten. Die Intensität ist temperaturabhängig: Je heißer der Körper, desto stärker die ausgestrahlte Wärme. Die stärkste Quelle für Wärmestrahlung ist die Sonne, deren Wärmeenergie über die Infrarotstrahlung auf die Erde gelangt.

Definition der Wärmestrahlung

Zusammengefasst ist die Wärmestrahlung die Infrarotstrahlung, die von jedem warmen Körper ausgeht. Die elektromagnetischen Wellen breiten sich auch im Vakuum aus, und je höher die Temperatur des Körpers ist, desto mehr Wärmestrahlung wird erzeugt. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der Wärmeleitung, bei der Wärme über die Bewegung von Teilchen weitergegeben wird, und von der Wärmeströmung, bei der ein strömendes Medium die Wärme transportiert. Die Wärmestrahlung ist somit die einzige der drei Übertragungsformen, die ohne Materie auskommt.

Reflexion, Aufnahme und Weiterleitung

Trifft die Infrarotstrahlung auf einen anderen Körper, wird sie teilweise aufgenommen, durchgelassen und reflektiert. Wie viel Energie absorbiert, weitergeleitet und reflektiert wird, hängt von der Beschaffenheit des Körpers ab, insbesondere vom Material, von der Oberflächenbeschaffenheit, von Dicke und Dichte sowie von der Farbe. Grundsätzlich wird die Strahlung von rauen und dunklen Flächen stärker absorbiert, während glatte und helle Flächen sie stärker reflektieren. Deshalb erwärmen sich schwarze Flächen stärker als weiße. Auch der Einfallswinkel spielt eine Rolle: Je flacher der Winkel, desto schwächer die Wärmeübertragung, was den Temperaturunterschied zwischen Winter und Sommer miterklärt, da die Sonne im Winter in einem flacheren Winkel auf die Erde trifft.

Beispiele für die Nutzung

Die Wärmestrahlung der Sonne wird gezielt zur Energieerzeugung genutzt, etwa in der Solartechnik. Auch ein Heizkörper strahlt Wärme an die Umgebung ab und erhöht so die Raumtemperatur. Weitere Beispiele für die gezielte Nutzung der Infrarotstrahlung sind Infrarotheizungen und Wärmelampen wie das Rotlicht. Der Vorteil der Strahlungswärme besteht darin, dass sie direkt die angestrahlten Flächen und Körper erwärmt, ohne zunächst die Luft aufheizen zu müssen, weshalb sie sich als angenehm und in bestimmten Situationen als effizient erweist.

Unerwünschte Wärmestrahlung

Die Energieübertragung über Infrarotwellen kann auch unerwünscht sein: In einem Haus findet über die Außenwände und das Dach ein Wärmeverlust statt, und auch beim Heizkörper ist der Wärmeverlust über die dahinterliegende Wand nicht erwünscht. Grundsätzlich lässt sich der Energieverbrauch von Gebäuden durch eine gute Dämmung verringern, da sie die Aufnahme und Abgabe von Wärmeenergie reduziert. Eine spezielle Reflexionsfolie hinter einer Wandheizung oder einem Heizkörper kann den Wärmeverlust senken, indem sie die Strahlung in den Raum zurückwirft. Auch Heizungsrohre sollte man dämmen, um Energieverluste zu vermeiden.

Wärmestrahlung und Treibhauseffekt

Die Strahlungswärme spielt auch beim Treibhauseffekt eine Rolle. Ein Teil der Sonnenstrahlung, die auf die Erde trifft, wird von der Erdoberfläche als Infrarotstrahlung zurück in Richtung Weltall abgegeben. Treibhausgase in der Atmosphäre halten einen Teil dieser Strahlung zurück und verhindern, dass die Wärme vollständig entweicht, wodurch sich die Erdatmosphäre erwärmt. Dieser natürliche Treibhauseffekt ermöglicht überhaupt erst das Leben auf der Erde, wird durch zusätzliche, vom Menschen verursachte Treibhausgase jedoch verstärkt. Das Verständnis der Wärmestrahlung ist somit nicht nur für die Heiztechnik, sondern auch für das Verständnis des Klimas von Bedeutung.

Zusammengefasst ist die Wärmestrahlung neben der Wärmeleitung und der Wärmeströmung eine der drei grundlegenden Formen der Wärmeübertragung und die einzige, die ohne ein Medium auskommt. Sie erklärt, warum sich dunkle Flächen stärker erwärmen als helle, warum es im Sommer wärmer ist als im Winter und wie Infrarotheizungen funktionieren. Im Gebäude spielt sie sowohl bei der gezielten Nutzung, etwa durch Infrarotheizungen, als auch beim unerwünschten Wärmeverlust über Außenflächen eine Rolle, dem sich mit guter Dämmung begegnen lässt. Das Verständnis der Wärmestrahlung hilft somit, effizienter zu heizen und Energie zu sparen.

Für den Alltag im eigenen Zuhause lässt sich das Wissen um die Wärmestrahlung praktisch nutzen: Eine gute Dämmung und reflektierende Folien hinter Heizkörpern verringern unerwünschte Wärmeverluste, während Infrarotheizungen die Strahlungswärme gezielt einsetzen, um Personen und Flächen direkt zu erwärmen. So trägt das Verständnis dieser Übertragungsform zu einem bewussten und effizienten Umgang mit Wärme bei.

Wer die drei Formen der Wärmeübertragung, also Wärmeleitung, Wärmeströmung und Wärmestrahlung, kennt, versteht die Vorgänge rund um das Heizen und Dämmen deutlich besser. Dieses Grundwissen hilft, Heizsysteme sinnvoll auszuwählen und Wärmeverluste im Gebäude gezielt zu verringern, was letztlich den Energieverbrauch und die Heizkosten senkt.

Damit ist die Wärmestrahlung ein zentrales Thema sowohl für die Heiztechnik als auch für das Verständnis von Energieeffizienz und Klima, dessen Grundprinzipien sich mit etwas Hintergrundwissen leicht nachvollziehen lassen.