Bio-Heizöl

Ölheizungen sind durch Klimaschutz und steigende Kosten unter Druck geraten. Wer weiterhin mit Öl heizt und dabei etwas emissionsärmer heizen möchte, kann auf Bio-Heizöl wie B10 setzen. Dieser Beitrag erklärt, was dahintersteckt, welche Vorteile es bietet und ob sich der Umstieg lohnt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bio-Heizöl enthält einen Anteil an regenerativem Flüssigbrennstoff, erkennbar an Bezeichnungen wie B5, B10 oder B20.
  • Es besteht nicht zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern ist ein Gemisch.
  • Der Bioanteil senkt den CO2-Ausstoß und kann die CO2-Kosten reduzieren.
  • Viele moderne Ölheizungen sind für B10, teils für B20 geeignet, oft ohne Umrüstung.
  • Bio-Heizöl ist teurer als schwefelarmes Standardheizöl und noch nicht überall verfügbar.

Was ist Bio-Heizöl?

Bio-Heizöl ist Heizöl, das teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Der Bioanteil wird analog zum Kraftstoff mit Bezeichnungen wie B5, B10 oder B20 angegeben, wobei die Zahl den ungefähren prozentualen Anteil des Biobrennstoffs nennt. Erhältlich sind Konzentrationen von etwa 3 bis 20 Prozent, wobei meist aus Raps, Soja oder Sonnenblumen gewonnene Öle beigemischt werden. Wichtig ist: Auch wenn „bio“ draufsteht, besteht das Heizöl nicht vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen, sondern bleibt ein Gemisch mit fossilem Heizöl.

Die Vorteile von Bio-Heizöl

Der wichtigste Vorteil ist der geringere Ausstoß von Treibhausgasen, da ein Teil der fossilen Verbrennung durch regenerative Anteile ersetzt wird. Das senkt den fossilen Anteil und kann die CO2-Kosten senken, die auf den fossilen Anteil des Brennstoffs anfallen. Zugleich sinkt der Verbrauch an reinem Erdöl, was die Abhängigkeit von fossilen Importen verringert. Im Zuge der aktuellen Gesetzesreform gewinnt Bio-Heizöl zusätzlich an Bedeutung: Für fossile Brennstoffe ist perspektivisch eine schrittweise Beimischung von Bioanteilen vorgesehen, sodass sich mit geeigneten Biobrennstoffen auch bestehende Ölheizungen an künftige Vorgaben anpassen lassen.

Muss ich meine Ölheizung umrüsten?

In den meisten Fällen ist keine technische Umrüstung nötig. Die verfügbaren Biobrennstoffe lassen sich in aktuellen Heizsystemen in der Regel problemlos verbrennen. Entscheidend ist der Bioanteil, den der Hersteller freigibt. Die meisten Anlagen sind für B5 und B10 geeignet, viele nach 2010 gebaute Systeme auch für bis zu 20 Prozent. Beachten sollten Sie jedoch, dass ein hoher Bioanteil Ablagerungen in Leitungen und Dichtungen lösen und Filter verstopfen kann. Vor dem Umstieg sollte die Anlage daher entleert und gereinigt werden. Wechseln Sie zudem nie ohne Rückfrage beim Hersteller zu Bio-Heizöl, um Schäden und hohe Wartungskosten zu vermeiden.

Hat Bio-Heizöl auch Nachteile?

Bio-Heizöl bringt auch Nachteile mit sich, die man kennen sollte:

  • Es ist noch nicht flächendeckend verfügbar, auch wenn viele Heizsysteme kompatibel sind.
  • Für eine spürbare Wirkung auf die CO2-Bilanz müsste der Bioanteil deutlich höher liegen als bei B10 oder B20.
  • Der Preis liegt etwa 5 bis 15 Prozent über dem von schwefelarmem Standardheizöl.
  • Der Anbau von Energiepflanzen wie Raps steht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion und fördert Monokulturen.

Welches Heizsystem eignet sich?

Es ist davon auszugehen, dass die Bedeutung von Bio-Heizöl künftig steigt. Wer sich heute bewusst für eine Ölheizung entscheidet, sollte daher auf die Eignung für Bio-Heizöl achten. Gut geeignet sind neben einer Öl-Brennwertheizung auch Hybridsysteme, die Öl mit erneuerbaren Komponenten wie Solarthermie oder einer Wärmepumpe verbinden. Langfristig ist zu bedenken, dass fossiles Heizen durch die CO2-Bepreisung teurer wird und die Rechtslage den Umstieg auf erneuerbare Wärme fördert. Bio-Heizöl kann daher ein sinnvoller Zwischenschritt sein, ersetzt aber nicht die Überlegung, ob mittelfristig ein erneuerbares Heizsystem die wirtschaftlichere und zukunftssicherere Wahl ist. Eine unabhängige Beratung hilft, die passende Lösung für das eigene Gebäude zu finden.

Bio-Heizöl im Gesamtbild

Bio-Heizöl ist ein interessanter Baustein, um bestehende Ölheizungen mit etwas geringeren CO2-Emissionen zu betreiben, ohne die Anlage austauschen zu müssen. Es reduziert den fossilen Anteil und damit die CO2-Belastung, und mit der schrittweisen Beimischung von Bioanteilen gewinnt es im Zuge der aktuellen Gesetzgebung an Bedeutung. Zugleich sollte man die Grenzen kennen: Der Bioanteil ist bislang begrenzt, der Preis liegt höher, und die CO2-Bilanz hängt stark davon ab, wie und wo die Energiepflanzen angebaut werden.

Für Eigentümer, die kurz- bis mittelfristig bei einer Ölheizung bleiben, kann Bio-Heizöl daher ein sinnvoller Zwischenschritt sein, während die grundsätzliche Umstellung auf erneuerbare Wärme die langfristig zukunftssicherere Perspektive bleibt.

Fazit

Bio-Heizöl ermöglicht es, mit einer bestehenden Ölheizung einen Teil des fossilen Brennstoffs durch regenerative Anteile zu ersetzen. Die meisten modernen Anlagen sind ohne Umrüstung für B10 geeignet, viele auch für höhere Anteile. Dem Vorteil geringerer Emissionen und möglicher Einsparungen bei den CO2-Kosten stehen ein höherer Preis, begrenzte Verfügbarkeit und Fragen zur Umweltwirkung beim Anbau der Rohstoffe gegenüber. Wer sich für Bio-Heizöl interessiert, sollte die Eignung seiner Anlage beim Hersteller prüfen und im Gesamtbild abwägen, ob nicht mittelfristig der Umstieg auf ein erneuerbares System die bessere Wahl ist.

Vor einem Umstieg auf Bio-Heizöl lohnt es sich außerdem, die Verfügbarkeit und den Preis bei den Lieferanten in Ihrer Region zu prüfen. Da Bio-Heizöl noch nicht überall angeboten wird, kann die Auswahl an Anbietern begrenzt sein. Klären Sie zudem mit dem Hersteller Ihrer Anlage den freigegebenen Bioanteil und lassen Sie die Anlage vor dem Wechsel fachgerecht reinigen. So vermeiden Sie Störungen durch gelöste Ablagerungen und stellen sicher, dass der Umstieg reibungslos gelingt.