Ein wichtiges Bauteil der Ölheizung ist der Ölvorwärmer, denn er steigert die Effizienz bei der Ölverbrennung. Wie das funktioniert, was bei einem Ausfall passiert und was der Austausch kostet, zeigen wir im Folgenden.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Der Ölvorwärmer erwärmt das Heizöl vor der Verbrennung auf rund 45 bis 80 Grad Celsius, senkt so die Zähflüssigkeit und verbessert Zerstäubung, Zündung und Verbrennung.
- Bei einem Defekt schaltet der Kessel meist gar nicht erst ein, ohne dass eine Störlampe leuchtet, da das Bauteil der Wärmeanforderung nachgeschaltet ist.
- Ein dauerhaftes Überbrücken ist nicht ratsam, da es Verbrauch und Emissionen erhöht. Der Austausch sollte durch einen Fachbetrieb erfolgen.
Die Funktion im Überblick
Der Ölvorwärmer ist zwischen Ölbrenner und Thermostat geschaltet. Gibt das Thermostat einen Wärmebefehl, wird dieser in der Heizungsanlage verarbeitet, und der Ölvorwärmer kommt zum Einsatz. Die meisten Ausführungen bestehen aus einem Freigabethermostat, einem Heizelement und einem Wärmetauscher. Der Vorwärmer steigert die Effizienz, denn kühles Öl hat eine hohe Viskosität, fließt langsam durch die Leitungen und entzündet sich schlechter. Viskosität bezeichnet dabei die Zähflüssigkeit eines Stoffs, wobei Heizöl zäher ist als etwa Wasser oder Flüssiggas.
Warum der Einsatz sinnvoll ist
Der Vorwärmer erhitzt das Heizöl auf rund 45 bis 80 Grad Celsius, um eine optimale Zerstäubungsviskosität zu erreichen. Das erwärmte Öl fließt dann nicht mehr zäh, sondern gelangt in feinen Tröpfchen in die Brennkammer. Diese Tropfen bieten eine größere Oberfläche, was Zünd- und Brennverhalten verbessert und den Verbrauch senkt. So trägt der Ölvorwärmer wesentlich zu einer sauberen und effizienten Verbrennung bei.
Ölvorwärmer defekt, was nun?
Ein Defekt des Vorwärmers ist keine Störung des Ölbrenners selbst, sondern eine Beeinträchtigung des Verbrennungsprozesses, weshalb auch keine Störlampe leuchtet. In den meisten Fällen zeigt sich der Defekt daran, dass der Ölkessel nicht einschaltet. Ursache ist die Position des Bauteils: Da es der Wärmeanforderung durch das Thermostat nachgeschaltet ist und seinen Dienst meist in ein bis zwei Minuten erfüllt, bleibt der Kessel bei einem Defekt aus. Dem Besitzer bleibt dann meist nur der Austausch oder Neukauf des Bauteils.
Ölvorwärmer überbrücken?
Gerade in den kalten Wintermonaten wird ein defekter Ölvorwärmer manchmal kurzfristig überbrückt. Dies sollte jedoch keine Dauerlösung sein, da sich nicht nur die Verbrennung verschlechtert, sondern auch der zuvor berechnete Heizölverbrauch durch das Überbrücken der Vorwärmung ansteigt. Nach einer Überbrückung empfiehlt es sich, die Emissionswerte des Kessels prüfen zu lassen, denn durch die höhere Viskosität des nicht vorgewärmten Öls wird mehr Brennstoff verbrannt und die Emissionen steigen.
Austausch und Preise
Einen Ersatzvorwärmer erhalten Sie beim Hersteller Ihrer Ölheizung. Damit die Garantie nicht verfällt, empfiehlt es sich, ein Modell desselben Herstellers zu wählen. Je nach Hersteller und Art des Wärmeerzeugers kosten neue Modelle grob zwischen rund 60 und 150 Euro. Generell ist es ratsam, bei einem Defekt einen Fachbetrieb hinzuzuziehen, um einen falschen Einbau und mögliche Schäden an der Öltherme zu vermeiden.
Fazit
Grundsätzlich gilt: Wer eine Ölheizung betreibt, sollte sie regelmäßig warten lassen, da gerade Bauteile wie der Ölvorwärmer, die Düse und der Filter einen großen Einfluss auf Verbrauch und Emissionen haben. Mit Blick auf die steigenden CO2-Preise und die gesetzlichen Vorgaben zum Einsatz erneuerbarer Energien beim Heizungstausch kann es sich zudem lohnen, langfristig über einen Wechsel des Heizsystems nachzudenken. Bereits heute lohnt der Blick auf Systeme mit geringeren CO2-Emissionen. Bis dahin sorgt eine gut gewartete Anlage mit funktionierendem Ölvorwärmer für einen möglichst sparsamen Betrieb.
Zusammengefasst ist der Ölvorwärmer ein kleines, aber wichtiges Bauteil, das durch das Erwärmen des Heizöls für eine bessere Zerstäubung, Zündung und Verbrennung sorgt und so den Verbrauch senkt. Fällt er aus, springt der Kessel meist gar nicht erst an, ohne dass eine Störlampe leuchtet, was die Fehlersuche erschwert. Ein dauerhaftes Überbrücken ist wegen des höheren Verbrauchs und der steigenden Emissionen nicht zu empfehlen. Wer bei einem Defekt einen Fachbetrieb mit dem Austausch beauftragt, stellt die effiziente und vollständige Verbrennung schnell wieder her und schützt die Anlage vor Folgeschäden.
Ein regelmäßiger Blick auf das Betriebsverhalten der Ölheizung hilft, Probleme mit dem Vorwärmer frühzeitig zu erkennen. Startet der Kessel verzögert oder gar nicht, ohne dass eine Störmeldung erscheint, ist der Ölvorwärmer ein naheliegender Verdächtiger. Da das Bauteil eng mit der Verbrennungsqualität zusammenhängt, lohnt es sich, es bei der jährlichen Wartung durch den Fachbetrieb mit überprüfen zu lassen.
Der Ölvorwärmer erwärmt das Heizöl vor der Düse auf die richtige Temperatur, damit es fein zerstäubt und vollständig verbrennt. Vor allem bei niedrigen Temperaturen im Heizungsraum oder bei bestimmten Ölqualitäten ist er wichtig, da kaltes, zähflüssiges Öl schlechter zerstäubt. Da das Bauteil zum Verschleiß neigt, gehört seine Prüfung zur regelmäßigen Wartung der Ölheizung, damit der Brenner zuverlässig startet und die Verbrennung sauber bleibt. Bei modernen Ölbrennwertgeräten übernehmen teilweise elektronisch geregelte Vorwärmsysteme diese Aufgabe besonders präzise und tragen so zu einem sparsamen Betrieb bei.
Da der Ölvorwärmer direkten Einfluss auf Verbrauch und Emissionen hat, macht sich seine einwandfreie Funktion auch finanziell bemerkbar. Ein gut gewartetes Bauteil sorgt für eine vollständige Verbrennung, hält den Heizölverbrauch niedrig und trägt dazu bei, dass die Ölheizung die vorgeschriebenen Emissionswerte einhält.
