Wie erfolgt die Herstellung von Heizöl? Alle Informationen zum Ablauf und zur Herkunft dieses Brennstoffs finden Sie in diesem Beitrag, von der Entstehung des Erdöls über die Förderung bis zur Verarbeitung in der Raffinerie.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Heizöl entsteht aus Erdöl, das sich über Millionen Jahre aus abgelagerten Mikroorganismen unter hohem Druck und bei Temperaturen von 80 bis 150 Grad Celsius gebildet hat.
- In der Raffinerie wird das Rohöl bei über 400 Grad destilliert. Heizöl sammelt sich im mittleren Temperaturbereich, während leichte Stoffe aufsteigen und schwere absinken.
- Je nach Viskosität und Schwefelgehalt gibt es verschiedene Heizölsorten. Für Hausheizungen ist vor allem schwefelarmes Heizöl EL relevant.
Die Entstehung
Die Entstehung von Erdöl reicht mehr als 200 Millionen Jahre zurück. Ursprung des schwarzen Goldes waren damals lebende Mikroorganismen wie Plankton. Stirbt ein solcher Organismus, lagert er sich am Meeresgrund ab und wird nach und nach von Sand und Ton überdeckt. Diese Schichten wurden im Laufe der Zeit immer mächtiger und pressten die Biomasse zusammen. Da die Biomasse unter dicken Sedimentschichten begraben liegt, kommt sie nicht mit Sauerstoff in Kontakt, und dieser sauerstoffarme, anaerobe Zustand verhindert eine vollständige Verwesung. Bei Temperaturen von 80 bis 150 Grad Celsius, die durch den hohen Druck und chemische Reaktionen entstehen, wandelt sich die Masse in eine zähflüssige Substanz um, sodass Kohlenwasserstoffe wie Erdöl entstehen, der Grundstoff für die Herstellung von Heizöl.
Herkunft und Förderung
Gebiete mit Erdölvorkommen waren vor vielen Millionen Jahren von Ozeanen bedeckt. Die durch Druck und Temperatur entstandenen Kohlenwasserstoffe sind leichter als Wasser und wanderten im Laufe der Zeit durch die Sedimentschichten nach oben, bis sie auf eine undurchlässige Schicht stießen. Dort bildet sich eine Erdöllagerstätte, die weniger ein unterirdischer Ölsee ist als vielmehr ölgetränktes Kalk- und Sandgestein. Durch aufwendige Verfahren wird das Öl mittels Bohrungen und Förderplattformen an die Oberfläche befördert, wo es als Rohöl bezeichnet wird. Große Vorkommen finden sich unter anderem im Golf von Mexiko, in der Nordsee und in weiteren Regionen der Welt.
Die Herstellung von Heizöl
Vor der eigentlichen Herstellung steht ein grundlegender Verarbeitungsschritt: die Destillation in einer Raffinerie. Dort wird das Rohöl auf mehr als 400 Grad Celsius erhitzt, sodass die Kohlenwasserstoffe gasförmig werden. Leichte Stoffe wie Flüssiggas und Leichtbenzine steigen an die Spitze der bis zu 50 Meter hohen Destillationskolonne, während schwere Öle wie Schmieröl oder das im Straßenbau verwendete Bitumen zu Boden sinken. Heizöl befindet sich im Mittelfeld und sammelt sich bei einer Temperatur von rund 300 Grad Celsius. Durch diese fraktionierte Destillation lassen sich die verschiedenen Bestandteile des Rohöls sauber voneinander trennen.
Heizölarten im Überblick
Je nach Herkunft und Verarbeitung unterscheiden sich die Heizölsorten in Viskosität und Schwefelgehalt. Für den Privathaushalt am wichtigsten ist Heizöl EL, das extra leichtflüssig ist und für kleine Heizanlagen verwendet wird, sowie die schwefelarme Variante EL für Ölbrennwertheizungen. Daneben gibt es die selten genutzten Sorten L (leichtflüssig) und M (mittelflüssig) sowie S (schwerflüssig) und ES (extra schwerflüssig), die vor allem bei Großverbrauchern zum Einsatz kommen. Schwefelarmes Heizöl EL ist heute Standard, da es weniger Schwefeloxide freisetzt und moderne Brennwerttechnik ermöglicht.
Heizöl kaufen und die Zukunft der Ölheizung
Der Heizölpreis schwankt stark je nach Marktlage, weshalb sich ein Vergleich verschiedener Anbieter lohnt. Ob online oder im Gespräch mit einem Heizöllieferanten, ein Kostenvoranschlag ist empfehlenswert, um die Ausgaben beim Heizölkauf vorab zu kalkulieren. Zu beachten ist, dass reine Ölheizungen langfristig an Bedeutung verlieren: nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das seit dem 29. Juli 2026 gilt und das frühere Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat, gilt für neu eingebaute Öl- und Gasheizungen ab 2029 die Bio-Treppe mit steigenden Anteilen erneuerbarer Brennstoffe, sodass eine neue, rein fossile Ölheizung in der Regel nicht mehr zulässig ist. Bestehende Ölheizungen dürfen jedoch weiterlaufen und lassen sich teils mit erneuerbaren Komponenten kombinieren.
Fazit
Zusammengefasst ist Heizöl das Ergebnis eines langen natürlichen und technischen Prozesses, der von der Entstehung des Erdöls über Millionen Jahre bis zur Destillation in der Raffinerie reicht. In der Kolonne wird das Rohöl nach Temperatur in seine Bestandteile aufgetrennt, wobei sich Heizöl im mittleren Bereich sammelt. Für den Hausgebrauch ist vor allem schwefelarmes Heizöl EL relevant. Angesichts der Klimaziele und der Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes verliert die reine Ölheizung jedoch an Bedeutung, sodass sich Hausbesitzer bei einem anstehenden Heizungstausch mit erneuerbaren Alternativen befassen sollten. Ein Preisvergleich hilft, die laufenden Kosten im Blick zu behalten.
Interessant ist zudem, dass Heizöl gut lagerfähig ist, weshalb viele Haushalte ihren Jahresbedarf zu einem günstigen Zeitpunkt einkaufen. Die Bevorratung erfordert allerdings einen geeigneten, sicheren Tankraum und die Einhaltung der Vorschriften zum Gewässerschutz. Da sich der Heizölmarkt stark an den internationalen Rohölpreisen orientiert, lohnt es sich, die Preisentwicklung über das Jahr zu beobachten und Bestellungen entsprechend zu planen.
Bei der Verbrennung von Heizöl entsteht CO2, das über den steigenden CO2-Preis zunehmend ins Gewicht fällt und die Betriebskosten einer Ölheizung in den kommenden Jahren erhöhen dürfte. Wer langfristig plant, sollte daher nicht nur den reinen Heizölpreis, sondern auch die absehbaren CO2-Kosten und mögliche Alternativen wie eine Wärmepumpe oder eine Hybridlösung in die Kalkulation einbeziehen. So lässt sich die Wärmeversorgung wirtschaftlich und zukunftssicher gestalten.
