Solarkollektoren senken die Kosten der Solarthermie

Eine Solarthermieanlage ist eine gute Investition für alle, die ihre Heizkosten senken und zugleich die Umwelt entlasten möchten. Wichtig vorab: Solarthermie erzeugt Wärme, nicht Strom. Sonnenstrom liefert dagegen die Photovoltaik. Die Kosten für Solarthermie sind nicht unerheblich, amortisieren sich aber über die Jahre, weil Sie anschließend Brennstoff und CO2 einsparen. Dieser Ratgeber zeigt, in welchem Bereich sich die Anschaffungs- und Betriebskosten bewegen und wovon sie abhängen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Kosten für Solarthermie hängen stark von Kollektorart, Anlagengröße und Nutzung ab. Eine Anlage nur für Warmwasser kann rund 4.500 Euro kosten, eine Anlage mit Heizungsunterstützung eher 9.000 bis 11.000 Euro.
  • Flachkollektoren kosten pro Quadratmeter etwa 300 Euro, Röhrenkollektoren rund 600 Euro. Die laufenden Kosten sind mit etwa 60 bis 70 Euro pro Jahr für die Wartung gering.
  • Als Einzelmaßnahme wird Solarthermie über die BEG (Abwicklung über die KfW) in der Regel mit rund 30 Prozent gefördert. Das senkt die Anschaffungskosten spürbar.

Anschaffungskosten an einem Beispiel

Um einen Eindruck zu vermitteln, folgt eine Beispielrechnung für eine kleine Anlage. Je nach baulichen Voraussetzungen und Größe kann der tatsächliche Preis um etwa 10 Prozent abweichen.

Kostenpunkt Preis (Euro)
Ausdehnungsgefäß 100
Steuerung 250
Solarkreispumpe 300
Pufferspeicher 1.200
Flachkollektoren (10 m²) 2.500
Installation 1.400
Gesamt 5.750

Solarthermie oder Photovoltaik?

Eine häufige Verwechslung betrifft die beiden Solartechniken. Solarthermie wandelt Sonnenlicht in Wärme um und unterstützt damit Warmwasser und Heizung. Photovoltaik erzeugt dagegen Strom, der im Haushalt genutzt oder ins Netz eingespeist wird. Beide Systeme lassen sich auf dem Dach kombinieren, konkurrieren dort aber um die Fläche. Wer vor allem seine Heizkosten senken möchte, ist mit Solarthermie gut beraten. Wer zusätzlich eine Wärmepumpe oder Haushaltsgeräte mit eigenem Strom betreiben will, für den ist Photovoltaik oft die flexiblere Wahl. Die folgenden Kostenangaben beziehen sich ausschließlich auf die wärmeerzeugende Solarthermie.

Große Preisspannen: wovon die Kosten abhängen

Die Berechnung ist komplexer, als sie zunächst wirkt, denn zahlreiche Faktoren fließen ein. Je nach Technik und Leistung kann eine Anlage 3.000 Euro ebenso kosten wie 12.000 Euro. Entscheidend ist zunächst, ob Sie Solarthermie nur zur Warmwasserbereitung oder zusätzlich zur Heizungsunterstützung nutzen möchten.

Für die Warmwasserbereitung rechnet man pro Person mit etwa 1 bis 1,5 Quadratmetern Kollektorfläche. Soll auch die Heizungsanlage unterstützt werden, steigt der Bedarf auf rund 3 bis 4 Quadratmeter pro Person. Der Solarspeicher sollte mindestens 80 Liter je Person fassen, für die Heizungsunterstützung deutlich mehr. Flachkollektoren kosten pro Quadratmeter etwa 300 Euro, die effizienteren Röhrenkollektoren rund 600 Euro. Ein Speicher mit 300 Litern liegt bei etwa 1.200 Euro. Hinzu kommen Pumpe, das Verlegen der Rohre und die Montage mit rund 1.500 Euro.

Für einen Vier-Personen-Haushalt liegen die Kosten einer 5-Quadratmeter-Flachkollektoranlage mit 300-Liter-Speicher damit bei etwa 4.500 Euro. Eine Anlage mit Heizungsunterstützung, 2.000-Liter-Speicher und Flachkollektoren kostet eher rund 9.500 Euro, mit Röhrenkollektoren etwa 11.000 Euro. Die Bandbreite ist also groß und hängt stark von der individuellen Auslegung ab.

Laufende Kosten

Die Betriebskosten einer Solarthermieanlage sind gering. Für Wartung und Instandhaltung rechnen Sie mit etwa 60 bis 70 Euro pro Jahr. Wer die häufigsten Schäden absichern möchte, kann eine passende Versicherung für rund 40 bis 50 Euro jährlich abschließen. Da die Anlage keinen Brennstoff verbraucht, fallen im laufenden Betrieb ansonsten kaum Kosten an.

Wirtschaftlichkeit und Ertrag

Wie schnell sich eine Solarthermieanlage rechnet, hängt vom Ertrag ab. Eine reine Warmwasseranlage deckt im Jahresmittel einen erheblichen Teil des Warmwasserbedarfs, im Sommer oft nahezu vollständig, in den dunklen Wintermonaten dagegen nur zu einem kleinen Anteil. Eine Anlage mit Heizungsunterstützung liefert zusätzlich in der Übergangszeit einen Beitrag zur Raumwärme, kann die Heizung im Hochwinter aber nicht ersetzen. Entscheidend für den Ertrag sind Ausrichtung und Neigung der Dachfläche, die Verschattung sowie die richtige Dimensionierung von Kollektorfläche und Speicher. Eine zu groß ausgelegte Anlage bringt im Sommer Überschüsse, die nicht genutzt werden können, eine zu kleine schöpft das Potenzial nicht aus.

Förderung senkt die Kosten für Solarthermie

Die Anschaffungskosten lassen sich durch Zuschüsse deutlich reduzieren. Solarthermie wird als Wärmeerzeuger über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert, die für den Heizungstausch über die KfW läuft. Der Fördersatz liegt in der Regel bei rund 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Wichtig: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Zu beachten ist außerdem, dass die BEG-Förderkonditionen zum 21. Juli 2026 angepasst wurden, weshalb Sie die aktuell gültigen Bedingungen prüfen sollten. Wird die Solarthermie mit einer neuen erneuerbaren Hauptheizung wie einer Wärmepumpe kombiniert, kann die Förderung des Gesamtsystems über die KfW-Heizungsförderung höher ausfallen.

Unter dem Strich amortisieren sich die Kosten für Solarthermie im Schnitt nach etwa 15 Jahren, wobei steigende Preise für Öl und Gas sowie der CO2-Preis diese Zeitspanne verkürzen können. So lässt sich vorab abschätzen, ob sich für Ihr Dach eher eine reine Warmwasseranlage oder eine Anlage mit Heizungsunterstützung rechnet und welche Kollektorart im Verhältnis von Preis und Ertrag am besten passt.

Zur Förderung: Solarthermie wird über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bei der KfW bezuschusst, mit 30 Prozent Grundförderung plus Boni. Bei einer Anlage zur Warmwasserbereitung für rund 5.000 Euro bleiben damit etwa 3.500 Euro Eigenanteil. Wichtig ist die Reihenfolge: Der Antrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt werden. Wie schnell sich die Anlage rechnet, hängt vor allem davon ab, welchen Energieträger sie ersetzt, denn verdrängter Strom ist ein Vielfaches dessen wert, was verdrängtes Erdgas einspart.