
Ein Solarspeicher macht Sonnenenergie auch dann nutzbar, wenn die Sonne nicht scheint. Dabei sind zwei Systeme zu unterscheiden: der thermische Speicher, der Solarwärme als warmes Wasser vorhält, und der Stromspeicher, der den Strom einer Photovoltaikanlage in einer Batterie speichert. Beide erhöhen den Anteil selbst genutzter Solarenergie und senken die Kosten. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Bauarten, Sicherheit und Förderung von Solarspeichern.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein thermischer Solarspeicher hält Solarwärme im Wasser vor (Solarthermie), ein Stromspeicher speichert den Strom einer Photovoltaikanlage in einer Batterie.
- Warmwasserspeicher für Solarthermie gibt es je nach Volumen ab rund 850 Euro. Batteriespeicher nutzen heute meist Lithium-Ionen-Technik, die deutlich leistungsfähiger ist als frühere Bleispeicher.
- Der Speicher sollte zum Verbrauch und zur Anlagengröße passen. Für Solarthermie und Photovoltaik stehen Fördermöglichkeiten bereit.
Zwei Wege, Sonnenenergie zu speichern
Bei der Nutzung der Sonnenenergie haben sich zwei Ansätze entwickelt. Die eingefangene Solarwärme kann direkt an ein wärmespeicherndes Medium übertragen werden. Bei der Heizung dient dazu das Wasser in einem Pufferspeicher. Dieser Weg wird unter dem Begriff Solarthermie zusammengefasst. Der zweite Weg ist der Stromspeicher, der den Strom einer Photovoltaikanlage aufnimmt. Wichtig zur Abgrenzung: Solarthermie erzeugt Wärme, Photovoltaik erzeugt Strom.
Heute führen nahezu alle Hersteller Solarspeicher im Sortiment. Die Preise für thermische Warmwasserspeicher richten sich nach Volumen und Hersteller. Zur Orientierung einige Beispiele:
| Solarspeicher | Volumen | Preis ca. |
| Buderus SM | 290 Liter | ab rund 1.400 Euro |
| Buderus SMS (Solar-Komplettstation) | 290 Liter | ab rund 2.700 Euro |
| Viessmann Vitocell 100-B | 400 Liter | ab rund 1.800 Euro |
| Viessmann Vitocell 100-W | 160 Liter | ab rund 850 Euro |
Einsatz und Nutzung
Ein thermischer Speicher hält warmes Wasser für Heizung und Warmwasser vor. Ein Batteriespeicher ist vielseitiger: Er liefert Strom, der neben der Warmwasserbereitung auch den Betriebsstrom der Heizungsanlage deckt. Mit Solarstrom versorgen lassen sich unter anderem Brenner, Pumpen, Gebläse und Wärmeverteilungssysteme. Da viele dieser Bauteile nur wenig Strom benötigen, kann ein passend ausgelegter Batteriespeicher einen großen Teil des Eigenbedarfs decken. Grenzen bestehen bei Verbrauchern mit hoher Leistung.
Aufbau und Batterietechnik
Damit sich Solarstrom über längere Zeit nutzen lässt, speichert ihn eine Batterie. Früher wurde häufig Blei eingesetzt, das robust, aber weniger leistungsfähig ist. Heute sind Lithium-Ionen-Batterien Standard, weil sie mehr Energie auf kleinerem Raum speichern und eine längere Lebensdauer haben. Voraussetzung für einen sicheren Betrieb ist eine fachgerechte Installation, da in einem Speicher erhebliche elektrische und chemische Energie gebündelt ist.
Sicherheit und Qualität
Ein fehlerhaft ausgeführter Speicher kann zu Kurzschlüssen, Überhitzung oder im Extremfall zu Brandgefahr führen. Achten Sie daher auf Produkte etablierter Hersteller mit nachvollziehbarem Qualitätsmanagement und den gängigen Sicherheitszertifikaten. Batteriespeicher unterliegen inzwischen etablierten Normen und Sicherheitsstandards, und seriöse Anbieter orientieren sich an den strengen Anforderungen, wie sie auch in der Elektromobilität gelten. Ein zertifiziertes, fachgerecht installiertes System bietet ein hohes Maß an Betriebssicherheit.
Eigenverbrauch und Wirtschaftlichkeit
Der wirtschaftliche Nutzen eines Batteriespeichers ergibt sich vor allem aus dem erhöhten Eigenverbrauch. Ohne Speicher wird überschüssiger Solarstrom ins Netz eingespeist und später teurer aus dem Netz zurückgekauft. Ein Speicher überbrückt die Zeit zwischen der Erzeugung am Tag und dem Verbrauch am Abend, sodass ein größerer Teil des selbst erzeugten Stroms auch selbst genutzt wird. Wie groß der Vorteil ausfällt, hängt vom Verbrauchsprofil, der Anlagengröße und dem Strompreis ab. Ein sinnvoll dimensionierter Speicher erhöht den Autarkiegrad spürbar, ohne unnötig groß und teuer zu sein.
Bei einem thermischen Speicher steht dagegen die Pufferung der Solarwärme im Vordergrund: Er speichert die am Tag gewonnene Wärme, bis sie für Warmwasser oder Heizung gebraucht wird. In beiden Fällen ist die richtige Abstimmung zwischen Erzeugung, Speicher und Verbrauch entscheidend für die Wirtschaftlichkeit.
Größe und Auslegung
Die passende Speichergröße ergibt sich aus mehreren Faktoren: dem erwarteten Eigenverbrauch, dem Verhältnis von Erzeugung und Bedarf über den Tag, der nutzbaren Entladetiefe des Speichers und der Frage, ob überschüssiger Strom eingespeist oder gespeichert werden soll. Hinzu kommen die äußeren Bedingungen wie die geografische Lage, die Ausrichtung und die Fläche der Kollektoren oder Module. Ein zu groß gewählter Speicher verursacht unnötige Kosten, ein zu kleiner nutzt das Solarpotenzial nicht aus.
Förderung
Solarthermie wird als Einzelmaßnahme über die Bundesförderung für effiziente Gebäude gefördert, in der Regel mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Für Batteriespeicher in Verbindung mit Photovoltaik gibt es je nach Programm und Region weitere Fördermöglichkeiten, etwa über die KfW oder Landesprogramme. Da sich die Konditionen regelmäßig ändern, sollten Sie die aktuellen Bedingungen vor der Anschaffung prüfen und den Antrag rechtzeitig stellen. Eine Förderzusage ist dabei kein Nachweis für die Sicherheit eines Produkts, weshalb Qualität und Zertifizierung getrennt zu bewerten sind. Zusammengefasst erhöhen Solarspeicher den Anteil selbst genutzter Sonnenenergie und machen die Nutzung unabhängiger von Tageszeit und Wetter. Ob thermischer Speicher oder Batteriespeicher sinnvoll ist, hängt vom Bedarf und vom vorhandenen System ab.
Für die Dimensionierung hat sich ein Richtwert etabliert: rund 50 bis 80 Liter Speichervolumen je Quadratmeter Kollektorfläche. Ein Vierpersonenhaushalt mit etwa 6 Quadratmetern Flachkollektor braucht damit einen Speicher um 300 bis 400 Liter. Der Grund für das großzügige Volumen ist der Tagesgang: Die Sonne liefert mittags, gebraucht wird das Warmwasser morgens und abends. Ein zu kleiner Speicher ist im Sommer früh durchgeladen, danach bleibt der Ertrag ungenutzt. Ein zu großer kühlt dagegen aus und kostet Bereitschaftsverluste.
