Thermische Solaranlage – Kosten, Voraussetzungen & Funktion

thermische solaranlage auf dach
Bei einer thermischen Solaranlage wirkt das Sonnenlicht nur unterstützend mit, um das Warmwasser aufzuheizen. Im Unterschied zur Photovoltaik findet also keine Umwandlung der Wärme in elektrische Energie statt, was die Anlage für die Unterstützungen von Heizungen sehr viel günstiger macht. Ob sich eine solche Anlage lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die wir im Folgenden näher erläutern.

Thermische Solaranlage senkt Heizkosten ganz erheblich

In den meisten Haushalten dürfte eine Heizung installiert sein, die ganz konventionell mit Gas oder Öl befeuert wird. Trotz der Effizienz moderner Systeme werden dabei klimaschädigende Treibhausgase ausgestoßen. Des Weiteren fallen die laufenden Kosten trotz der derzeit geringen Ölpreise hoch aus: So müssen derzeit mit rund 800 Euro jährlichen Betriebskosten gerechnet werden, wenn ein Einfamilienhaus mit 4 Personen beheizt werden soll. Hier besteht eine Menge an Einsparpotenzialen, wenn man auf die Kraft von Sonnenenergie setzt.

Die Funktion einer thermischen Solaranlage: Sonnenlicht heizt vor

Bei der Installation einer solarthermischen Anlage kann der Heizölverbrauch um bis zu 65 Prozent gesenkt werden. Das Wasser durchläuft die Kollektoren und wird dabei erhitzt. Häufig wird die geringe Vorlauftemperatur moderner Heizsysteme allein durch Solarenergie erreicht, ohne dass der Heizkessel arbeiten muss. Selbst wenn die Erhitzung durch die Solarpaneele nicht ausreicht, muss der Kessel nur noch Energie für die Differenztemperatur bereitstellen.

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Ein häufiger Irrtum besteht in der Annahme, dass eine Solaranlage nur bei strahlendem Sonnenschein an wolkenfreien Sommertagen arbeitet. Dabei ist gar kein Sonnenschein im Hochsommer erforderlich, damit die Solaranlage arbeitet: Selbst im Winter oder bei leichter Bewölkung kann durch die Bündelung der Rest-Sonnenstrahlen ausreichend Wärme erzeugt werden.

Welche Kosten entstehen?

Wenn Sie eine thermische Solaranlage kaufen möchten, sollten Sie Kosten in Höhe von rund 3.000 bis 4.000 Euro einkalkulieren. Für diese Summe erhalten Sie eine Anlage mit einer Kollektorenfläche von 5m² und einer Leistung von 3,3 kW. Enthalten ist ein Warmwasserbehälter mit einem Speichervolumen von rund 300 Litern. Dabei handelt es sich aber nur um eine beispielhafte Größe.

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Fachleute geben folgende Faustformeln an, um die Größe für eine thermische Solaranlage zu berechnen:

  • 50 Liter Pufferspeicher je 10m² beheizte Wohnfläche
  • 1 m² Flachkollektor je 10m² beheizte Wohnfläche

Dabei sollte bedacht werden, dass die Anlage durchaus auch kleiner ausfallen darf. In diesem Fall kann der Spareffekt allerdings nicht im vollen Umfang genutzt werden. Zudem sollte in dem Zusammenhang gerade hinsichtlich der Kosten auch berücksichtigt werden, dass Subventionen durch das BAFA genutzt werden können. Eine pauschale Förderung von 500 Euro kann bei einer Kollektorfläche zwischen 3 und 10 m² in jedem Fall als Mindestsummen in Anspruch genommen werden.

Zudem fördert die KfW solarthermische Anlagen auch durch besonders zinsgünstige Kredite, die das ohnehin schon sehr geringe Zinsniveau am Kapitalmarkt noch unterbieten. Dabei sollte also die wirtschaftliche Gesamtbetrachtung für eine Solarthermie nicht außen vor bleiben.

Kosten für thermische Solaranlage rechnen sich schnell

Die Kostenrechnung kann sich aber auch ohne staatliche Zuschüsse lohnen: Denn eine thermische Solaranlage ist durchaus als Investition zu betrachten. Die Kosten müssen einmalig übernommen werden, dafür sparen Sie in jedem weiteren Jahr Heizkosten in Höhe von einigen Hundert Euro. So kann am Ende durchaus davon ausgegangen werden, dass sich die Anlage in rund zehn Jahren amortisiert hat – wogegen von einer Lebensdauer ausgegangen werden kann, die rund 20 Jahre beträgt.

Des weiteren darf der Gewinn für die Umwelt nicht unterschätzt werden. In dem Maße, in dem Energieverbrauch ihres Wohnhauses sinkt, sinkt auf der CO2-Ausstoß – eine Halbierung erscheint in diesem Zusammenhang also durchaus als realistisch.