Warmwasserkollektoren in der Ansicht

Warmwasserkollektoren nutzen die Sonnenenergie und werden meist auf dem Dach angebracht. Sie dienen der Wärmegewinnung und unterscheiden sich damit grundlegend von Photovoltaikanlagen, die elektrische Energie erzeugen. Die Kollektoren absorbieren die Sonnenenergie und leiten sie ins Haus, wo sie das Trink- oder Heizungswasser erwärmt. Wir erklären, wie Warmwasserkollektoren funktionieren, worin sich Flach- und Vakuumröhrenkollektoren unterscheiden, wann sie sich lohnen und mit welchen Kosten und welcher Förderung zu rechnen ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Warmwasserkollektoren erzeugen Wärme aus Sonnenenergie, nicht Strom wie eine Photovoltaikanlage.
  • Es gibt Flachkollektoren und die effizienteren, aber teureren Vakuumröhrenkollektoren.
  • Solarthermie deckt meist nicht den gesamten Bedarf und dient als Ergänzung zur Heizung.
  • Als Einzelmaßnahme ist Solarthermie über die Bundesförderung (KfW, Programm 458) förderfähig, in der Regel mit 30 Prozent.

Flach- gegen Vakuumröhrenkollektoren

Bei den Warmwasserkollektoren haben Eigentümer die Wahl zwischen Flach- und Vakuumröhrenkollektoren. Vakuumröhrenkollektoren kosten mit rund 500 Euro pro Quadratmeter mehr als Flachkollektoren mit etwa 350 Euro pro Quadratmeter. Der Vorteil der Röhrenkollektoren: Sie nutzen die Energie besser aus und benötigen daher für denselben Wärmebedarf weniger Fläche. Weitere Unterschiede:

Flachkollektor

Vakuumröhrenkollektor

flache Absorberfläche, die von Röhren durchzogen wird zwei ineinander gebaute Glasröhren
in den Röhren befindet sich eine Wärmeträgerflüssigkeit die Wärmeträgerflüssigkeit liegt im inneren Glaskörper
meist ein Wasser-Propylenglykol-Gemisch meist ein Wasser-Glykol-Gemisch
die Flüssigkeit nimmt die Sonnenwärme auf die Energie wird auf den Absorber übertragen und im Haus genutzt
gute Wärmedämmung ist wichtig, um Verluste zu vermeiden das Vakuum zwischen den Röhren dämmt und reduziert Wärmeverluste

Ein Vergleich der Bauformen

Ein Vorteil der Vakuumröhrenkollektoren ist der höhere Wirkungsgrad, der vor allem auf der besseren Dämmung durch das Vakuum beruht. Wer die Investitionskosten möglichst niedrig halten möchte, ist mit Flachkollektoren gut beraten. Da Solarthermie in der Regel nicht ausreicht, um ein ganzes Haus zu beheizen, dient sie meist als Ergänzung zur Warmwasserbereitung oder zur Heizungsunterstützung neben einem anderen Wärmeerzeuger. Wird das Gebäude teilweise mit Solarenergie versorgt, sinkt der Verbrauch an fossilen Brennstoffen, was Kosten spart und die Umwelt schont.

Die Preise für Warmwasserkollektoren

Bei der Anschaffung entscheiden Bauform und Fläche über die Kosten. Achten Sie auf Prüf- und Zertifizierungsangaben wie EN 12975 und ISO 9001. Zwei Beispiele:

Wolf CFK-1: Der Hochleistungs-Sonnenkollektor bietet eine Fläche von 2,3 Quadratmetern, einen laut Hersteller hohen optischen Wirkungsgrad und kostet rund 340 Euro.

Buderus SKN 4.0-s: Der Flachkollektor mit einer Bruttofläche von 2,37 Quadratmetern ist etwa 200 Euro teurer.

Um die Kosten abzuschätzen, müssen die benötigte Fläche beziehungsweise der Energiebedarf berücksichtigt werden.

Pakete und Förderung

Wolf Solar Produkte Quelle: Wolf GmbH

Eine gute Wahl sind Komplettpakete mit mehreren Kollektoren, Anschlüssen und Pumpen. Solche Sets gibt es je nach Umfang für einige Tausend Euro, etwa mit mehreren Vakuumröhrenkollektoren und einem Membran-Ausdehnungsgefäß. Für die Förderung gilt: Solarthermieanlagen sind als Wärmeerzeuger über die Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, die für den Heizungstausch bei der KfW beantragt wird. Die Grundförderung beträgt in der Regel 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Der frühere Weg über die KfW ist damit überholt. Der Antrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Da sich die Konditionen ändern können, sollten die aktuellen Bedingungen vor der Investition geprüft werden.

Wann sich Warmwasserkollektoren lohnen

Warmwasserkollektoren lohnen sich vor allem dort, wo ein hoher, gleichmäßiger Warmwasserbedarf besteht, etwa in Haushalten mit mehreren Personen, und wo eine geeignete, möglichst nach Süden ausgerichtete Dachfläche vorhanden ist. Im Sommer können sie einen großen Teil des Warmwasserbedarfs decken und die Heizung entlasten, sodass diese in den warmen Monaten oft ausgeschaltet bleiben kann. In Kombination mit der Förderung verkürzt sich die Amortisationszeit spürbar. Ob sich eine Anlage rechnet, hängt von Bedarf, Dachfläche, Ausrichtung und dem bestehenden Heizsystem ab. Ein Fachbetrieb kann die passende Kollektorfläche und Bauform ermitteln und die Anlage optimal in das vorhandene System einbinden.

Solarthermie oder Photovoltaik?

Wer über die Nutzung des Daches nachdenkt, steht oft vor der Wahl zwischen Solarthermie und Photovoltaik. Warmwasserkollektoren erzeugen direkt Wärme und sind besonders effizient, wenn ein hoher Warmwasserbedarf besteht. Photovoltaik erzeugt dagegen Strom, der vielseitig genutzt werden kann, etwa auch für eine Wärmepumpe oder Haushaltsgeräte. In vielen modernen Konzepten wird der Fläche wegen zunehmend der Photovoltaik der Vorzug gegeben, zumal sich damit in Verbindung mit einer Wärmepumpe ebenfalls Warmwasser bereiten lässt. Solarthermie bleibt jedoch dort sinnvoll, wo gezielt der Warmwasserbedarf gedeckt werden soll und das Dach begrenzt ist. Welche Lösung besser passt, hängt vom Bedarf, der Dachfläche und dem übrigen Heizsystem ab und sollte fachlich beraten werden.

Mit der passenden Auslegung und der Förderung über die Bundesförderung sind Warmwasserkollektoren so ein wirksamer Baustein, um Energiekosten zu senken und den Verbrauch fossiler Brennstoffe zu reduzieren.

Fazit

Warmwasserkollektoren gewinnen Wärme aus Sonnenenergie und ergänzen die Warmwasserbereitung oder Heizung, ersetzen sie aber meist nicht vollständig. Flachkollektoren sind günstiger, Vakuumröhrenkollektoren effizienter und platzsparender. Solarthermie senkt den Verbrauch fossiler Energie und ist über die Bundesförderung bei der KfW mit 30 Prozent Grundförderung plus Boni förderfähig, wobei der Antrag vor Beginn gestellt werden muss. Besonders bei hohem Warmwasserbedarf und geeigneter Dachfläche lohnt sich die Investition. Für die richtige Auslegung und Einbindung sorgt am besten ein Fachbetrieb.