Wenn die Heizung gluckert und nicht mehr richtig warm wird, ist das meist kein Grund zur Sorge. Häufig lässt sich das Problem durch das Entlüften der Heizung in wenigen Minuten selbst beheben. Wer richtig entlüftet, verbessert die Wärmeverteilung, spart Heizkosten und schont die Anlage.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Das Entlüften beseitigt Luft im Heizsystem, die den Wasserkreislauf stört und für kalte Heizkörper sorgt. Benötigt werden nur ein Entlüftungsschlüssel, ein Tuch und ein Auffanggefäß.
- Die wichtigsten Schritte: Heizung und Umwälzpumpe ausschalten, Entlüftungsventil öffnen, Luft entweichen lassen und das Ventil schließen, sobald Wasser austritt. Danach den Anlagendruck prüfen und die Heizung wieder einschalten.
- Regelmäßiges Entlüften beugt Geräuschen vor und hält die Heizleistung hoch. Ein gleichmäßig eingestelltes Thermostat spart zusätzlich Energie.

Heizung entlüften Schritt für Schritt
Die Entlüftung der Heizkörper können Sie in der Regel selbst vornehmen. Das einzige zwingend benötigte Werkzeug ist ein Entlüftungsschlüssel, den es im Baumarkt gibt.
Benötigte Materialien
- Entlüftungsschlüssel (auch Heizkörperschlüssel genannt)
- Tuch oder Lappen
- Auffanggefäß für austretendes Wasser
Schritte zum Entlüften der Heizung
- Heizung und Umwälzpumpe ausschalten: Das minimiert Wasserfluss und Druck im System und lässt die Luft nach oben steigen. Am besten schalten Sie die Umwälzpumpe schon etwa eine Stunde vorher ab.
- Heizkörper prüfen: Kontrollieren Sie die Heizkörper auf kalte Stellen, vor allem im oberen Bereich, denn dort sammelt sich die Luft.
- Ventil vorbereiten: Halten Sie Tuch und Auffanggefäß unter das Entlüftungsventil, das sich meist oben an einer Seite des Heizkörpers befindet, und setzen Sie den Schlüssel an.
- Ventil öffnen: Drehen Sie den Schlüssel vorsichtig gegen den Uhrzeigersinn, bis ein Zischen zu hören ist. Das ist die entweichende Luft. Halten Sie das Ventil nur so lange offen, bis statt Luft Wasser austritt.
- Ventil schließen: Sobald gleichmäßig Wasser austritt, drehen Sie den Schlüssel im Uhrzeigersinn wieder zu. Gehen Sie so alle Heizkörper durch, beginnend im Erdgeschoss nach oben.
- Druck prüfen: Kontrollieren Sie danach den Wasserdruck der Anlage und füllen Sie bei Bedarf Wasser nach, um den korrekten Druck herzustellen.
- Wieder einschalten: Schalten Sie Heizung und Umwälzpumpe wieder ein und prüfen Sie die Heizkörper auf gleichmäßige Erwärmung.

Heizung ohne Schlüssel entlüften
Ist kein Entlüftungsschlüssel zur Hand, lässt sich das Ventil auch vorsichtig mit einer Rohrzange öffnen. Gehen Sie dabei behutsam vor, um das Ventil nicht zu beschädigen.
Warum die Heizung regelmäßig entlüftet werden sollte
Luft im Heizkörper sorgt für das typische Gluckern und verhindert, dass das Heizwasser ordnungsgemäß zirkuliert. Ohne einen gleichmäßig verteilten Wasserhaushalt kann die Heizung nicht effizient arbeiten, einzelne Heizkörper bleiben kalt. Regelmäßiges Entlüften ist daher einer der einfachsten Wege, um Energie zu sparen, und macht sich bei der nächsten Heizkostenabrechnung bemerkbar.
Die richtige Vorbereitung
Neben dem Entlüftungsschlüssel sind ein Behälter und ein Lappen sinnvoll, denn beim Entlüften tritt oft schmutziges Heizwasser aus, das sich mit der Zeit im Heizkörper ansammelt. Der Tipp mit der frühzeitig abgeschalteten Umwälzpumpe zahlt sich aus: Bleibt sie eingeschaltet, verwirbelt sie die Luft im Heizkörper, was das saubere Entlüften erschwert.
So gehen Sie beim Entlüften vor
Beginnen Sie mit den Heizkörpern im Erdgeschoss und arbeiten Sie sich Zimmer für Zimmer nach oben vor. Drehen Sie zunächst das Heizkörperthermostat vollständig auf. Das Heizkörperventil, an dem entlüftet wird, sitzt vom Thermostat aus gesehen auf der gegenüberliegenden Seite. Halten Sie den Behälter darunter, setzen Sie den Schlüssel an und drehen Sie langsam gegen den Uhrzeigersinn. Sobald ein anhaltender Wasserstrahl austritt, schließen Sie das Ventil wieder.
Die Heizung richtig einstellen
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum die Heizung unter dem Fenster steht? So wird verhindert, dass kalte, schwere Luft zu Boden sinkt und für kalte Füße sorgt. Der aufsteigende warme Luftstrom aus dem Heizkörper wirkt dem entgegen. Bei der Einstellung gilt: Drehen Sie das Thermostat nicht ständig hoch und herunter. Auch bei Abwesenheit sollte die Heizung nicht ganz ausgeschaltet, sondern auf einer konstanten Stufe belassen werden, häufig ist Stufe drei ein guter Richtwert. Da Heizkosten rund 30 Prozent der Nebenkosten ausmachen, kann sich die Nachrüstung elektronischer oder programmierbarer Thermostate lohnen: Sie stellen bedarfsgerecht nur so viel Wärme bereit, wie tatsächlich gebraucht wird.
Häufige Fehler beim Entlüften
Ein verbreiteter Fehler ist, das Ventil zu weit oder zu ruckartig zu öffnen, sodass unkontrolliert Wasser austritt. Öffnen Sie langsam und nur so weit, bis Sie das Zischen der Luft hören. Auch das Entlüften bei laufender Umwälzpumpe führt selten zum Erfolg, weil die Luft dann im Wasser verwirbelt wird. Wird ein einzelner Heizkörper trotz mehrfachen Entlüftens nicht warm, kann ein hydraulisches Problem oder ein defektes Ventil dahinterstecken, das ein Fachbetrieb prüfen sollte. Vergessen Sie am Ende nicht die Druckkontrolle, denn zu niedriger Anlagendruck führt schnell erneut zu Luft im System.
Häufige Fragen zum Entlüften der Heizung
Wie oft sollte man die Heizung entlüften?
Mindestens einmal jährlich zu Beginn der Heizperiode sowie immer dann, wenn Heizkörper gluckern oder oben kalt bleiben.
In welcher Reihenfolge entlüftet man?
Von unten nach oben, also zuerst die Heizkörper im Erdgeschoss, dann etagenweise nach oben. So sammelt sich die Luft zuverlässig an den oberen Ventilen.
Muss nach dem Entlüften Wasser nachgefüllt werden?
Häufig ja. Prüfen Sie nach dem Entlüften den Anlagendruck am Manometer und füllen Sie bei zu niedrigem Druck Wasser nach, damit alle Heizkörper wieder versorgt werden.
