Nutzungsgrad der Heizung: So erzielen Sie Einsparungen

viessmann heizkessel produktbild mit hohem nutzungsgrad

Abbildung: Viessmann Werke

Der Nutzungsgrad eines Heizkessels ist das Verhältnis zwischen der nutzbaren Wärme und der zugeführten Heizenergie. Oder kurz gesagt: Je höher der Grad, desto effizienter arbeitet die Heizung. Die Berechnung findet laut DIN 4702 T8 statt. In den Geräteunterlagen der Hersteller ist der Normnutzungsgrad angegeben, wodurch Sie eine Orientierungshilfe bei der Auswahl neuer Heizungskessel erhalten. Die Ermittlung des Norm-Nutzungsgrades ist genau definiert. Es werden bei 5 typischen Leistungsstufen Prüfungen beschrieben. Das Ziel ist es, einen realistischen Wirkungsgrad zu bestimmen.
Die Hersteller selbst sind für die Tests verantwortlich und führen diese auf speziellen Prüfanlagen durch. Der Jahresnutzungsgrad wird beim Endkunden bestimmt. In der Praxis treten zahlreiche Verluste in Bezug auf die nutzbare Heizenergie auf:

  • Kesselverluste
  • Abgasverluste
  • Stillstandsverluste
  • Verteilungsverluste
  • Verlust am Warmwasserspeicher

infografik zum nutzungsgrad eines gasbrennwertkessels

Welcher Unterschied besteht zwischen Wirkungsgrad und Nutzungsgrad?

Der Wirkungsgrad wird zu einem bestimmten Betriebspunkt gemessen, der Nutzungsgrad bezieht sich auf einen längeren Zeitraum. In der Praxis werden beide Begriffe häufig synonym verwendet. Im Allgemeinen ist der Wirkungsgrad des Kessels höher als die Nutzungsgrade. Ob Nutzungsgrad einer Solaranlage, einer Gasheizung oder einer anderen Form – Die genaue Kenntnis über die Werte hilft dabei, sparsame Geräte auszuwählen. Der Jahresnutzungsgrad von Anlagen beträgt im Durchschnitt:

Heizungsart Jahresnutzungsgrad
Holzkessel 0,5 bis 0,6
Ölkessel 0,75 bis 0,8
Erdwärmepumpe 3 bis 3,5
Gas Brennwerkessel 0,9 bis 0,96
Elektroheizung 0,9
Fernwärmeheizung 0,88

Achtung: Berücksichtigen Sie bei der Auswahl, dass die verschiedenen Energieformen unterschiedliche Preise pro kWh aufweisen. Es kann unter Umständen günstiger sein, eine Bauform mit einem prinzipiell schlechteren Nutzungsgrad auszuwählen, wenn die Energiekosten pro Einheit preiswerter sind. Wir beraten Sie gern und führen entsprechende Berechnungen durch welche Ihren persönlichen Energieverbrauch und die Dämmung des Hauses berücksichtigen.

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Mit Hilfe der Zähler (beispielsweise Ölzähler oder Gaszähler) wird die tatsächlich verbrauchte Brennstoffmenge bestimmt. Die tatsächlich nutzbare Heizenergie ergibt sich durch Subtraktion der ermittelten Verluste. Wärmemengenzähler helfen bei der Bestimmung dieser Größe.
Der Jahresnutzungsgrad und der Normnutzungsgrad können stark voneinander abweichen. Der Jahresnutzungsgrad repräsentiert den Querschnitt über alle Jahreszeiten verteilt. Im Sommer können durch Bereitstellungsverluste hohe Energieeinbußen stattfinden, was zu einem geringen Wirkungsgrad führt.

Ist in den Unterlagen des Heizungs-Herstellers beispielsweise ein Normnutzungsgrad von 90 Prozent angegeben, dann bedeutet dies, dass in den ausgewählten Situationen 90 Prozent der Energie genutzt werden kann und 10 Prozent ungenutzt bleibt. Die Auswahl moderner und sparsamer Anlagen führt zu dauerhaften Energieeinsparungen.

Nutzungsgrad einer Heizung berechnen: Das Beispiel der KWK-Anlage

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Wird die Stromerzeugung mittels Kraft Wärme Kopplung durchgeführt, so werden die Nutzungsgrade nach folgender Formel bestimmt:

Gesamtnutzungsgrad = gesamte genutzte Energieabgabe / Energieeinsatz = (Wärmeabgabe + Stromabgabe) / Energieeinsatz

Der elektrische Wirkungsgrad berücksichtigt ausschließlich die Stromabgabe. Die Nutzungsgrade schwanken jahreszeitlich bedingt, da der Wärmebedarf im Winter größer als im Sommer ist. Der Jahresnutzungsgrad ist eine zuverlässigere Größe, da sie einen größeren Zeitraum berücksichtigt. Ältere Anlagen verfügen meistens über einen schlechteren Nutzungsgrad als moderne Heizungen.

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Ist die Anlage nicht korrekt eingestellt oder gilt sie als technisch überholt, so sind Werte von weniger als 60 Prozent möglich. Eine durchschnittliche und zeitgemäße Anlage sollte 85 oder 90 Prozent erreichen.

Thermischer Nutzungsgrad von BHKW

Der thermische Nutzungsgrad von Blockheizkraftwerken wird als Quotient aus der abgegebenen Nutzungswärme und der zugeführten Brennstoffleistung bestimmt. Da in diesem Fall Strom und Wärme produziert wird, muss zwischen verschiedenen Varianten des Nutzungsgrades unterschieden werden. Der Gesamtwirkungsgrad bezieht sich auf die abgegebene Leistung – elektrisch und thermisch – sowie auf die zugeführte Brennstoffleistung.