
Eine moderne Ofenheizung verbindet die behagliche Strahlungswärme eines Feuers mit der Möglichkeit, als Zusatz- oder sogar Alleinheizung zu dienen. Vom einfachen Kaminofen bis zum wasserführenden System reicht die Auswahl. Dieser Ratgeber erklärt Funktion, Arten, Vor- und Nachteile sowie Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Ofenheizung ist eine Einzelfeuerstelle, die als Zusatz- oder Alleinheizung dienen kann. Erhältlich sind Modelle mit Holz-, Pellet-, Gas- oder Strombetrieb.
- Wasserführende Öfen können über einen Pufferspeicher mehrere Räume mit Wärme versorgen und so die Hauptheizung entlasten.
- Einfache Standöfen sind grob ab 500 Euro erhältlich, wasserführende Systeme ab rund 2.000 Euro. Eine direkte Förderung gibt es nur in bestimmten Fällen.
Arten und Modelle
Bei einem Ofen handelt es sich um eine Einzelfeuerstelle. Wird die Ofenheizung mit Gas, Pellets oder Scheitholz betrieben, ist ein Anschluss an den Schornstein erforderlich. Die Vorschriften sind allerdings weniger streng als für Öl- oder Gas-Brennwertkessel einer Zentralheizung. Die Bandbreite reicht vom einfachen Standkamin als reine Einzelfeuerstelle bis zu wassergeführten, raumübergreifenden Systemen, die in die Wärmeversorgung des Hauses eingebunden werden. Insbesondere für den Einsatz als Zusatzheizung ohne Abgasentwicklung eignet sich eine strombetriebene Ofenheizung, die allerdings im Betrieb wegen des hohen Strompreises teuer ist. Ein wasserführender Ofen kann über Heizungsrohre und einen Pufferspeicher Wärme in andere Räume transportieren und sogar warmes Brauchwasser erzeugen. So lassen sich Effizienzwerte erreichen, die unter bestimmten Bedingungen sogar förderfähig sind und die Hauptheizung spürbar entlasten.
Vorteile
Eine Ofenheizung bietet mehrere Vorteile, die je nach Ausführung zum Tragen kommen:
- angenehme, direkte Strahlungswärme
- günstige Brennstoffe wie Holz und Pellets, die nicht dem CO2-Preis unterliegen
- beim Strombetrieb keine Abgasentwicklung
- Wärmequelle auch für abseits gelegene Räume
- Entlastung der Hauptheizung und damit geringere Betriebskosten
- mit Pufferspeicher eine zeitversetzte Wärmenutzung möglich
- Einsatz regenerativer Energieträger
- geringere bauliche Abgasvorschriften für Einzelfeuerstellen
- schnelle Wärme bei Bedarf
Nachteile
Dem stehen einige Nachteile gegenüber, die bei der Planung zu bedenken sind:
- bei Gasbetrieb ist eine Leitungsverlegung erforderlich
- bei Gas-, Holz- und Pelletfeuerung ist ein Abgasanschluss nötig
- bei Holz- und Pelletfeuerung wird Platz für die Brennstofflagerung benötigt
- der Strombetrieb ist wegen des hohen Strompreises teuer
- die Heizwirkung ist nur bedingt steuerbar
- ohne die Brennwerttechnik eines Kessels treten Energieverluste auf
Anschaffungskosten
Die Preise für eine Ofenheizung sind so variabel wie die Bauformen. Einfache Standöfen aus Metall mit einer Brennkammer hinter feuerfestem Glas sind grob ab 500 Euro erhältlich. Beim Anschluss sind die Vorgaben des Schornsteinfegers zu beachten, der die Emissionswerte misst. Gegebenenfalls ist ein Filter nötig. Wassergeführte Modelle, die Wärme speichern und transportieren können, beginnen grob ab 2.000 Euro. Feststoffbrennkammern für Holz sind die preiswerteste Variante, während eine automatische Pelletbeschickung oder die zusätzlichen Sicherheitsauflagen bei Gasöfen die Kosten erhöhen. Je regelbarer und effizienter die Wärmeerzeugung, desto höher fallen die Anschaffungskosten aus.
Betriebskosten
Die gängigen Brennstoffe für Ofenheizungen gehören zu den günstigeren Energiequellen. Da die Bandbreite von der kleinen Holzfeuerstelle bis zur gasbetriebenen wassergeführten Anlage reicht, hängen die Betriebskosten stark vom Brennstoff, von der Dämmung, den Raumgrößen und dem Wärmebedarf ab. Für das Beheizen eines rund 20 Quadratmeter großen Raums mit Scheitholz ist grob mit etwa 50 Euro monatlichen Holzkosten zu rechnen. Beim Strombetrieb fallen wegen des hohen Strompreises deutlich höhere Kosten an, weshalb sich ein Stromofen eher als gelegentliche Zusatzheizung eignet.
Für wen sich eine Ofenheizung eignet
Ob sich eine Ofenheizung lohnt, hängt vom Einsatzzweck ab. Als Zusatzheizung eignet sie sich für alle, die an kalten Tagen zusätzliche Wärme und die behagliche Atmosphäre eines Feuers schätzen und zugleich die Hauptheizung entlasten möchten. Ein einfacher Kaminofen sorgt für schnelle Strahlungswärme im Wohnraum, während ein wasserführendes Modell über den Pufferspeicher auch andere Räume mit Wärme versorgen kann. Als Alleinheizung kommt eine Ofenheizung vor allem für kleinere Gebäude oder gut gedämmte Häuser mit geringem Wärmebedarf in Frage, wobei dann ein wassergeführtes System mit ausreichender Leistung nötig ist. Wichtig ist ein passender Schornstein und, bei Holz- und Pelletbetrieb, genügend Platz für die Brennstofflagerung. Wer sich für eine Ofenheizung entscheidet, sollte im Vorfeld mit dem Schornsteinfeger klären, welche Anforderungen an Aufstellung, Abgasführung und Emissionswerte zu erfüllen sind, damit der Betrieb sicher und regelkonform erfolgt. Auch die richtige Dimensionierung ist wichtig, damit der Ofen den Raum weder überheizt noch zu wenig Wärme liefert.
Fördermöglichkeiten
Eine Ofenheizung wird nur in bestimmten Fällen direkt gefördert. Ein einzelner Ofen als Zusatzheizung ist in der Regel nicht förderfähig. Anders sieht es aus, wenn ein wasserführender Ofen als Biomasseanlage in die zentrale Wärmeversorgung eingebunden wird und die Anforderungen an Emissionswerte, Pufferspeicher und Brennstoff erfüllt. Dann kann er über die Bundesförderung für effiziente Gebäude bezuschusst werden. Auch indirekt kann eine effiziente Ofenheizung die Energiebilanz des Gebäudes verbessern und so zu einem förderfähigen Gesamtkonzept beitragen. Da die Förderbedingungen an bestimmte Voraussetzungen geknüpft sind, sollten sie vor der Anschaffung geprüft werden. Wichtig ist, dass reine Einzelraumfeuerungen ohne Einbindung in das Heizsystem meist keinen Anspruch auf Förderung begründen. Eine Beratung durch einen Fachbetrieb oder Energieberater hilft zu klären, ob und in welchem Umfang eine bestimmte Ofenlösung förderfähig ist.
Häufige Fragen zur Ofenheizung
Kann ein Ofen die Hauptheizung ersetzen?
In kleinen, gut gedämmten Gebäuden ist das möglich. In der Regel dient er als Zusatzheizung, weil er nur den Aufstellraum und angrenzende Bereiche erwärmt.
Was leistet ein wasserführender Ofen?
Er speist über einen Pufferspeicher Wärme in den Heizkreislauf ein und kann so mehrere Räume versorgen und die Hauptheizung entlasten.
Was kostet eine Ofenheizung?
Einfache Standöfen sind grob ab 500 Euro erhältlich. Wasserführende Systeme mit Einbindung in den Heizkreislauf kosten deutlich mehr.
Welche Brennstoffe sind möglich?
Je nach Modell Holz, Pellets, Gas oder Strom. Entscheidend sind die Zulassung des Geräts und die örtlichen Vorgaben für Feuerstätten.
