brennholzunterstand scheitholz

Wer mit Holz heizt, braucht ausreichend Lagerplatz, denn frisch geschlagenes Brennholz muss lange trocknen. Ein Unterstand schützt den Holzstapel vor Witterung und sorgt für eine gute Durchlüftung. Dieser Ratgeber erklärt Bauweise, Vorschriften und Kosten und gibt Tipps zum Selbstbau.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Brennholzunterstand schützt das Holz vor Nässe und ermöglicht die Trocknung. Wichtig sind ein trockener Untergrund und eine gute Belüftung.
  • Ob eine Genehmigung nötig ist, hängt von Größe, Nutzung und den örtlichen Vorschriften ab. Im Zweifel gibt das Bauamt Auskunft.
  • Der Selbstbau mit Paletten, Kanthölzern und einer wetterfesten Dachabdeckung ist günstig und flexibel. Fertige Unterstände sind ebenfalls erhältlich.

Braucht man eine Genehmigung?

Vor dem Bau stellt sich die Frage nach einer Genehmigung. Da die Vorschriften für die Brennholzlagerung von Ort zu Ort unterschiedlich sind, sollte man beim zuständigen Bauamt Erkundigungen einholen. Grundsätzlich hängt die Genehmigungspflicht von der Größe und der Verwendung des Unterstands ab. Dient er wirklich nur der Brennholzlagerung und überschreitet er bestimmte Maße nicht, stehen die Chancen gut, auf eine Genehmigung verzichten zu können. Anders als oft angenommen ist eine Betonplatte als Fundament nicht ausschlaggebend für die Genehmigungspflicht. Ist doch eine schriftliche Erlaubnis erforderlich, empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Fachmann, da Laien damit schnell überfordert sind.

Die richtige Größe wählen

Ist die Genehmigungsfrage geklärt, geht es an die Planung. Bei der Dimensionierung sollte man abschätzen, wie viel Holz gelagert werden soll. Das hängt davon ab, wie intensiv der Ofen genutzt wird: Unterstützt das Holz die Heizung, sollte der Unterstand durchaus 10 Kubikmeter aufnehmen können. Dient das Feuer nur der Gemütlichkeit im Kaminofen, genügt weniger. Zu bedenken ist, dass frisch geschlagenes Holz je nach Holzart ein bis zwei Jahre trocknen muss, bevor es verbrannt werden kann, da zu feuchtes Holz schlecht brennt und mehr Schadstoffe freisetzt. Ein großzügig dimensionierter Unterstand ermöglicht es zudem, größere Mengen auf einmal zu kaufen, was den Preis je Raummeter senkt, und stets ausreichend getrocknetes Holz vorrätig zu haben.

Unterstand selbst bauen

Als Grundlage haben sich robuste Euro-Paletten bewährt: Sie verhindern den ständigen Bodenkontakt, der zu Feuchtigkeit, schlechter Brennbarkeit und auf Dauer zur Zersetzung des Holzes führt. Als Pfosten eignen sich solide Kanthölzer mit einer Kantenlänge von etwa 100 Millimetern, die mit passenden Einschlaghülsen im Boden verankert werden. Auf einer Rasenfläche wird die Hülse eingeschlagen, auf einer gepflasterten Fläche verschraubt. Für Dach und Rückwand genügen kleinere Kanthölzer als Rahmen, die mit Stahlwinkeln und Nägeln verbunden werden. Als Dachabdeckung eignen sich Wellblech, ein Kunststoffdach oder Dachpappe. Dachziegel sind zwar möglich, aber aufwendiger und teurer. Das Dach sollte leicht geneigt sein, damit Regenwasser ablaufen kann.

Für einen stabilen Stand empfiehlt sich die Aufstellung an einer Wand, die den Unterstand vor Windböen schützt und unter Umständen eine Rückwand ersparen kann. Ist das nicht möglich, sollte eine Rückwand eingeplant werden. Hierfür eignen sich Sichtschutzwände aus dem Baumarkt oder stabilere Siebdruckplatten. Alle Hölzer und Platten sollten mit einem Holzschutz behandelt werden, um sie vor Witterung zu schützen.

Richtig stapeln und belüften

Beim Stapeln ist auf eine gute Belüftung zu achten. Zwischen Holzstapel und Rückwand sollte ein Spalt von einigen Zentimetern bleiben. Das hat zwei Gründe: Zum einen dehnt sich das Holz je nach Witterung aus, zum anderen soll die Luft zirkulieren können, damit die Restfeuchte entweicht. Wird dem Wind keine Angriffsfläche geboten, trocknet das Holz nicht richtig. Ein locker geschichteter Stapel mit ausreichenden Zwischenräumen trocknet daher besser als ein zu dicht gepackter. Die Stirnseiten des Stapels sollten möglichst dem Wind zugewandt sein, um die Durchlüftung zu fördern.

Der richtige Standort

Der Standort des Brennholzunterstands hat großen Einfluss auf die Trocknung. Ideal ist ein sonniger, luftiger Platz, an dem der Wind den Stapel gut durchlüften kann. Eine Ausrichtung, bei der die Stirnseiten des Stapels der Hauptwindrichtung zugewandt sind, beschleunigt das Trocknen. Zugleich sollte der Unterstand vor Schlagregen geschützt sein, weshalb ein überstehendes Dach wichtig ist. Ein Platz direkt an einer Hauswand bietet Schutz vor Wind und Wetter, allerdings sollte zwischen Wand und Holz ein Abstand bleiben, damit die Luft zirkulieren kann und keine Feuchtigkeit an der Wand entsteht. Der Untergrund sollte trocken und möglichst befestigt sein, denn aufsteigende Bodenfeuchte durchfeuchtet das Holz von unten. Wer den Standort sorgfältig wählt, sorgt dafür, dass das Brennholz zuverlässig trocknet und beim Verbrennen die volle Heizleistung liefert.

Fertigen Unterstand kaufen

Wer sich nicht mit der Konstruktion befassen möchte, kann einen fertigen Brennholzunterstand kaufen. Dabei handelt es sich meist um vorgefertigte Wände, die nur noch zusammengeschraubt werden müssen. Häufig ist kein Einschlagen von Pfosten nötig, da der Unterstand als Ganzes standfest ist. Ist er ausreichend mit Holz gefüllt, steht er sicher. Solche Fertiglösungen sind in verschiedenen Größen und Ausführungen aus Holz oder Metall erhältlich und eignen sich für alle, die schnell und ohne handwerklichen Aufwand einen ordentlichen Lagerplatz schaffen möchten. Bei der Auswahl sollte auf wetterfeste Materialien, eine stabile Konstruktion und eine ausreichende Größe für den geplanten Holzvorrat geachtet werden.

Rechenbeispiel: Was die Trocknung im Unterstand bringt

Der Wassergehalt entscheidet über den Heizwert, weil jedes Kilogramm Wasser im Holz erst verdampft werden muss und diese Energie im Abgas verloren geht. Für Buche gerechnet:

Wassergehalt Zustand Heizwert je Kilogramm
50 Prozent frisch geschlagen rund 2,2 kWh
30 Prozent ein Sommer im Freien rund 3,4 kWh
20 Prozent zwei Jahre im Unterstand rund 4,0 kWh
15 Prozent optimal gelagert rund 4,2 kWh

Dieselbe Menge Holz liefert trocken also rund 78 Prozent mehr Energie als frisch geschlagen. Wer feucht verbrennt, heizt einen erheblichen Teil buchstäblich zum Schornstein hinaus und riskiert zusätzlich Glanzruß im Abzug sowie deutlich höhere Emissionen. Die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung schreibt für Scheitholz deshalb höchstens 25 Prozent Wassergehalt vor.

Für den Unterstand folgen daraus konkrete Anforderungen: ein Dach gegen Regen, aber offene Seiten für den Luftzug, mindestens eine Handbreit Abstand zur Wand, das Holz nicht direkt auf dem Boden, sondern auf Paletten oder Kanthölzern, und die Schnittflächen nach außen. Eine geschlossene Plane bewirkt das Gegenteil, weil die Feuchtigkeit nicht entweichen kann und das Holz zu schimmeln beginnt. Prüfen lässt sich das Ergebnis mit einem Holzfeuchtemessgerät für wenige Euro, gemessen wird an einer frisch gespaltenen Fläche im Inneren des Scheits.