Thermische Energie mit Solarkollektoren

Alle Stoffe bestehen aus Atomen und Molekülen, die sich ständig bewegen. Thermische Energie ist die Energie, die aus dieser Bewegung entsteht. Wir erklären, was thermische Energie ist, wie sie sich berechnen lässt und wo sie im Alltag und in der Heiztechnik genutzt wird.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Thermische Energie, auch Wärmeenergie genannt, entsteht durch die Bewegung der kleinsten Teilchen eines Stoffs und nimmt mit steigender Temperatur zu.
  • Sie wird in Joule gemessen und lässt sich über die Masse, die spezifische Wärmekapazität und die Temperaturänderung berechnen.
  • Genutzt wird thermische Energie unter anderem in Verbrennungsmotoren, in der Solarthermie und in der Heiztechnik, wobei stets ein Teil als Verlust anfällt.

Was ist thermische Energie?

Die kleinsten Bausteine jeder Substanz, Atome und Moleküle, bewegen sich fortwährend. Thermische Energie ist die Energie, die aus dieser Bewegung resultiert. Wird ein Stoff erwärmt, nimmt die Bewegung der Teilchen zu, bei Abkühlung verlangsamt sie sich. Besonders gut sichtbar wird dies bei einem Wechsel des Aggregatzustands: Gefriert Wasser, werden die Bewegungen langsamer, bei starker Erwärmung geht ein fester oder flüssiger Stoff in den gasförmigen Zustand über, in dem sich die Teilchen frei in alle Richtungen bewegen. Beschleunigen sich die Teilchen in einem geschlossenen Raum, entsteht Druck, was die Wirkung thermischer Energie anschaulich macht.

Abgrenzung von Wärme

Thermische Energie, oft auch Wärmeenergie genannt, ist nicht mit dem Begriff Wärme gleichzusetzen. Zugeführte Wärme steigert die Bewegung der Teilchen und damit die Energie, ist selbst aber keine Substanz. Die innere Bewegungsenergie liegt in jedem Stoff vor und lässt sich durch die Temperatur nur verstärken oder abschwächen. Jeder Stoff bringt also ein Grundmaß an thermischer Energie mit, das sich durch technische Verfahren nutzbar machen und aus dem Träger herauslösen lässt.

Beispiele für thermische Energie

Im Alltag begegnet uns thermische Energie an vielen Stellen. Beispiele sind die Verbrennung von Kraftstoff in einem Fahrzeugmotor, die Erwärmung von Solarzellen und Kollektoren durch die Sonne, kochendes Wasser, das in einem Topf Druck aufbaut, sowie die Druckerzeugung in geschlossenen Behältern, die sich mechanisch nutzen lässt. In all diesen Fällen wird die Bewegungsenergie der Teilchen in eine nutzbare Form überführt.

Maßeinheit und Berechnung

Thermische Energie wird in Joule gemessen, benannt nach dem englischen Physiker James Prescott Joule. Physikalisch setzt sich das Energieaufkommen aus Bewegungs- und Bindungskräften zusammen, wobei die Bewegungskräfte auch als kinetische Energie bezeichnet werden. Entscheidend für die vorhandene Energie sind die Temperatur und die Menge beziehungsweise Dichte des Stoffs, vereinfacht also die Bewegungsgeschwindigkeit und die Anzahl der Teilchen. Die grundlegende Formel zur Berechnung der Wärmemenge setzt sich aus mehreren Größen zusammen: der Energiemenge Q in Joule, der Masse m in Kilogramm, der spezifischen Wärmekapazität c in Joule je Kilogramm und Kelvin sowie der Temperaturänderung, angegeben in Kelvin. Die Formel lautet Q gleich m mal c mal der Temperaturänderung. Die spezifischen Wärmekapazitäten der Stoffe werden dabei aus Tabellen entnommen.

Nutzung und Wirkungsgrade

Die große technische Herausforderung besteht darin, an die innere Energie der Stoffe heranzukommen. Thermische Energiespeicher nehmen Wärme auf und halten sie an einem Ort fest, was in der Heiztechnik hilft, unterschiedlich hohe Wärmeangebote auszugleichen. Auch thermische Solaranlagen nutzen diese Möglichkeit. Bei der Umwandlung geht jedoch stets ein erheblicher Teil der Energie verloren. Anschaulich zeigt das ein Verbrennungsmotor, bei dem nur ein Teil der eingesetzten Energie als Bewegungsenergie ankommt und der Rest überwiegend als Abwärme verloren geht. Die technische Entwicklung zielt daher darauf ab, den Wirkungsgrad zu erhöhen, etwa durch Kraft-Wärme-Kopplung, die die anfallende Abwärme zusätzlich nutzt.

Fazit

Für das Verständnis moderner Heiztechnik ist das Konzept der thermischen Energie besonders hilfreich, denn viele Systeme beruhen darauf, vorhandene Wärme möglichst effizient zu nutzen oder aus der Umgebung zu gewinnen. Eine Wärmepumpe etwa entzieht der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser thermische Energie und hebt sie mit vergleichsweise wenig Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau an. So wird deutlich, dass thermische Energie nicht nur ein physikalisches Grundprinzip ist, sondern die Basis für eine effiziente und klimafreundliche Wärmeversorgung bildet.

Thermische Energie beschreibt die in der ungeordneten Bewegung der Teilchen eines Stoffes gespeicherte Energie und ist damit ein Maß für dessen Wärmeinhalt. In der Heiztechnik geht es im Kern darum, diese Energie möglichst effizient zu erzeugen, zu übertragen und zu speichern, etwa in einem Pufferspeicher, in dem Wasser wegen seiner hohen Wärmekapazität große Wärmemengen aufnehmen kann. Je geringer die Verluste bei Erzeugung und Transport ausfallen, desto sparsamer arbeitet das gesamte Heizsystem. In einem Pufferspeicher gespeicherte thermische Energie lässt sich zeitversetzt nutzen, was besonders beim Zusammenspiel von Wärmepumpe und Photovoltaik von Vorteil ist.

Zusammengefasst ist thermische Energie die aus der Bewegung der kleinsten Teilchen resultierende Energie, die in jedem Stoff steckt und mit der Temperatur zunimmt. Sie wird in Joule gemessen und lässt sich über Masse, spezifische Wärmekapazität und Temperaturänderung berechnen. Genutzt wird sie in zahlreichen Anwendungen von Verbrennungsmotoren über die Solarthermie bis zur Wärmepumpe, wobei stets ein Teil als Abwärme verloren geht. Ziel der technischen Entwicklung ist es, diese Verluste zu verringern und die vorhandene Energie möglichst vollständig zu nutzen.