Warmwasserzirkulation optimal auslegen & Vor- und Nachteile

Die Warmwasser-Zirkulationsleitung sorgt für eine unverzügliche Bereitstellung von warmem Wasser an allen Entnahmestellen. Wir diskutieren Vorteile und Nachteile der Warmwasserzirkulation. Lesen Sie zudem warum sie trotz höherer Kosten sinnvoll ist und erhalten Sie wichtige Tipps für den energiesparenden Einsatz.

warmwasserzirkulation infografik

Schema einer Warmwasserzirkulation mit Pumpe in der Rückleitung

Welche Möglichkeiten stehen zur Auswahl bereit?

Gebäude können über unterschiedliche Systeme verfügen:

  • Warmwasserzirkulation mit elektrischer Pumpe
  • kein Zirkulationssystem
  • veraltetes und in der Regel nicht mehr zulässiges Schwerkraft-Zirkulationssystem

Die Vorteile und Nachteile der Warmwasser-Zirkulationsleitung

Ist eine Heizungsanlage mit der Technologie der Warmwasserzirkulation ausgestattet, tritt direkt nach dem Öffnen des Wasserhahns warmes Wasser aus der Leitung aus. Sie müssen nicht warten bis Sie das Warmwasser nutzen können, wie es bei älteren Anlagen oftmals der Fall ist.

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Der einzige Nachteil der Warmwasserzirkulation sind die höheren Kosten. Das zentrale Wassersystem muss das Heißwasser stets bereit halten. Eine Aufgabe, die mit der ständigen Erwärmung des zurückgeflossenen Wassers verbunden ist. Befürworter von Systemen ohne Warmwasserzirkulation führen an, dass warmes Wasser auch ohne eine Zirkulation innerhalb kürzester Zeit zur Verfügung steht. Jährlich würden in einem Einfamilienhaus nur rund zwei Kubikmeter kaltes Wasser ungenutzt in die Leitungen zurückfließen.

Warmwasserzirkulation ohne Pumpe oder Zirkulation mit Pumpe?

Vor allem in älteren Zirkulationsleitungen findet die Zirkulation ohne elektrische Pumpe statt. Das Warmwasser kreist aufgrund der Schwerkraft.

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Laut Peter Kafke von der Energieberatung der Verbraucherzentrale entstehen in einem Einfamilienhaus pro Jahr rund 200 bis 300 Euro Kosten für diese Form der Zirkulation.
Das Schwerkraftprinzip kann nur wirken, wenn das Wasser stark abkühlt. Dies ist mit hohen Wiedererwärmungskosten verbunden. Im Allgemeinen ist es für moderne Häuser nicht mehr zulässig, die Zirkulation ohne eine elektrische Pumpe zu realisieren. In modernen Anlagen werden gut gedämmte Leitungen verlegt, wodurch sich das Wasser weniger stark abkühlt. Elektrische Pumpen befördern das Wasser im Kreislauf. Die jährlichen Stromkosten für die elektrische Pumpe betragen rund 30 Euro. Im Gegenzug reduzieren sich Heizkosten für das Warmwasser.

So gestalten Sie die Warmwasserzirkulation optimal

Sind die Leitungen im Heizungssystem überdimensioniert und nicht ausreichend gedämmt, steigt die Wartezeit für die Bereitstellung des Warmwassers. Der Wasserverbrauch erhöht sich, wodurch die Kosten zunehmen.

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Eine Hocheffizienzpumpe ist in diesem Fall sinnvoll und sparsam im Verbrauch. Aus dem Hause Wilo sind leistungsstarke Pumpen ab Verkaufspreisen von rund 115 Euro erhältlich. Moderne Pumpen verfügen über eine integrierte Zeitschaltuhr. Die Hausbesitzer stellen die Zeiten ein, zu welchen voraussichtlich ein regelmäßiger oder hoher Warmwasserverbrauch vorliegt, beispielsweise von 6 Uhr bis 22 Uhr. Die Thermostatuhr sorgt dafür, dass das warme Wasser nur zirkuliert, wenn die Temperatur sich in einem bestimmten Temperaturbereich befindet.

Die Einstellung der Zirkulationspumpe muss in Übereinstimmung mit den gesetzlichen Bedingungen erfolgen. Die Steuerung muss außerdem den Legionellenschutz berücksichtigen: Bei einer Wassertemperatur von mindestens 60 Grad Celsius erfolgt die Abtötung der schädlichen Wasserbakterien.

Welches Schema liegt der Warmwasser-Zirkulationsleitung zugrunde?

Vom Wärmeerzeuger bzw. vom Wärmespeicher führt eine Warmwasserleitung zu den Abnahmestellen. Eine parallele Leitung führt im Kreislauf wieder zurück zum Wärmeerzeuger bzw. zum Speicher. Meistens ist die Zirkulationspumpe im Rückkreislauf des Systems angebracht. Wird das Wasser nicht abgenommen, dann fließt es nach dem leichten Abkühlen wieder zurück in den in den Speicher oder Heizungsraum und wird erneut erwärmt.

Wann muss ich Warmwasser-Zirkulationsleitungen nachrüsten?

In Deutschland ist die Entfernung zwischen dem Warmwasserbereiter und der am weitesten entfernt liegenden Entnahmestelle ein Kriterium für die gesetzliche Verpflichtung zur Installation eines Zirkulationssystems. Beträgt der Rohrleitungsinhalt mindestens drei Liter, dann muss die Zirkulation realisiert werden. Dieser Vorschrift liegen hygienische Bedenken zugrunde. Steht kaltes Wasser über einen längeren Zeitraum in der Leitung, dann erhöht sich Legionellen-Gefahr. Da moderne Warmwasserzirkulationspumpen im Vergleich zu älteren Modellen über einen reduzierten Verbrauch verfügen, empfehlen wir daher die Installation eines Zirkulationssystems.