
In Deutschland wird der Wasserverbrauch vor allem durch das eigene Verhalten bestimmt. Sich über den eigenen Verbrauch zu informieren, ist trotzdem sinnvoll, denn Wasser ist ein kostbares Gut, und mit kleinen Änderungen lässt sich Geld sparen. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie den Verbrauch ablesen und was normal ist.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Wasserzähler finden sich meist im Bad und in der Küche, seltener zentral im Keller.
- Warmwasserzähler sind rot, Kaltwasserzähler blau umrandet.
- Bei mechanischen Zählern gibt die lange Zahlenreihe den Verbrauch in Kubikmetern an.
- Pro Person werden in Deutschland im Schnitt rund 125 Liter am Tag verbraucht.
- Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von den individuellen Gewohnheiten ab.
Wie liest man den Wasserverbrauch ab?
Zunächst zur Frage, wo sich die Zähler befinden. Im eigenen Einfamilienhaus wissen Sie das meist, in einer Mietwohnung ist es manchmal schwieriger. Häufig finden Sie die Zähler in den jeweiligen Räumen, also im Bad oder in der Küche, dort wo die Rohre entlanglaufen, etwa unter der Spüle oder über dem Spülkasten. Seltener sind die Zähler zentral am Steigrohr im Keller angebracht; im Einfamilienhaus liegen die meisten Zähler am Hauptwasseranschluss.
Haben Sie die Zähler gefunden, können Sie sie selbst ablesen. Unterscheiden Sie zuerst, ob es sich um einen Warm- oder Kaltwasserzähler handelt; die Farbcodierung hilft: Beim Warmwasserzähler ist die Zahlenreihe rot umrandet, beim Kaltwasserzähler blau. Digitale Zähler zeigen den Wert elektronisch an und meist ein eindeutiges Symbol zur Unterscheidung. Bei mechanischen Zählern, die in Deutschland noch überwiegen, ist das Ablesen ebenfalls einfach: Die lange Zahlenreihe gibt den Verbrauch in Kubikmetern an. Notieren Sie zuerst die schwarzen Ziffern vor dem Komma und danach die roten nach dem Komma. Die zusätzlichen kleinen Zahnräder zeigen denselben Verbrauch in Litern an. Für die Ablesung im Auftrag der Wasserwerke genügt in der Regel die schwarze Zahl.
Wie viel Wasser ist normal?
Wie viel Wasser verbraucht wird, hängt stark von der Haushaltsgröße ab. Ein Singlehaushalt bewegt sich grob zwischen etwa 90 und 140 Litern am Tag. Eine kleine Familie mit drei Personen kommt auf rund 270 bis 420 Liter täglich, abhängig unter anderem vom Alter des Kindes, und vier Personen verbrauchen etwa 360 bis 560 Liter pro Tag. Im Durchschnitt entfällt auf jede Person ein Verbrauch von rund 125 Litern täglich, also grob 46.000 Liter im Jahr.
Diese Werte sind allerdings nur Richtgrößen, denn der tatsächliche Verbrauch hängt stark vom Alltag und den Gewohnheiten ab. Wer täglich eine Waschmaschine laufen lässt, verbraucht deutlich mehr als jemand, der nur einmal pro Woche wäscht, und auch die Vorliebe für eine kurze Dusche oder ein Vollbad macht einen großen Unterschied. Interessant ist zudem, dass Bewohner von Mehrfamilienhäusern pro Kopf im Schnitt spürbar weniger Wasser verbrauchen als Bewohner von Einfamilienhäusern.
Wasserverbrauch senken
Wer den eigenen Verbrauch kennt, kann ihn gezielt senken. Sparsame Armaturen und Duschköpfe, das Beheben tropfender Wasserhähne und laufender Spülkästen sowie das bewusste Nutzen von Wasch- und Spülmaschine im vollen Zustand tragen spürbar dazu bei. Auch der Umstieg von Vollbädern auf kürzere Duschen macht sich bemerkbar. Da beim Warmwasser zusätzlich Energie zum Erhitzen anfällt, senken Sie mit einem sparsamen Warmwasserverbrauch nicht nur die Wasser-, sondern auch die Heizkosten. Ein regelmäßiger Blick auf den Zählerstand hilft, den eigenen Verbrauch im Auge zu behalten und ungewöhnliche Anstiege, etwa durch ein verstecktes Leck, frühzeitig zu erkennen.
Warum sich der Blick auf den Verbrauch lohnt
Der Wasserverbrauch verursacht nicht nur Kosten für das Frischwasser, sondern in der Regel auch für das Abwasser, das meist nach der bezogenen Wassermenge abgerechnet wird. Wer seinen Verbrauch kennt und senkt, spart daher gleich doppelt. Besonders beim Warmwasser kommt die Energie zum Erhitzen hinzu, sodass sparsames Verhalten hier auch die Heizkosten senkt. Ein regelmäßiger Blick auf den Zähler hilft zudem, ungewöhnliche Anstiege frühzeitig zu bemerken. Steigt der Verbrauch ohne erkennbaren Grund, kann ein verstecktes Leck, ein laufender Spülkasten oder ein tropfender Hahn die Ursache sein. So dient das regelmäßige Ablesen nicht nur der Kostenkontrolle, sondern auch der frühzeitigen Erkennung von Problemen in der Hausinstallation.
Wasserzähler richtig ablesen und notieren
Damit Sie Ihren Verbrauch über die Zeit vergleichen können, empfiehlt es sich, den Zählerstand regelmäßig, etwa monatlich, zu notieren. So erkennen Sie, wie sich Ihr Verbrauch entwickelt und ob bestimmte Gewohnheiten viel Wasser kosten. Notieren Sie Datum und Zählerstand am besten in einer einfachen Liste oder Tabelle. Bei der jährlichen Abrechnung können Sie Ihren selbst abgelesenen Wert mit dem der Abrechnung vergleichen und so Fehler erkennen. Achten Sie darauf, immer denselben Zähler und dieselbe Ableseart zu verwenden, damit die Werte vergleichbar bleiben. Gerade wenn mehrere Zähler für Warm- und Kaltwasser vorhanden sind, hilft eine klare Zuordnung, den Überblick zu behalten.
Zusammengefasst lässt sich der Wasserverbrauch mit wenigen Handgriffen selbst ablesen und kontrollieren. Wer weiß, wo die Zähler sitzen, die Farbcodierung für Warm- und Kaltwasser kennt und die richtige Zahlenreihe abliest, behält seinen Verbrauch im Blick. Mit dem Wissen um die durchschnittlichen Verbrauchswerte lässt sich der eigene Verbrauch einordnen und bei Bedarf gezielt senken, was sowohl die Umwelt schont als auch die Kosten reduziert.
