
Zur Zwischenspeicherung von warmem Wasser sind in modernen Heizungsanlagen oft Puffer- oder Hygienespeicher eingebaut. Diese Kombispeicher versorgen den Haushalt mit warmem Wasser für Heizung und Warmwasser. Dieser Beitrag erklärt Volumen, Anschluss und Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Hygienespeicher erwärmt das Trinkwasser im Durchlaufprinzip.
- Das Volumen richtet sich nach der Haushaltsgröße, meist 300 bis 1000 Liter.
- Durch den ständigen Wasseraustausch bleibt das Wasser frisch.
- Er lässt sich mit Solarthermie und Wärmepumpe kombinieren.
- Die Kosten liegen je nach Ausstattung grob bei 2.500 bis 4.000 Euro.
Das Volumen richtet sich nach der Haushaltsgröße
Ein Hygienespeicher besteht aus Metall und ist je nach Bedarf mit einem Volumen von etwa 300 oder 500 Litern erhältlich. Für Mehrfamilienhäuser gibt es Speicher mit bis zu 1000 Litern. Das Trinkwasser wird in Wärmetauschern erhitzt und die Energie in Form von warmem Wasser zwischengespeichert. Das erhöht die Effizienz, da Gas- und Ölheizungen in den Ein- und Ausschaltphasen einen etwas schlechteren Wirkungsgrad haben und der Kessel sonst für jede Warmwasserentnahme mit aufheizen müsste.
Speichervolumen nach Haushaltsgröße
| Haushalt | empfohlenes Volumen | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1 bis 2 Personen | ca. 300 bis 500 l | kompakte Anlage |
| 3 bis 4 Personen | ca. 500 bis 800 l | Standardfall Einfamilienhaus |
| 5 und mehr Personen | ab ca. 800 l | ggf. mit Solarunterstützung |
Anschluss an die Heizungsanlage
Der Hygiene- oder Pufferspeicher ist ein dezentrales System und wird an die Öl- oder Gasheizung angeschlossen. Die Erwärmung des Trinkwassers erfolgt im Durchlaufprinzip: Im Speicher befindet sich ein spiralförmiges Rohrsystem aus Edelstahl oder Kupfer, in dem das Trinkwasser erwärmt wird. Da der Speicher den Druck der Wasserleitung nutzt, ist keine zusätzliche Pumpe nötig. Weil das Wasser im Rohrsystem beim Öffnen des Wasserhahns komplett ausgetauscht wird, kann es nicht abstehen und alt werden. Bei einem Edelstahlwellrohr setzt sich zudem kaum Kalk ab, sodass solche Systeme als selbstreinigend gelten.
Fachgerechter Einbau
Nach der Erfahrung von Fachleuten sollte an jedem Anschluss ein Kugelhahn eingebaut werden, damit bei Wartung oder Reparatur nicht das gesamte Wasser abgelassen werden muss. Luft, die beim Befüllen ins System gelangt, kann zu Korrosion führen und sollte vermieden werden. Zudem ist darauf zu achten, dass ein Wärmetauscher aus Edelstahl keine leitende Verbindung zum Metall des Speichers oder zu den Zuleitungen hat, da elektrochemische Ströme sonst zum Durchrosten führen könnten. Diese Punkte sprechen dafür, den Einbau einem Fachbetrieb zu überlassen.
Kosten und Kombinationsmöglichkeiten
Der Hygienespeicher ist vielseitig einsetzbar und wird in Heizungsanlagen, Solaranlagen und Festbrennstoffanlagen verbaut. Modelle mit Solar-Wärmetauscher, etwa von Buderus, ermöglichen die Einbindung regenerativer Energien und lassen sich problemlos mit einer Wärmepumpe und einer Frischwasserstation kombinieren. Der Preis für einen Kombi- und Hygienespeicher liegt je nach Ausstattung und Volumen grob bei 2.500 bis 4.000 Euro, wobei die Kosten für den Anschluss durch den Fachmann hinzukommen. Der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis ist ein Nachteil, dem jedoch eine saubere, zuverlässige und effiziente Warmwasserbereitung gegenübersteht.
Vorteile eines Hygienespeichers
Der große Vorteil eines Hygienespeichers liegt in der hygienischen Warmwasserbereitung: Da das Trinkwasser erst bei der Entnahme im Durchlaufprinzip erwärmt wird und nicht dauerhaft warm bevorratet ist, sinkt das Risiko der Legionellenbildung im Vergleich zu klassischen Warmwasserspeichern. Zugleich lässt sich der Speicher flexibel mit verschiedenen Wärmeerzeugern und erneuerbaren Energien kombinieren, was ihn zukunftssicher macht. Für Haushalte, die Wert auf hygienisches Warmwasser und eine gute Einbindung von Solarthermie oder Wärmepumpe legen, ist der Hygienespeicher daher eine sinnvolle Lösung. Die passende Größe und Ausführung sollte ein Fachbetrieb anhand Ihres Bedarfs auslegen. Bildquelle: buderus.de
Hygienespeicher, Pufferspeicher oder Frischwasserstation?
Bei der Warmwasserbereitung stehen verschiedene Systeme zur Auswahl, die sich in ihrer Funktionsweise unterscheiden. Ein klassischer Warmwasserspeicher hält das Trinkwasser dauerhaft warm, was jedoch das Risiko der Legionellenbildung erhöhen kann, wenn das Wasser längere Zeit steht. Der Hygienespeicher umgeht dieses Problem, indem er das Trinkwasser erst bei der Entnahme im Durchlaufprinzip erwärmt. Eine Frischwasserstation arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip und erwärmt das Trinkwasser ebenfalls frisch, benötigt dafür aber einen separaten Pufferspeicher. Welche Lösung die beste ist, hängt vom individuellen Bedarf, der vorhandenen Heizung und den Platzverhältnissen ab.
Gerade in Kombination mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie oder einer Wärmepumpe spielt der Speicher eine zentrale Rolle, da er die schwankend anfallende Wärme aufnimmt und bedarfsgerecht bereitstellt. Ein Fachbetrieb kann beraten, welches System sich für Ihre Anlage eignet und wie groß der Speicher dimensioniert sein sollte, damit stets ausreichend warmes Wasser zur Verfügung steht, ohne unnötig Energie zu verbrauchen.
Insgesamt ist der Hygienespeicher eine bewährte Lösung, um Trinkwasser hygienisch und effizient zu erwärmen und dabei erneuerbare Energien einzubinden. Trotz des vergleichsweise hohen Anschaffungspreises überzeugt er durch frisches Warmwasser, eine gute Kombinierbarkeit mit modernen Heizsystemen und eine zuverlässige Versorgung. Wer eine neue Heizung plant oder auf erneuerbare Energien umsteigt, sollte den Hygienespeicher als Option in Betracht ziehen und die passende Größe von einem Fachbetrieb auslegen lassen.
Achten Sie zudem auf eine gute Dämmung des Speichers und der angeschlossenen Leitungen, damit möglichst wenig Wärme verloren geht. Ein gut gedämmter Speicher hält das warme Wasser länger auf Temperatur und reduziert so den Energiebedarf. In Kombination mit einer effizienten Wärmequelle und einer bedarfsgerechten Auslegung trägt der Hygienespeicher damit zu einem sparsamen und komfortablen Betrieb bei.
Der hygienische Vorteil steckt im Prinzip: Im Speicher steht Heizungswasser, das Trinkwasser wird erst beim Zapfen im Durchfluss über einen Wärmetauscher erwärmt. Da nur wenige Liter Trinkwasser stehen, entfällt die klassische Legionellenproblematik großer Trinkwasserspeicher und damit auch die sonst nötige regelmäßige Aufheizung auf 60 Grad.
