Frischwasserstation in der Ansicht

Die Frischwasserstation ist ein technischer Zwitter zwischen Durchlauferhitzer und Pufferspeicher. Sie stellt jederzeit frisches Warmwasser bereit, besitzt aber anders als ein Durchlauferhitzer keine eigene Heizquelle, sondern nutzt die Wärme eines anderen Geräts, etwa eines Pufferspeichers.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine Frischwasserstation erwärmt das Trinkwasser erst bei der Entnahme über einen Wärmetauscher mit der Wärme aus einem Pufferspeicher und bevorratet kein warmes Trinkwasser.
  • Dadurch ist der Betrieb besonders hygienisch, da Keime und Legionellen im stehenden Warmwasser keine Grundlage haben. Die Station ist kompakt und einfach zu integrieren.
  • Die Preise liegen grob zwischen 800 und 2.000 Euro. Besonders sinnvoll ist die Station in Verbindung mit einem Pufferspeicher und mit Solarthermie.

Funktion und Aufbau

Wird warmes Trinkwasser gezapft, fordert die Frischwasserstation warmes Heizwasser aus dem Pufferspeicher an. Dieses Heizwasser strömt durch einen Wärmetauscher und überträgt seine Wärme auf das durchfließende kalte Trinkwasser. Die Station arbeitet also nur akut im Moment der Entnahme und speichert kein Trinkwasser. Als Zusatzgerät ist sie mit dem Wärmeerzeuger verbunden, auf der anderen Seite des Wärmetauschers liegt ein unabhängiger Kaltwasseranschluss ans Trinkwassernetz. In ihren Abmessungen entspricht sie etwa der Größe von ein bis zwei Schuhkartons.

Hygiene als zentraler Vorteil

Der entscheidende Vorteil ist der hygienisch sichere Betrieb. Da kein erwärmtes Trinkwasser bevorratet wird, haben Keime und Legionellen keine Existenzgrundlage. Diese Hygiene entsteht bei der Frischwasserstation quasi systembedingt, ohne dass große Wassermengen dauerhaft auf hoher Temperatur gehalten werden müssen. Dafür benötigt die Station eine Pumpe, eine Regeleinheit und einen Kaltwasseranschluss, sodass neben dem Anschaffungspreis auch Installations- und Stromkosten anfallen.

Sparen mit der Frischwasserstation

Eine gut in den Heizkreislauf eingebundene Station kann einen Teil der Kosten wieder einspielen. Sie nutzt ohnehin vorhandene Wärme aus dem Speicher und mindert so dessen Abkühlverluste, das kalte Trinkwasser muss nicht ständig umgewälzt werden, um Keimbildung vorzubeugen, und die Vorlauftemperatur der Gesamtanlage lässt sich gegebenenfalls absenken. Damit das funktioniert, muss die angezapfte Wärme jedoch stets gleich hoch oder höher sein als die gewünschte Warmwassertemperatur.

Nur in der passenden Anlage sinnvoll

Passt die Station nicht zum Anlagenkonzept, kann sie Nachteile mit sich bringen. Bei größeren Zapfmengen verbraucht die Bereitstellung der nötigen Spitzenlast mehr Primärenergie, und je nach Abzapfvolumen erreichen Wärmetauscher direkt im Speicher teils effizientere Werte. Unter Umständen muss in der Heizperiode das Vorlauftemperaturniveau angehoben werden. Eine sorgfältige Abstimmung auf die Anlage ist daher wichtig.

Preise und Solarstrom

Der Preis für eine Frischwasserstation liegt grob zwischen 800 und 2.000 Euro. Wichtiges Kriterium ist die Pumpenleistung, die Zirkulationsfähigkeit, Erwärmungsgeschwindigkeit und Durchfluss bestimmt. Besonders vorteilhaft ist die Station bei der Nutzung von Solarenergie: Da sie unabhängig von den aus hygienischen Gründen sonst nötigen hohen Speichertemperaturen arbeitet, genügen für das Duschen bereits Speichertemperaturen von rund 45 Grad Celsius, während für die Legionellenvermeidung in klassischen Speichern deutlich höhere Temperaturen erforderlich wären. Das schafft ökonomische Vorteile und passt gut zu einer Solarthermieanlage.

Produktvarianten

Frischwasserstationen sind mit oder ohne Zirkulationspumpe erhältlich und lassen sich meist mit einer Pumpe nachrüsten. Je nach Bautyp liefern sie unterschiedliche Zapfleistungen von einigen zehn Litern erwärmten Trinkwassers pro Minute, und für größere Bedarfsmengen sind Kaskadenschaltungen mit mehreren Modulen möglich. Neben universell montierbaren Stationen gibt es Geräte, die speziell auf bestimmte Pufferspeicher ausgelegt sind und sich direkt an diesen integrieren lassen, um dessen Leistung optimal zu nutzen.

Fazit

Zusammengefasst ist die Frischwasserstation eine hygienische und effiziente Lösung für die Warmwasserbereitung, die das Trinkwasser erst bei Bedarf erwärmt und so Legionellen keine Grundlage bietet. Sie spielt ihre Stärken vor allem im Zusammenspiel mit einem Pufferspeicher und einer Solarthermieanlage aus, da sie mit niedrigeren Speichertemperaturen auskommt. Wichtig ist eine passende Auslegung auf die vorhandene Anlage. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, erhält mit der Frischwasserstation eine komfortable, sichere und sparsame Warmwasserversorgung.

Bei der Planung einer Frischwasserstation sollte die zu erwartende Zapfleistung berücksichtigt werden, also wie viel warmes Wasser gleichzeitig benötigt wird, etwa beim Duschen oder Baden. Danach richtet sich die Auslegung von Station und Pufferspeicher. Wichtig ist auch, dass der Pufferspeicher ausreichend groß dimensioniert und die Wärmequelle, etwa eine Wärmepumpe, Solarthermie oder ein Heizkessel, gut auf die Station abgestimmt ist. Für die Auslegung ist die Zapfleistung maßgeblich, nicht das Speichervolumen: Eine Station mit 40 Litern je Minute bedient zwei Duschen gleichzeitig, eine mit 20 Litern nur eine. Da das Trinkwasser erst beim Zapfen erwärmt wird, hängt der Komfort allein an dieser Leistung und an der Puffertemperatur.

Insgesamt ist die Frischwasserstation gerade für moderne Heizsysteme mit Pufferspeicher und erneuerbaren Energien eine attraktive Lösung, die Hygiene und Effizienz auf elegante Weise verbindet. Da sie warmes Trinkwasser nur bei Bedarf und ohne Bevorratung bereitstellt, passt sie gut zu einer zeitgemäßen, sparsamen Warmwasserversorgung. Wer neu baut oder modernisiert, sollte diese Option daher frühzeitig in die Planung einbeziehen.

Häufige Fragen zur Frischwasserstation

Was ist der Vorteil gegenüber einem Warmwasserspeicher?

Eine Frischwasserstation erwärmt das Trinkwasser erst bei Bedarf im Durchlaufprinzip, statt es dauerhaft im Speicher vorzuhalten. Dadurch steht kein Warmwasser längere Zeit still, was die Vermehrung von Legionellen hemmt und Bereitschaftsverluste vermeidet.

Für welche Heizung eignet sich eine Frischwasserstation?

Besonders für moderne Systeme mit Pufferspeicher, etwa in Kombination mit einer Wärmepumpe, Solarthermie oder Pelletheizung. Der Pufferspeicher liefert die Wärme, die Station überträgt sie hygienisch auf das Trinkwasser.

Was kostet eine Frischwasserstation?

Je nach Leistung und Ausstattung liegen die Preise grob zwischen 800 und 2.000 Euro, hinzu kommt die Montage. Ist ohnehin ein Pufferspeicher geplant, hält sich der Mehraufwand in Grenzen.