Ein Wasserboiler erzeugt warmes Wasser für den Haushalt und speichert es, bis es gebraucht wird. Die meist weißen Behälter hängen in Küche oder Bad und übernehmen die Warmwasserbereitung dort, wo sie nicht über das zentrale Heizsystem läuft. Nicht zu verwechseln sind sie mit den ähnlich aussehenden Durchlauferhitzern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Wasserboiler ist ein Warmwasserspeicher: Er erwärmt Wasser elektrisch über ein Heizelement und hält es vorrätig. Anders als der Durchlauferhitzer, der erst bei Bedarf erwärmt.
  • Das passende Volumen richtet sich nach dem Verbrauch: grob 30 bis 50 Liter je Person. Für einen Vier-Personen-Haushalt genügen meist 100 bis 200 Liter, im Gartenhaus reichen oft 5 Liter.
  • Kleine Boiler beginnen bei rund 100 Euro, größere Geräte kosten 1.000 Euro und mehr. Da der Betrieb mit Strom teuer ist, lohnt bei höherem Bedarf der Vergleich mit einer Warmwasser-Wärmepumpe.

Wasserboiler erfüllen eine wichtige Aufgabe: Sie bereiten warmes Wasser auf, wenn dies nicht das zentrale Heizsystem übernimmt. Für viele Laien sind sie auf den ersten Blick kaum vom Durchlauferhitzer zu unterscheiden, arbeiten aber nach einem anderen Prinzip.

Funktion und Aufbau eines Wasserboilers

Ein Elektro-Wasserboiler sollte stets von einer zertifizierten Fachkraft installiert werden, die die Anlage abnimmt und optimal einstellt, was die Verbrauchskosten senkt. Unabhängig von der Anschlussart besteht der Boiler aus einem Heizelement, der Sicherheitsgruppe und den angeschlossenen Rohrleitungen. Das Heizelement erwärmt das Wasser elektrisch, in modernen Geräten über eine Heizpatrone. Die Rohrleitungen führen das erhitzte Wasser vom Behälter zum Wasserhahn.

Die Sicherheitsgruppe reguliert den Druck und verhindert, dass warmes Wasser unter zu hohem Druck austritt. Zugleich steuert sie den Wasserzufluss. Die Funktion des Boilers ist damit schnell erklärt: Er erhitzt Wasser und stellt es an der Zapfstelle bereit. Notwendig ist das überall dort, wo die Warmwasserbereitung nicht zentral erfolgt.

Wasserboiler und Durchlauferhitzer unterscheiden

Beide Geräte ähneln sich optisch und werden häufig verwechselt. Ein Durchlauferhitzer erwärmt das Wasser bedarfsgerecht, also erst in dem Moment, in dem der Hahn aufgedreht wird. Er eignet sich daher vor allem für Haushalte mit wenigen Personen. Seine Vorteile liegen in den geringeren Anschaffungskosten, dem kleineren Platzbedarf und dem einfacheren Einbau. Der Wasserboiler dagegen speichert bereits erwärmtes Wasser und stellt es sofort zur Verfügung, was bei mehreren Zapfstellen oder höherem Bedarf komfortabler ist.

Das passende Volumen

Als Warmwasserspeicher besitzt der Boiler eine Speichereinheit, die das vorbereitete Warmwasser vorhält. Am Markt gibt es Größen von sehr kleinen 5-Liter-Geräten über 100 Liter bis zu 300 Litern. Für einen wirtschaftlichen Betrieb sollte der Speicher nicht größer gewählt werden als nötig, denn ein zu großer Boiler hält unnötig viel Wasser dauerhaft warm und verbraucht dadurch mehr Strom. In einem selten genutzten Gartenhaus können 5 Liter genügen, in einem Vier-Personen-Haushalt sind eher 100 bis 200 Liter sinnvoll.

Welches Volumen für welchen Haushalt?

Das hängt stark vom Verbrauchsverhalten ab. Als grober Richtwert gilt:

  • 30 bis 50 Liter je Person und Tag
  • sparsame Haushalte kommen mit rund 30 Litern aus
  • die meisten Menschen verbrauchen 40 bis 50 Liter

Der Bedarf steigt deutlich, wenn oft ein Vollbad genommen wird, länger geduscht wird oder Personen den ganzen Tag zu Hause sind. Für die meisten Vier-Personen-Haushalte reicht ein Boiler mit 100 bis 200 Litern. Die Nennleistung liegt dann je nach Modell bei etwa 1,7 bis 16 Kilowatt.

Kosten und Wirtschaftlichkeit

Die Anschaffungskosten hängen von Modell und Hersteller ab, etwa Stiebel Eltron. Kleine Boiler beginnen ab rund 100 Euro, für größere Geräte sind 1.000 Euro und mehr einzuplanen. Hinzu kommen die Betriebskosten, die von Größe, Modell und Verbrauch abhängen. Da Strom der teuerste Energieträger für die Wärmeerzeugung ist, sind Elektroboiler im Dauerbetrieb vergleichsweise teuer. Bei höherem Warmwasserbedarf lohnt daher der Vergleich mit einer Warmwasser-Wärmepumpe, die der Umgebungsluft Wärme entzieht und deutlich sparsamer arbeitet, oder mit einer Anbindung an das zentrale Heizsystem.

Betrieb und Energie sparen

Damit ein Wasserboiler wirtschaftlich arbeitet, kommt es auf die richtige Einstellung an. Eine Speichertemperatur von etwa 60 Grad Celsius ist ein guter Kompromiss aus Komfort und Hygiene: Sie beugt Legionellen vor, ohne den Speicher unnötig heiß zu halten. Eine gute Dämmung des Boilers und kurzer Leitungen verringert die Wärmeverluste, und eine Zeitsteuerung, die den Speicher passend zum Bedarf aufheizt, senkt den Verbrauch weiter. Wer den Boiler in wenig genutzten Räumen einsetzt, sollte ihn klein dimensionieren und bei längerer Abwesenheit ganz abschalten. Über die gesamte Nutzungsdauer entscheidet der Stromverbrauch stärker über die Kosten als der Anschaffungspreis, weshalb sich bei höherem Warmwasserbedarf der Blick auf sparsamere Alternativen lohnt.

Häufige Fragen zum Wasserboiler

Worin unterscheidet sich ein Wasserboiler vom Durchlauferhitzer?

Der Wasserboiler speichert erwärmtes Wasser vor, der Durchlauferhitzer erwärmt es erst bei Bedarf. Der Boiler eignet sich für höheren Bedarf und mehrere Zapfstellen, der Durchlauferhitzer für kleine Haushalte mit wenig Platz.

Welche Größe sollte ein Wasserboiler haben?

Rechnen Sie mit 30 bis 50 Litern je Person. Für vier Personen genügen meist 100 bis 200 Liter. Wählen Sie den Speicher nicht größer als nötig, um Stromkosten zu sparen.

Ist ein Elektro-Wasserboiler sparsam?

Im Betrieb ist er wegen des hohen Strompreises eher teuer. Bei größerem Bedarf sind eine Warmwasser-Wärmepumpe oder die Warmwasserbereitung über das zentrale Heizsystem meist wirtschaftlicher.