Zirkulationsleitung: Aufbau, Zweck, Verlegung & Vorteile | Kesselheld

Zirkulationsleitung: Aufbau, Zweck, Verlegung & Vorteile

Die Aufgabe der Zirkulationspumpe ist es, über die Trinkwasserleitungen das erwärmte Trinkwasser stetig umzuwälzen. Den Bewohnern des Hauses steht dadurch an jeder Zapfstelle ohne Wartezeit jederzeit Leitungswasser zur Verfügung.

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Die Pumpe wird elektrisch angetrieben. Würde das Warmwasser in den Leitungen stehen, würde es zur Abkühlung kommen. Nach dem Öffnen des Wasserhahns tritt in einem solchen Fall zunächst kaltes Wasser aus, bevor warmes Wasser nachfließt. Die Zirkulationspumpe verhindert dies.

Wie wird das Legionellenwachstum verhindert?

Legionellen bilden sich in stehendem und zu niedrig temperiertem Wasser. Über die Zirkulationsleitungen bleibt das Wasser in Bewegung. Es steht nicht über Stunden in der Leitung und kühlt nicht ab. Bei einer ausreichend hohen Temperatur wird das Wachstum der Legionellen gehemmt beziehungsweise die Bakterien sterben ab. Wichtig ist eine ausreichend hohe Temperatur. Fällt letztere zu niedrig aus, erhöht sich die Gefahr für schädliche Wasserkeime.

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Die Vorteile der Zirkulationsleitung

1. An jeder Zapfstelle steht unverzüglich warmes Wasser bereit
2. Das Wachstum von Legionellenwird verhindert
3. Sie können lange Distanzen zwischen Warmwasserspeicher und Zapfhahn realisieren

Die Bestandteile der Zirkulationspumpe

  • Rückschlagventil (Schwerkraftzirkulation soll unterbunden werden)
  • Temperatursensor (ist die Rücklauftemperatur zu gering, muss die Pumpe aktiv werden und das Wasser umschichten)
  • Zeitschaltuhr (optional: die Abnahme von Warmwasser soll nur zu bestimmten Zeitpunkten erfolgen)

Wie ist das Zirkulationssystem aufgebaut?

Der Heizkessel liefert die Energie für den Warmwasserbereiter. Die Zirkulation erfolgt nun nach folgendem Schema: Vom Warmwasserbereiter gelangt das Wasser zu allen Entnahmestationen. Im einfachsten Fall wird eine zentrale Leitung verlegt, von welcher Abzweigungen zu den einzelnen Zapfhähnen vorhanden sind. An der Entnahmestation, die vom Warmwasserbereiter am weitesten entfernt ist, fließt das Wasser bei Nichtgebrauch über eine separate Leitung wieder zurück in den Heizraum. Für den Antrieb sorgt die Zirkulationspumpe.

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Welche Punkte muss ich beim Verlegen der Zirkulationsleitung für Warmwasser beachten?

Möchten Sie eine Zirkulationsleitung für Warmwasser nachrüsten, sind die Dimensionierung und die generelle Planung der Anlage entscheidend für das Erreichen der gewünschten Funktion. Eine große Gefahr ist das Abfallen der Temperatur unter die Grenze von 55 Grad Celsius: Die Koloniebildung von Legionellen steigt in diesem Fall an. Häufige Fehler, die zu dieser Situation führen sind:

  • falsche Auslegung der Zirkulationsleitungen oder der Pumpe
  • fehlerhafter hydraulischer Abgleich des Systems
  • mangelhafte Isolierung

Ist die Zirkulationsleitung für die Heizung gesetzlich vorgeschrieben?

Laut DVGW-Arbeitsblatt W551 und der Trinkwasserverordnung ist es notwendig, das Legionellenwachstum zu verhindern. In der Konsequenz ergibt sich die Erfordernis nach einem Zirkulationssystem. In Großanlagen, in welchen zwischen mindestens einer Entnahmestelle und dem Trinkwassererwärmer ein Wasservolumen von 3 Litern liegt, muss eine Zirkulationsleitung oder alternativ eine Begleitheizung installiert werden.

Probleme beim Betrieb der Zirkulationsleitung in einem Mehrfamilien- oder Einfamilienhaus

Haben sich im System Luftblasen angesammelt, wird die Funktion gehemmt. Sie müssen die Leitungen in diesem Fall entlüften. In einigen Fällen ist an der Rückschlagkappe eine Funktion integriert, durch welche Sie das System von der Luft befreien. Ist dies nicht möglich, dann übernimmt Ihr Heizungsmonteur diese Aufgabe.