Kessel Fettabscheider: Kauf- und Qualtitätskriterien

Einige Brennstoffe erzeugen fetthaltigen Schmutz im Heizkreis. Fettige Rückstände verursachen Verschmutzungen, Verstopfungen und technische Defekte an dünnen oder schmalen Durchgangsbauteilen wie Ventilen. Um Wasser zu entfetten, werden technisch simpel aufgebaute Kessel Fettabscheider eingesetzt. Das Wirkprinzip nutzt die physikalischen Eigenschaften von Fetten, Wasser und anderen Schmutzstoffen oder Partikeln aus.

Kessel Fettabscheider in der Ansicht

Das verunreinigte Abwasser wird in einen geschlossenen Behälter geführt. Dort verharrt es bis die Fette und Öle durch ihre Leichtigkeit an die Oberfläche steigen. Parallel sinken andere Stoffe, die schwerer als Wasser sind, nach unten. Der Kessel Fettabscheider besitzt eine Abschöpf- oder Abflusskonstruktion, die das schwimmend aufgestaute Fett ableitet beziehungsweise ausleiten lässt. Alternativ lässt es sich aber auch absaugen. Eine Schlammfangvorrichtung „sammelt“ die abgesunkenen Schmutzpartikel ein und fungiert damit als Schlammabscheider.

Funktionsweise des Fettfangs

Ein Kessel Fettabscheider muss in einen horizontal liegenden Abwasserkreislauf „zwischengeschaltet“ werden. Die Zulauföffnung liegt dabei um einige Zentimeter höher als die gegenüber befindliche Ablauföffnung. Beidseitig sind sogenannte Tauchwände eingelassen. Sie dienen als Flanken des im Kessel Fettabscheider befindlichen Wassers. Fetthaltige Stoffe steigen zwischen den beiden Tauchwänden nach oben und lagern sich dort ab. Dieses Wirkprinzip ist mit der Bildung von Fettaugen in einem Kochtopf vergleichbar.

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Infos zum Einbau

Der Kessel Fettabscheider kann aufgestellt oder per Erdeinbau versenkt werden. Wichtig ist eine Probeentnahmeeinrichtung an der Ablauföffnung, die erreichbar sein muss. Oberirdisch montierte Fettabscheider können mit einem Schauglas versehen werden, um die Menge der Fettansammlung kontrollieren zu können. Diese Funktion ist bei großem Fettanfall wie in Großküchen wichtig, für Heizungsabwasser spielt das Schauglas eine untergeordnete Rolle.

Genormte Standardgrößen

Um der Schwerkraft eine funktional passende Wirkzeit zu geben, ist die zum Volumen passende Nenngröße (NS) auszuwählen. Dabei sind Vorgaben für fünf technische Parameter zu erfüllen:

  • Das Mindestvolumen des Schlammfangs
  • Das Mindestvolumen des Fettabscheiderelements
  • Das Mindestvolumen des Fettsammelraums
  • Die Mindestoberfläche des Fettsammelraums
  • Getrennter Schlammraum und Fettabscheideeinrichtung

Ein Kessel Fettabscheider der Nenngröße NS 4 für den Erdeinbau liefert folgende Werte:

Merkmal

Wert

Schlammfang 400 Liter
Fettabscheideinhalt 370 Liter
Fettspeichermenge 160 Liter
Längen- und Breitenmaß 138 x 110,6 cm
Tiefe 111 cm

Wichtig beim Kauf sind folgende zusätzliche Kriterien:

  • Wasserdichtigkeit
  • Nivellierfähige Aufsatzstücke
  • Geruchsdichtigkeit
  • Widerstandsfähiges Kunststoff
  • Belastungsklasse
  • Normgerechte Anschlussstutzen nach DIN 19534 oder 19537
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Kauf- und Qualitätsanforderungen

Grundlegendes Entscheidungskriterium für einen Fettabscheider ist die dem Volumenanfall angemessene Dimensionierung. Außer der Zulassung nach den vorgeschriebenen Normen sollten folgende weitere Merkmale beachtet werden:

  • Reinigungs- und Zugriffsfähigkeit nach der Aufstellung oder dem Einbau
  • Montageaufwand
  • Platzbedarf
  • Widerstandsfähigkiet gegen aggressive Fettsäuren
  • Geruchsdichtigkeit gegebenenfalls mit Entlüftungsrohr am Zulauf
  • Statische Stabilität für Einbau und Versenkung im Erdreich
  • Abdeckplatte
  • Höhenverstellbares Aufsatzstück
  • Manuelle Selbstentsorgung oder spezialfahrzeuggebundene Leerung und Entsorgung
  • Fett- und Schlammentsorgung in transportablen Fässern möglich
  • Rückstaurisiko und Schutz
  • Automatisches sensorgesteuertes Mess- und Überwachungssystem für Schichtdicken
  • Volumenverhältnis zwischen Abscheider und Schlammfang

Preisspannen für Produkte und Montage

Kessel Fettabscheider müssen nach den Normen DIN EN 1825 und/oder DIN 4040 zugelassen sein. Die Preise beginnen ab etwa 2.500 Euro für die Gehäusewanne. Für die obligatorische Probeentnahmeeinrichtung muss zusätzlich mit 400 bis 600 Euro kalkuliert werden. Die Preise in der Preisliste des führenden Herstellers beziehen sich auf die gängigen Größen von NS 2 bis NS 10 und reichen bis zu 5.000 Euro. Als Aufstellungs- und Anschlusskosten müssen bei oberirdischer Montage 200 bis 300 Euro gerechnet werden. Die Kosten für den unterirdischen Einbau hängen vom Bauaufwand ab und liegen zwischen 400 und 800 Euro.