Kaminöfen sorgen für angenehme Wärme und zählen zu den beliebten Ergänzungen der Heiztechnik. Da die Leistungen der Modelle stark variieren, ist die Raumgröße das entscheidende Kriterium beim Kauf. Dieser Beitrag erklärt, worauf Sie bei einem kleinen Kaminofen achten sollten und welche aktuellen Vorgaben gelten.
Bei einem kleinen Raum von weniger als 50 Quadratmetern Grundfläche genügt ein kleiner Kaminofen mit etwa 4 bis 5 Kilowatt (kW). Wer dagegen ein ganzes Gebäude oder zusätzlich die Warmwasserbereitung versorgen möchte, findet Modelle mit bis zu 30 kW. Als besonders kompakt gilt beispielsweise der Nordpeis Orion.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Für Räume bis etwa 50 Quadratmeter reicht ein kleiner Kaminofen mit rund 4 bis 5 kW aus.
- Ein überdimensionierter Ofen führt zu Überhitzung und entzieht dem Raum zu viel Sauerstoff.
- Wichtige Auswahlkriterien sind Leistung, Design, Wirkungsgrad und die Frage raumluftabhängig oder raumluftunabhängig.
- Seit dem 1. Januar 2025 gilt die zweite Stufe der 1. BImSchV, sodass ältere Öfen strengere Emissionsgrenzwerte einhalten müssen.
- Beim Neukauf sollten Sie auf eine Herstellerbescheinigung achten, die die Einhaltung der Grenzwerte belegt.
Wichtige Informationen für die Aufstellung
Ein Kaminofen benötigt für die Verbrennung Sauerstoff. Bezieht er diesen aus der Raumluft, muss die Versorgung gesichert sein und der Sauerstoffgehalt darf aus Sicherheitsgründen nicht zu stark absinken. Ein überdimensionierter Ofen würde dem Raum zu viel Sauerstoff entziehen und zugleich viel Platz beanspruchen. Der Platzbedarf steigt zusätzlich durch die vorgeschriebenen Abstände zu Wänden und brennbaren Gegenständen.
Ein kleiner Kaminofen lässt sich meist mit einem Abstand von 10 bis 30 Zentimetern zu seitlichen Wänden aufstellen. Viele Hersteller nennen die einzuhaltenden Werte in ihren Betriebsanleitungen, sodass Sie die nötigen Informationen ohne Studium der Normen erhalten. Verbindlich abgenommen wird die Aufstellung ohnehin durch den Schornsteinfeger.
Die Auswahlkriterien
Leistung: Die Leistung wird in kW angegeben. Meist nennen die Hersteller die geeignete Raumgröße. Neben der Wärme sind auch Rauchgase und Sauerstoffverbrauch Gründe, die Leistung passend zu wählen.
Design: Je größer die Glasfläche, desto mehr sehen Sie vom Flammenspiel. Bei einem Tunnelkamin blicken Sie von einer Seite zur anderen durch, sodass die Flammen von beiden Seiten sichtbar sind. Sogenannte dänische Öfen zeichnen sich durch hohen Glasanteil, selbstschließende Türen und optimiertes Brennverhalten aus. Achten Sie auch hier auf ein Modell für kleine Räume, da klassische Varianten schnell überdimensioniert sind.
Gebraucht oder neu: Ein gut erhaltener gebrauchter Ofen kann eine Alternative sein. Zu alt sollte er jedoch nicht sein, da moderne Öfen einen deutlich höheren Wirkungsgrad erreichen und die aktuellen Emissionsgrenzwerte einhalten müssen.
Raumluftabhängig oder raumluftunabhängig?
Klassischerweise bezieht ein Kaminofen den Sauerstoff aus der Raumluft. Viele Modelle nutzen dagegen eine externe Luftversorgung über eine eigene Zuluftleitung. Diese ist besonders dann erforderlich, wenn Sie in einem Haus mit kontrollierter Wohnraumlüftung wohnen. Lüftungsanlagen tauschen die Raumluft regelmäßig aus und können dabei einen Unterdruck erzeugen, der Rauchgase in den Raum zieht. Bei raumluftunabhängigen Kaminen tritt dieses Problem nicht auf.
Aktuelle Vorgaben nach der 1. BImSchV
Für Kaminöfen ist die Erste Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV) maßgeblich. Seit dem 1. Januar 2025 gilt bundesweit ihre zweite Stufe. Ältere Einzelraumfeuerungsanlagen, deren Typprüfung zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 liegt, mussten bis Ende 2024 nachgewiesen die Grenzwerte von 0,15 g/m³ Feinstaub und 4 g/m³ Kohlenmonoxid einhalten. Wo das nicht gelingt, müssen die Öfen mit einem Feinstaubfilter nachgerüstet, ausgetauscht oder stillgelegt werden. Ein generelles Kaminofen-Verbot gibt es jedoch nicht: Geräte, die ab dem 22. März 2010 in Betrieb gingen, erfüllen die Anforderungen in der Regel bereits. Bestandsschutz genießen unter anderem offene Kamine mit nur gelegentlicher Nutzung, handwerklich gesetzte Grundöfen sowie Öfen, die die einzige Wärmequelle einer Wohnung sind. Kontrolliert wird die Umsetzung durch den Schornsteinfeger im Rahmen der Feuerstättenschau.
Beim Kauf eines neuen Ofens sollten Sie deshalb unbedingt eine Herstellerbescheinigung verlangen, die die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte dokumentiert. Ob die Datenbank des HKI oder der Fachhändler weiterhilft, klären Sie am besten vorab. Für einen gewöhnlichen Kaminofen mit Scheitholz gibt es übrigens keine staatliche Förderung.
Produktbeispiele und Einsatzgebiete
Kleine Öfen mit rund 5 kW und einem Wirkungsgrad um 80 Prozent gelten als sparsam und eignen sich für Wohnräume mittlerer Größe. Sehr kompakte Modelle wie der Nordpeis Orion arbeiten mit nur 1 bis 2 kW und können einen kleinen Raum von etwa 10 Quadratmetern beheizen. Solche Geräte sind ideal für Ferienhäuser oder als gelegentlich genutzte Zusatzwärmequelle. Bei 4 kW besteht in sehr kleinen Räumen schnell die Gefahr der Überhitzung. Modelle mit sehr niedriger Leistung um 3 kW sind im stationären Handel eher selten, im Fachhandel und online aber gut zu finden. Die genannten Preise schwanken je nach Ausstattung und Anbieter, weshalb sich ein Vergleich mehrerer aktueller Angebote lohnt.
Richtig heizen und pflegen
Damit ein kleiner Kaminofen sauber und effizient arbeitet, kommt es auf das richtige Heizen an. Verwenden Sie ausschließlich trockenes, gut abgelagertes Scheitholz mit einer Restfeuchte von möglichst unter 20 Prozent, denn feuchtes Holz verrußt die Scheibe, senkt den Wirkungsgrad und erhöht den Schadstoffausstoß. Das Anzünden gelingt am besten von oben, weil sich so weniger Rauch bildet. Sorgen Sie in der Anheizphase für ausreichend Luft und drosseln Sie die Zufuhr erst, wenn sich ein gleichmäßiges Flammenbild eingestellt hat. Regelmäßiges Entaschen und die jährliche Reinigung durch den Schornsteinfeger halten den Ofen leistungsfähig und sicher. Wer diese Grundregeln beachtet, holt aus einem kleinen Kaminofen die volle Wärme heraus und schont zugleich Umwelt und Geldbeutel.
