Raumluftunabhängiger Kamin: Was ist zu beachten?

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Ein gemauerter offener Kaminofen bezieht seinen für die Verbrennung erforderlichen Sauerstoff aus der Raumluft. Die meisten Kaminöfen speisen sich ebenfalls aus der sie umgebenden Luft und lassen sich damit als raumluftabhängigen Wärmeerzeuger bezeichnen.

Durch fortschrittliche Bauweisen und Wärmedämmung beim modernen Gebäudebau ist jedoch oft nur eine unzureichende Sauerstoffzufuhr für den Kamin vorhanden. Dies ist gesundheits- und sicherheitsgefährdend. Abhilfe schafft eine externe Luftversorgung, aus der ein raumluftunabhängiger Kamin entsteht.

Raumluftunabhängiger Kaminofen: Inbetriebnahme und Zulassung

Ein raumluftunabhängiger Kamin darf in Deutschland nur betrieben werden, wenn er eine Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) besitzt. Neben der allgemeinen Sauerstoffreduzierung ist die Unterdruckentstehung unbedingt zu vermeiden. Giftige Rauchgase können aus dem Kaminofen austreten. Besonders bei Gebäuden mit Belüftungsanlagen wie in einem Niedrigenergie- oder Passivhaus ist ein raumluftabhängiger Kamin nicht einsetzbar.

Zertifizierungskriterien und Kontrollgerät

Ein raumluftunabhängiger Kamin wird durch eine direkte Verbindung zur Außenluft versorgt. In der Zertifizierung durch das DIBt wird das Gerät stichprobenartig auf drei Kriterien geprüft:

  • Die Luftzufuhr muss direkt aus der Außenluft entstehen
  • Ein raumluftunabhängiger Kaminofen muss vollkommene Dichtigkeit aufweisen
  • Der Feuerungsraum muss mit einer sich selbst schließenden Tür ausgestattet sein

Die Zertifizierung wird dem Gerätetyp erteilt. Spätere Kontrollen gibt es nicht. Daher ist es empfehlenswert, einen raumluftunabhängiger Kamin nur zusammen mit einem Unterdruckwächter zu betreiben. Widerspricht der Kaminofen den Standards des Schornsteinfegergesetz, erteilt der zuständige Schornsteinfeger keine Zulassung.

Richtungsänderung, Rohrlänge und Querschnitt

Bei der Montage des Luftzufuhrrohrs, mit der ein raumluftunabhängiger Kamin versorgt wird, sind einige Faktoren zu beachten. Generell gilt, desto kürzer das Rohr ist, desto besser und gleichmäßiger wird die Feuerstelle versorgt.

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Änderungen der Richtung des Rohrverlaufs sind auf das unverzichtbare Minimum zu reduzieren.

Professionelle Kaminbauer und Rohrinstallateure geben als Höchstlänge eines gerade verlaufenden Luftrohrs zwölf Meter an. Für jede Richtungsänderung reduziert sich die Maximallänge um drei Meter.

Als Querschnitt wird mindestens der Durchmesser am Anschlussstutzen gewählt. So können Verlängerungen des Wegs oder ungünstige äußere Bedingungen durch sukzessive Querschnittserhöhung ausgeglichen werden. Runde Luftleitungen erzielen ein besseres Luftströmungsverhalten als rechteckige Leitungen. Der benötigte Durchmesser entspricht nicht der Diagonalen.

Äußere Einflussfaktoren

Die Platzierung der Luft- und Windeinstiegsöffnung hat entscheidenden Anteil an einer gleichmäßigen Versorgung des Kaminfeuers. Schutzklappen oder Kappen vermindern durch Wind verstärkten Strömungsdruck. Bei senkrechten Öffnungen ist ein Schutzdach gegen Niederschlag empfehlenswert.

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Wenn Luftklappen gegen Auskühlen schützen sollen, sind diese nur außerhalb der Betriebszeiten und Feuerung des Kamins schließbar. Dämmungen gegen Außenkälte und die damit verbundene Kondensation sind nur sehr eingeschränkt möglich. Spezialfilze aus dem Sanitärfachhandel helfen beim „Auffangen“ von Kondenswasser.

Eine ausreichend und gut erreichbar platzierte Revisionsklappe erlaubt dem Schornsteinfeger die Kontrolle und dem Betreiber des Kamins die regelmäßige Reinigung.

Leistung und technische Merkmale

Die Mehrzahl der zugelassenen Geräte, die als raumluftunabhängiger Kamin angeboten und betrieben werden, entwickeln Heizleistungen zwischen drei und acht Kilowatt. Als Wirkungsgrad geben, gemessen an den Brennstoffen, die meisten Hersteller etwa achtzig Prozent an.

Vor dem Kauf sollte der Schornsteinfeger hinsichtlich des Verhältnisses zwischen Luftzufuhr- und Rauchrohrdurchmesser konsultiert werden. Automatische Steuerungselemente wie sogenannte Kapillarfühler regulieren die Luftzufuhr der Wärmeleistung.

Grundsätzlich sind Feuerstätten auch in Wasser geführten Konstruktionsarten mit Außenluftzufuhr betriebsfähig. Luftzufuhr und Abgasabführung sind strikt zu trennen und die Öffnungen in technisch erforderlichen Abstand zu positionieren.