Feinstaubmessung

Spätestens seit den Diskussionen um hohe Feinstaubbelastungen in Innenstädten ist dieser Messwert allgemein bekannt. Auch das Heizen privater Haushalte trägt zur Belastung der Luft mit festen und flüssigen Partikeln bei, insbesondere die Holz- und Kohleverbrennung in Kaminöfen. Umso wichtiger ist ein genauerer Blick auf die Feinstaubmessung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Feste Brennstoffe wie Holz und Kohle setzen bei der Verbrennung Feinstaub frei. Für Kamin- und Kachelöfen gelten daher Emissionsgrenzwerte, deren Einhaltung der Schornsteinfeger überprüft.
  • Als Grenzwert gelten seit 2015 rund 150 Milligramm Feinstaub je Kubikmeter Abgas. Die früheren Übergangsfristen zur Nachrüstung oder Stilllegung von Altöfen sind inzwischen abgelaufen.
  • Entscheidend ist allein die tatsächliche Austrittsmenge, unabhängig von der Technik. Moderne Öfen halten die Werte meist ohne Filter ein, ältere Anlagen brauchen oft einen Partikelabscheider.

Feinstaub und Grenzwerte

Um den Feinstaub aus der Holz- und Kohleverbrennung zu begrenzen, gelten seit 2015 rund 150 Milligramm Feinstaub je Kubikmeter Abgas als oberer Grenzwert. Dieser in der Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) festgelegte Wert ist bei Bedarf durch eine Messung nachzuweisen. Für Altanlagen sah die Feinstaubverordnung nach Baujahr gestaffelte Übergangsfristen vor, innerhalb derer die Öfen nachzurüsten oder stillzulegen waren. Diese Fristen sind inzwischen abgelaufen, sodass ältere Öfen die Grenzwerte einhalten müssen oder nicht mehr betrieben werden dürfen. Für bestimmte Anlagen, etwa historische Öfen, offene Kamine oder Öfen, die die einzige Heizquelle einer Wohnung sind, gelten Ausnahmen.

Die Austrittsmenge entscheidet

Eine Feinstaubmessung dient nicht nur der Betriebserlaubnis, sondern schützt auch die Bewohner von Haushalten mit Kamin- und Kachelöfen selbst. Ältere Feuerstätten lassen sich mit nachträglichen Filtern oder Partikelabscheidern nachrüsten, wobei der Aufwand je nach Bauart stark schwankt und bis zum teilweisen Rückbau reichen kann. Ein neuer Kaminofen erfüllt die Anforderungen dagegen meist auch ohne zusätzliche Filter. Bei der Messung durch den Schornsteinfeger zählt allein die tatsächliche Austrittsmenge, wie diese technisch erreicht wird, spielt für die Genehmigung keine Rolle.

Messung und Verfahren

Die technische Herausforderung besteht darin, die Vielzahl unterschiedlicher Partikelarten zu erfassen. Als Prinzip wird eine bestimmte Luftmenge als Referenz gesammelt und untersucht. Diffusionsröhrchen binden auf chemischem Weg etwa Stickstoffdioxid und Ruß, während Grobpartikelsammler weitere Schwebstoffe herausfiltern. Aufwendigere Methoden mikroskopieren die getrennten Partikel oder nutzen die optischen und elektrischen Eigenschaften der Bestandteile, etwa mit Laserlicht. Schornsteinfeger verwenden in der Regel Handgeräte, die die Masse der Fremdstoffe im Mikrogrammbereich erfassen und teils zusätzlich mit einem Laserstrahl ergänzende Werte ermitteln.

Vorsicht bei der Messung

Verbrennt Holz mit einer zu hohen Restfeuchte von über 20 Prozent, kann ein Kaminofen trotz Filter oder hoher Effizienz den Grenzwert nicht einhalten. Trockenes, ausreichend gelagertes Brennholz ist daher entscheidend für saubere Verbrennung und niedrige Emissionen. Die Messung selbst erfolgt am und im Abgasstrom, wobei neben der technischen Messtoleranz auch die Außenbedingungen und der Zustand des Brennstoffs das Ergebnis beeinflussen. Auch Inversionswetterlagen mit hohem Luftdruck können die Werte verfälschen, weshalb die Bedingungen bei der Messung zu beachten sind.

Mieten, kaufen und messen lassen

Professionelle Geräte für die Feinstaubmessung kosten mehrere tausend Euro. Private Haushalte können ein Gerät zu Tagessätzen von rund 50 bis 100 Euro bei Spezialanbietern ausleihen, wobei der Messpunkt nahe am Abgasausgang liegen sollte. Ein Messtermin durch den Schornsteinfeger kostet je nach örtlicher Gebührenordnung grob zwischen 100 und 150 Euro. Da der Schornsteinfeger ohnehin regelmäßig die Feuerstätte prüft, lässt sich die Messung oft mit einem ohnehin anstehenden Termin verbinden.

Fazit

Zusammengefasst ist die Feinstaubmessung ein wichtiges Instrument, um die Emissionen von Kamin- und Kachelöfen zu begrenzen und so Gesundheit und Umwelt zu schützen. Entscheidend ist die tatsächlich austretende Feinstaubmenge, die den Grenzwert von rund 150 Milligramm je Kubikmeter nicht überschreiten darf. Moderne Öfen erfüllen diese Anforderung meist problemlos, während ältere Anlagen oft einen Partikelabscheider benötigen oder stillzulegen sind, da die Übergangsfristen abgelaufen sind. Wer trockenes Brennholz verwendet und den Ofen sachgerecht betreibt, hält die Emissionen niedrig und ist auf der sicheren Seite.

Für Besitzer eines Kaminofens lohnt es sich, die Emissionswerte des eigenen Geräts zu kennen und den Ofen bewusst und sparsam zu betreiben. Neben der Verwendung von trockenem Brennholz mit einer Restfeuchte unter 20 Prozent kommt es auf die richtige Bedienung an, etwa auf ausreichend Verbrennungsluft und das richtige Anzünden. Wer unsicher ist, ob sein Ofen die Grenzwerte einhält, kann sich an den Schornsteinfeger wenden, der die Feuerstätte prüft und gegebenenfalls einen Partikelabscheider oder den Austausch gegen ein modernes Gerät empfiehlt. So verbindet sich der behagliche Betrieb eines Kaminofens mit möglichst geringer Belastung für die Luft.

Zusammengefasst schützt die Feinstaubmessung Gesundheit und Umwelt, indem sie sicherstellt, dass Kamin- und Kachelöfen den zulässigen Grenzwert einhalten. Da die früheren Übergangsfristen für Altanlagen abgelaufen sind, müssen ältere Öfen die Werte erfüllen oder werden mit einem Partikelabscheider nachgerüstet beziehungsweise stillgelegt. Moderne Öfen erfüllen die Anforderungen meist ohne zusätzliche Technik. Entscheidend bleiben die tatsächliche Emissionsmenge, trockenes Brennholz und ein sachgerechter Betrieb, den der Schornsteinfeger überprüft.

Insgesamt trägt jeder Betreiber eines Kaminofens durch die richtige Brennstoffwahl und Bedienung dazu bei, die Feinstaubbelastung gering zu halten. Neben der gesetzlichen Pflicht steht damit auch die Rücksicht auf die eigene Gesundheit und die der Nachbarschaft im Vordergrund. Ein moderner, gut betriebener Ofen verbindet Behaglichkeit mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt.