In jedem Haus werden Wasser, Strom sowie Telefon- und Internetanschlüsse benötigt, eventuell kommt noch Gas hinzu. Eine Mehrspartenhauseinführung bündelt diese Anschlüsse an einer Stelle. Dieser Beitrag erklärt Pflicht, Verlegung und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Mehrspartenhauseinführung bündelt bis zu vier Anschlüsse an einer Stelle.
  • Sie reduziert den Aufwand für Bohrlöcher und Abdichtungen.
  • In vielen Regionen ist sie gesetzlich vorgeschrieben.
  • Sie muss wasser- und gasdicht sein und der DIN 18322 entsprechen.
  • Die Kosten liegen in der Regel zwischen 700 und 1.200 Euro.

Der Bauherr muss dafür sorgen, dass die entsprechenden Anschlüsse verlegt werden. Eine Mehrspartenhauseinführung ist dafür besonders gut geeignet, denn hier ist nur eine Hauseinführung nötig, um bis zu vier Anschlüsse zu verlegen. Der Aufwand für Bohrlöcher und Abdichtungen ist dadurch deutlich geringer als beim Verlegen einzelner Anschlüsse, wie es bei der Einspartenhauseinführung der Fall ist.

Ist eine Mehrspartenhauseinführung Pflicht?

In vielen Regionen Deutschlands ist eine Mehrspartenhauseinführung gesetzlich vorgeschrieben. Sie ist eine zentrale, abgedichtete Verteilstelle für Gas, Wasser, Strom und Telekommunikation. Die örtlichen Versorger sind für Planung, Erstellung und Abnahme verantwortlich. Selbst wenn Sie eine Sparte nicht nutzen, etwa weil Sie kein Gas benötigen, ist das kein Problem, da sich die ungenutzten Rohre später nachbelegen lassen. An die Mehrspartenhauseinführung werden bestimmte Anforderungen gestellt: Sie muss wasser- und gasdicht sein, Näheres regelt die Norm DIN 18322, und sie muss über das entsprechende DVGW-Prüfzertifikat verfügen.

Mehrspartenhausanschluss

Voraussetzungen klären

Je nachdem, ob das Haus einen Keller besitzt, sind unterschiedliche Vorgaben zu beachten. Setzen Sie sich zuerst mit Ihrem Grundversorger in Verbindung, der Ihnen genaue Hinweise zu den Anschlussvoraussetzungen und zum Einbau gibt und bei dem Sie das Mehrspartenpaket für Bauherren erhalten. Dieses wird von verschiedenen Herstellern angeboten, darunter die Firma Hauff, die über langjährige Erfahrung verfügt und sich neben Ein- und Mehrspartenhauseinführungen auf Abdichtungen für Rohre und Kabel spezialisiert hat.

Bauteile für Wand- und Bodenführungen

Verfügt Ihr Haus über einen Keller, wählen Sie eine runde Form für die Mehrspartenhauseinführung, und es ist eine Kernbohrung in das Kellermauerwerk erforderlich. Per Wandinstallation lassen sich die Leitungen ins Gebäude verlängern. Die Montage sollte ein Fachmann durchführen. Bei einem Haus ohne Keller ist die Vorgehensweise anders: Hier müssen die Leitungen bereits vor dem Betonieren der Bodenplatte vierfach durch diese verlegt werden. Maßgebend sind letztlich immer die Vorgaben der örtlichen Versorger, die zum Beispiel eine Reihenausführung anordnen können, was in der Praxis häufig vorkommt.

Vorteile und Kosten

Mehrspartenhauseinführungen bieten fast nur Vorteile. Der Installationsaufwand und der Platzbedarf sind deutlich geringer als bei der Einspartenhauseinführung, und die verwendeten Materialien sind robust und langlebig, sofern sie den Vorgaben der DIN 18322 entsprechen und über das DVGW-Prüfzertifikat verfügen. Zudem sind Sie flexibler: Benötigen Sie einen Anschluss zunächst nicht, bleibt das zugehörige Rohr unbelegt und lässt sich später problemlos nachbelegen, während bei einer Einspartenhauseinführung eine neue Bohrung und weitere Baumaßnahmen nötig wären. Der Preis für eine Mehrspartenhauseinführung liegt in der Regel zwischen 700 und 1.200 Euro.

Worauf Bauherren achten sollten

Als Bauherr sollten Sie die Mehrspartenhauseinführung frühzeitig in die Planung einbeziehen und sich rechtzeitig mit den örtlichen Versorgern abstimmen, da diese die Vorgaben machen und die Abnahme durchführen. Achten Sie darauf, dass die verwendeten Bauteile den geltenden Normen entsprechen und über das erforderliche Prüfzertifikat verfügen, damit die Einführung dauerhaft dicht bleibt und keine Feuchtigkeit ins Gebäude gelangt. Da eine spätere Nachrüstung einzelner Sparten problemlos möglich ist, lohnt es sich, von vornherein alle vier Sparten vorzusehen, auch wenn Sie zunächst nicht alle benötigen. So sind Sie für die Zukunft gut aufgestellt und vermeiden aufwendige Nachbesserungen.

Ein häufiger Fehler bei Neubauten ist es, die Hauseinführung erst spät zu planen. Da die Leitungen bei einem Haus ohne Keller bereits vor dem Betonieren der Bodenplatte verlegt werden müssen, ist eine frühzeitige Abstimmung mit den Versorgern und dem Bauunternehmen wichtig. Wird dieser Schritt versäumt, sind spätere Nachbesserungen aufwendig und teuer. Klären Sie daher rechtzeitig, welche Sparten Sie benötigen, wo die Einführung sitzen soll und welche Bauteile die Versorger vorschreiben. So stellen Sie sicher, dass die Mehrspartenhauseinführung fachgerecht und dicht ausgeführt wird und Ihr Haus zuverlässig mit Strom, Wasser, Telekommunikation und gegebenenfalls Gas versorgt ist.

Zusammengefasst ist die Mehrspartenhauseinführung die praktische und in vielen Regionen vorgeschriebene Lösung, um alle wichtigen Versorgungsanschlüsse gebündelt und dicht ins Haus zu führen. Sie spart Aufwand, Platz und Kosten gegenüber einzelnen Hauseinführungen und bietet die Flexibilität, ungenutzte Sparten später nachzurüsten. Wichtig sind die frühzeitige Planung, die Abstimmung mit den örtlichen Versorgern und die Einhaltung der geltenden Normen. So stellen Sie sicher, dass Ihr Haus zuverlässig versorgt und dauerhaft gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt ist.

Als zusätzlichen Hinweis sollten Sie bei der Auswahl der Bauteile auf geprüfte Qualität und die Kompatibilität mit den Vorgaben der örtlichen Versorger achten. Da die Mehrspartenhauseinführung über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes dicht bleiben muss, lohnt es sich, hier nicht am falschen Ende zu sparen. Ein erfahrener Fachbetrieb sorgt für den fachgerechten Einbau und die Abnahme durch die Versorger.