Heizestrich: Die passende Dicke, Einsatz und Kosten | Kesselheld

Heizestrich: Die passende Dicke, Einsatz und Kosten

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Heizestrich kommt bei der Verlegung von Fußbodenheizungen zum Einsatz. Dieser speichert und leitet Wärme besser als herkömmlicher Estrich. Ob Eigentümer einen speziellen Estrich benötigen, hängt von der Art der Fußbodenheizung ab.

Grundsätzlich lassen sich hier Nass- und Trockensysteme unterscheiden. 

Nasssysteme: Diese Verlegart findet vor allem in Neubauten Anwendung. Nach dem Verlegen der Heizleitungen werden sie mit Estrich übergossen. Ist dieser getrocknet, sind die Heizelemente fest im Fußboden integriert. Um einen optimalen Betrieb zu gewährleisten, ist Heizestrich bei Nassystemen dringend zu empfehlen.

Trockensysteme: Trockensysteme eignen sich für den nachträglichen Einbau einer Bodenheizung. Die Heizungsleitungen werden nicht übergossen, sondern in einzelnen Bodenelementen trocken verlegt. Diese Verlegart erfordert nicht zwingend den Einsatz von Heizestrich. Allerdings empfiehlt sich auch hier dessen Verwendung. Auch wenn sich die Heizleitungen nicht direkt im Boden befinden, speichert der Heizestrich die erzeugte Wärme.

Die passende Dicke

Als Werte für die Dicke von Heizestrichen sind zwei Materialaufbauhöhen zu beachten. Die vollständige Dicke des Heizestrich richtet sich nach Zusammensetzung in Verbindung in der geforderten Härteklasse. Die übliche Belastung in einem Privathaushalt verlangt die Härteklasse vier, die eine Aufbauhöhe von 45 Millimetern erfordert. Da auch die Dicke der Deckschicht über dem Heizungsrohr 45 Millimeter betragen muss, sind Heizestriche in der nassen Ausführung meist mindestens 50 Millimeter dick.

Bei Trockensystemen hängt die Mindestdicke vom Estrichmaterial ab. Kalziumsulfat als Fließestrich braucht 35 Millimeter als Fertigestrich in Plattenform 30 Millimeter. Wasserfester Zementestrich benötigt eine um etwa 10 Millimeter größere Aufbauhöhe.

Bau- und Konstruktionsfaktoren

Neben der Aufbauhöhe beziehungsweise Dicke des Heizestrichs müssen weitere Kennzahlen bei der Verlegung der Fußbodenheizung eingehalten werden. Hinsichtlich des Heizestrichs gelten hier folgende Vorschriften:

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  • Die mittlere Aufheiztemperatur darf 55 Grad Celsius nicht überschreiten.
  • Um eine technisch zerstörerische Krümmung beim Heizestrich zu vermeiden, muss eine Dämmschicht unter dem Estrich eine maximale Elastizität von fünf Millimetern besitzen.
  • Anhydrit und Zuschlagsstoffe erhöhen die Wärmeleitfähigkeit sowie die Biege- und Zugfestigkeit.

Anhydritfließestrich ist nur für den Innenbereich geeignet, da er nicht wasserfest ist. Heizestriche verfügen über eine Höchstbelastungsgrenze. Wenn schwere Einrichtungsgegenstände oder Einbauten geplant sind, müssen die entsprechenden Boden- und Estrichflächen frei von Verrohrung bleiben.

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Das Aufstellen von Aquarien, Öfen und Trennwänden kann die Deckschicht über den eingelassenen Rohren zu stark belasten. Das führt zu Estrichrissen oder im schlechtesten Fall zur Beschädigung der eingelassenen Leitungen.

Kontaktlos und schwimmend

Der Heizestrich erfährt durch die permanente Temperaturänderung erhöhte Bewegungswerte. Das Material dehnt sich im maximal erwärmten Zustand bis zu mehreren Millimetern aus. Um Spielraum zu haben, werden schwimmende Estriche ohne Fußbodenheizung mit Mindestabständen von 0,8 Millimetern zu allen festen Bauteilen verlegt. Für Heizestriche sollten mindesten 1,2 Millimeter eingehalten werden.

Das gilt sowohl für Wände in alle Richtungen als auch andere baulich unveränderliche Hauselemente wie Säulen, Stützen und Stufen. Idealerweise wird der schwimmende Estrich seitlich in den Fugen zur Wand hin von einem Randdämmstreifen aus elastischem Dämmstoff versehen.

Heizestrich: Direkte und indirekte Kosten

Die Kosten für Heizestrich liegen naturgemäß höher als die für herkömmlichen Estrich. Im Durchschnitt sollte mit einem etwa 30 Prozent höheren Materialpreis für den Estrich selber kalkuliert werden. Zementestriche in Fließform werden für etwa 12 bis 20 Euro pro Quadratmeter verlegt. Anhydritprodukte für 15 bis 25 Euro. Der Aufwand für das Ausbringen und Verlegen der Heizleitungen hängt stark vom Material, der Verlegungsdichte, der Gesamtfläche und der Fixierungsart ab. Besonders in einem Neubau ist die lange und aufwendige Trockenperiode und daraus möglicherweise resultierende Kosten zu beachten. Eine Begehung ist frühestens nach sieben, oft erst nach 20 Tagen möglich.