Dünnbett Fußbodenheizung: Aufbauhöhe & Konstruktionsdetails | Kesselheld

Dünnbett Fußbodenheizung: Aufbauhöhe & Konstruktionsdetails

Herkömmliche Flächenheizungen heizen träge auf und benötigen eine entsprechend lange Vorlaufzeit. Bei einer modernen Dünnbett Fußbodenheizung ist die erforderliche Schichtdicke minimiert. Die Rohrdicke liegt durch Kapillarleitungen aus Kunststoff niedriger als bei anderen Systemen. Mehr zu dieser Heizungsart erfahren Sie im Folgenden:

Grafische Darstellung einer Dünnbett Fußbodenheizung

Wann macht eine Dünnbett Fußbodenheizung Sinn?

Bautechnisch ist die Montage einer Bodenheizung, vor allem nachträglich, aufgrund der gängigen Aufbauhöhe nicht überall möglich. Diesen Umständen wirkt die Dünnbett Fußbodenheizung entgegen. In der Regel sind keine Türen anzupassen oder andere bauliche Veränderungen im Haus vorzunehmen. Denn die Modelle finden auch beim Nachrüsten oder im Falle einer Heizungssanierung ausreichend Platz.

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Die dünne Deckschicht auf einer Dünnbett Warmwasser Fußbodenheizung beschleunigt die Wärmeabgabe und die Verteilung. Als Folge reichen geringere Vorlauftemperaturen und geringere Raumaufheizzeiten aus, um wohlige Wärme zu schaffen.

Systemanbieter bieten Heizungen in Form vorgefertigter Matten, teilweise selbstklebend an. Geeignet sind sie für die Aufputz- oder Unterputzmontage.

Bauhöhe und Ansprüche an den Bodenbelag

Klassische Fußbodenheizungen können Aufbauhöhen von unter 20 Millimetern lediglich realisieren, wenn sie mit Strom versorgt sind. Bei wassergeführten Ausführungen, beispielsweise im Estrich verlegt, beträgt die Durchschnittshöhe des Aufbaus meist 25 Millimeter.

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Eine Dünnbett Fußbodenheizung hat mit 8 Millimetern genug Platz für die Wärmeleitungen und eine im erforderlichen Maße belastbare Deckschicht. Der Platzbedarf bezieht sich in der Höhe lediglich auf die „technische“ Bodenschicht.

Um die vorteilhaften Eigenschaften zu nutzen, ist der passende Bodenbelag auszuwählen. Die Wärmeleitfähigkeit des gewählten Werkstoffs ist wie bei allen Flächenheizungen ausschlaggebend.

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Weiche Gehölze und schwimmend verlegte Laminate oder Parketts sind nicht geeignet.

Gebindeformen und Montageformen

Eine Dünnbett Fußbodenheizung lässt sich wie eine elektrische Heizmatte verlegen. Die meisten Hersteller liefern in ihren Systemen Befestigungsclips, Klebepunkte, Noppenplatten und/oder Ausgleichsmassen als Tragschichtbildner. Systembausätze bestehen in der Regel auch aus passendem Anschlusszubehör, Fittings und Steuerelementen. Je nach späterem Bodenbelag können auch offene trockene Systeme montiert werden.

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Stabile und starre Bodenplatten aus Holz, Keramik, Laminat oder Stein werden in einer Art Stelzenbauweise über die Dünnbett Fußbodenheizung verlegt. Zu berücksichtigen ist eine Trittschalldämmung, die den Höhenvorteil der dünnen Kapillarrohre nicht aufhebt. Gängig sind Kunststoffschaum und Mineralfasern aus den vorgeschriebenen Brandklassen.

Wenn die Ausgleichsmasse für eine Dünnbett Warmwasser Fußbodenheizung unabhängig vom Heizungshersteller ausgewählt wird, entfällt die Garantie unter Umständen. Denn ausschließlich  vom Hersteller zugelassene Produkte erhalten die Garantie.

Konstruktionsdetails und Schichtaufbau

Den geringsten Durchmesser haben Heizleitungen in einer Dünnbett Fußbodenheizung in Form einer Kapillarrohrmatte.

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Die dünnsten Querschnitte der erhältlichen Systeme liegen bei Durchmessern zwischen 3,35 und 4 Millimetern als Außendurchmesser. Die Dicke der Überdeckung der Rohre beziehungsweise Leitungen muss 5 Millimeter betragen.

Als Unterbau kann sowohl der vorhandene Estrich als auch ein Beton-, Fliesen- oder Steinboden zum Einsatz kommen. Eine Gewebematte trennt die Heizleitungen von der direkten Berührung mit dem Untergrund. Unebenheiten im Unterboden müssen mit Ausgleichsmasse nivelliert werden. Die Verlegung von Heizleitungen oder Kapillarrohren über Bewegungs- und Dehnfugen ist nicht erlaubt.

Abstände, Länge und Verlauf

Im Boden verlegte Heizungen besitzen meist mehrere Heizkreisläufe. Ein einzelner Kreislauf ist dabei auf 30 Meter begrenzt. Die Verlegung der Leitungen erfolgt entweder mäander- oder schlangenförmig. Beträgt der Abstand der einzelnen Windungen zueinander über 10 Zentimeter, verbessert dies die Effizienz der Heizung. Anzahl und Länge der Windungen richten sich nach dem Leitungsdurchmesser, dem Wärmedurchlasswiderstand des späteren Bodenbelags und dem gewünschten Höchstwärmeziel im Raum. Winkelrohrspangen verhindern das Abknicken oder zu enge Umleitungen der Heizungsrohre.

Nach dem Anschluss an das Heizkreissystem ist es wichtigen, einen hydraulischen Abgleich durchzuführen. Dies optimiert die Heizeffizienz bei möglichst niedriger Vorlauftemperatur.