
Die Wärmepumpe nutzt Umweltwärme und bietet hohe Energieeffizienz. Sie ist mit verschiedenen Funktionsprinzipien erhältlich, eines davon ist die Luft-Luft-Wärmepumpe. Dieser Beitrag erklärt Funktion, Kosten sowie Vor- und Nachteile.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Die Luft-Luft-Wärmepumpe nutzt die Umgebungsluft zum Heizen und Kühlen von Räumen.
- Anders als die Luft-Wasser-Wärmepumpe benötigt sie kein wassergeführtes Heizsystem.
- Sie ist platzsparend, unkompliziert nachrüstbar und vergleichsweise günstig.
- Sie ist nicht zur Warmwasserbereitung geeignet und braucht ein gut gedämmtes Haus.
- Die Kosten liegen grob zwischen 2.000 und 5.000 Euro pro Raum.
Abgrenzung zur Luft-Wasser-Wärmepumpe
Anders als Wärmepumpen, die Erdwärme nutzen, ziehen Luft-Wärmepumpen ihre Energie aus der Umgebungsluft. Damit unterscheiden sie sich von Luft-Wasser-Wärmepumpen, bei denen die gewonnene Wärme an einen Wasserkreislauf abgegeben wird. Luft-Luft-Wärmepumpen sind auch schlicht als Klimaanlage bekannt, denn sie geben die Wärme direkt an die Raumluft ab. Ein Heizkörper oder eine Flächenheizung wird für diese Art des Heizens nicht benötigt.
Funktionsprinzip der Luft-Luft-Wärmepumpe
Wärmepumpen, die ihre Energie ausschließlich aus der Umgebungsluft schöpfen, werden auch als Lüftungswärmesysteme bezeichnet. Moderne Ausführungen nutzen die Wärmerückgewinnung: Bei der Entlüftung des Wohnraums wird in Form von Abluft Energie freigesetzt, die dem Gebäude als Wärme wieder zugeführt wird. Häufig arbeitet die Luft-Luft-Wärmepumpe wie eine Split-Klimaanlage: Eine Einheit befindet sich im Gebäude, die andere im Außenbereich, verbunden durch ein Leitungssystem mit zirkulierendem Kältemittel. Das Außengerät saugt Frischluft an, entzieht ihr die Wärme und transportiert diese nach innen, wo sie an die Raumluft abgegeben wird.
Vorteile und Nachteile
Die Luft-Luft-Wärmepumpe kann Räume heizen und kühlen, ist unkompliziert nachrüstbar und daher auch für den Altbau geeignet, platzsparend und im Vergleich zu anderen Wärmepumpen kostengünstig. Zudem können Spezialfilter die Luft reinigen, was besonders für Allergiker angenehm ist. Dem stehen einige Nachteile gegenüber: Für einen effizienten Betrieb ist ein guter Wärmeschutz durch Dämmung nötig, das System ist etwas weniger effizient als eine Luft-Wasser-Wärmepumpe und nicht zur Warmwasserbereitung geeignet. In schlecht gedämmten Häusern und bei langen, kalten Wintern können die Betriebskosten höher ausfallen, und die Anlage erfordert eine etwas intensivere Wartung.
Eignung für den Winter und den Altbau
Gerade bei längeren Minustemperaturen ist ein leistungsstarkes Heizsystem wichtig, weshalb häufig Zweifel an der Effizienz von Luft-Wärmepumpen bestehen. In der Praxis sind diese meist unbegründet, denn moderne Geräte, wie sie unter anderem von Wolf erhältlich sind, arbeiten auch bei tiefen Minusgraden zuverlässig. Entscheidend ist, wie hoch der Wärmebedarf ist, weshalb die Heizleistung vor dem Kauf genau bemessen werden sollte. Für den Altbau hängt die Eignung von der energetischen Gestaltung ab: Ist das Dach isoliert, sind die Wände gedämmt und die Fenster mit Wärmeschutzverglasung versehen, muss die Wärmepumpe weniger arbeiten. Bei der technischen Integration in den Altbau hat die Split-Klimaanlage den Vorteil, dass keine umfangreichen Lüftungskanäle verbaut werden müssen.
Kosten einer Luft-Luft-Wärmepumpe
Wenn Sie eine luftbasierte Split-Wärmepumpe kaufen, können Sie grob mit Kosten zwischen 2.000 und 5.000 Euro pro Raum und Gerät rechnen. Modelle der Marke Wolf liegen beispielsweise grob bei 4.000 Euro. Der genaue Preis hängt vom Hersteller, der Heizleistung und der Effizienz ab. Bei kompletten Lüftungssystemen mit Lüftungskanälen und Montage können für ein Einfamilienhaus grob 20.000 bis 25.000 Euro anfallen.
Förderung der Luft-Luft-Wärmepumpe
Bei der Förderung ist zu beachten, dass die Heizungsförderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude vor allem auf wassergeführte Wärmepumpen ausgerichtet ist, da diese ein Heizsystem mit Warmwasserbereitung versorgen. Eine reine Luft-Luft-Wärmepumpe als alleinige Heizung ist daher nicht in gleichem Umfang förderfähig wie eine wassergeführte Wärmepumpe. Ob und in welcher Höhe eine Förderung möglich ist, hängt vom Einzelfall und den jeweils geltenden Bedingungen ab. Da sich die Förderregeln ändern können, sollten Sie den aktuellen Stand prüfen und die Fördermöglichkeiten vor der Auftragsvergabe mit einem Fachbetrieb klären.
Rechenbeispiel: Luft-Luft-Wärmepumpe im 150-Quadratmeter-Haus
Eine Luft-Luft-Wärmepumpe heizt über die Raumluft statt über ein wassergeführtes System. Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit 150 Quadratmetern und rund 20.000 Kilowattstunden Jahreswärmebedarf gelten folgende Richtwerte für 2026.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Geräte und Installation (mehrere Splitgeräte) | 6.000 bis 15.000 Euro |
| Förderung | eingeschränkt (kein wassergeführtes System) |
| Stromkosten Heizung (JAZ 3,2, 27 ct/kWh) | rund 1.700 Euro pro Jahr |
| Wartung | rund 150 Euro pro Jahr |
| CO2-Kosten | entfällt |
| Laufende Kosten gesamt | rund 1.850 Euro pro Jahr |
Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist in der Anschaffung günstig und kann im Sommer auch kühlen, lässt sich aber nicht an ein wassergeführtes Heizsystem oder die Warmwasserbereitung anschließen. Für die reguläre Heizungsförderung ist deshalb meist eine wassergeführte Wärmepumpe erforderlich.
Fazit
Die Luft-Luft-Wärmepumpe ist eine platzsparende und kostengünstige Lösung, die Räume heizen und kühlen kann und sich vor allem für gut gedämmte Gebäude eignet. Sie ersetzt jedoch nicht die Warmwasserbereitung und ist bei der Förderung anders zu bewerten als wassergeführte Wärmepumpen. Ob sie für Ihr Gebäude die richtige Wahl ist, hängt vom Dämmstandard, dem Wärmebedarf und Ihren Anforderungen ab. Ein Fachbetrieb kann die passende Lösung ermitteln und die Anlage korrekt dimensionieren.
Für wen sich die Luft-Luft-Wärmepumpe eignet
Besonders sinnvoll ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe in gut gedämmten Gebäuden mit geringem Wärmebedarf, in denen ohnehin eine kontrollierte Wohnraumlüftung sinnvoll ist. Auch als ergänzende Lösung, etwa für einzelne Räume, ein Büro oder einen Anbau, kann sie eine praktische Wahl sein, zumal sie im Sommer für angenehme Kühlung sorgt. Weniger geeignet ist sie dagegen als alleinige Heizung in schlecht gedämmten Altbauten oder überall dort, wo eine zentrale Warmwasserbereitung benötigt wird, da sie diese Aufgabe nicht übernehmen kann. In solchen Fällen ist eine wassergeführte Wärmepumpe die bessere Wahl. Prüfen Sie daher genau, welche Anforderungen Sie an Ihre Heizung stellen, bevor Sie sich für ein System entscheiden.
Zusammengefasst ist die Luft-Luft-Wärmepumpe eine flexible und kostengünstige Technik, die vor allem in gut gedämmten Gebäuden und als ergänzende oder kühlende Lösung überzeugt. Wer eine vollwertige Zentralheizung mit Warmwasserbereitung sucht, ist mit einer wassergeführten Wärmepumpe besser beraten. Der zentrale Unterschied zur Luft-Wasser-Wärmepumpe: Eine Luft-Luft-Anlage überträgt die Wärme direkt an die Raumluft und kann kein Warmwasser bereiten. Für dessen Erzeugung ist deshalb eine separate Lösung nötig, was bei der Erfüllung der Vorgaben an eine neue Heizung mitgedacht werden muss.
Häufige Fragen zur Luft-Luft-Wärmepumpe
Was unterscheidet die Luft-Luft- von der Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Die Luft-Luft-Wärmepumpe gibt die gewonnene Wärme direkt an die Raumluft ab, ähnlich einer Klimaanlage, und benötigt kein wassergeführtes Heizsystem. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe überträgt die Wärme dagegen auf das Heizwasser und versorgt Heizkörper oder eine Fußbodenheizung sowie die Warmwasserbereitung.
Kann eine Luft-Luft-Wärmepumpe auch kühlen?
Ja. Im Sommer lässt sich der Kreislauf umkehren, sodass das Gerät die Räume kühlt. Damit vereint es Heizen und Kühlen in einer Anlage, was in gut gedämmten Gebäuden ein praktischer Vorteil ist.
Was kostet eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Pro Raum und Gerät fallen grob 2.000 bis 5.000 Euro an. Für ein komplettes Lüftungssystem mit Kanälen und Montage in einem Einfamilienhaus sind grob 20.000 bis 25.000 Euro zu veranschlagen. Damit ist sie in der Anschaffung vergleichsweise günstig.
Wird eine Luft-Luft-Wärmepumpe gefördert?
Die Heizungsförderung ist auf wassergeführte Wärmepumpen ausgerichtet. Eine reine Luft-Luft-Wärmepumpe als alleinige Heizung ist daher in der Regel nicht in gleichem Umfang förderfähig. Ob eine Förderung möglich ist, hängt vom Einzelfall ab und sollte vorab geklärt werden.
Für wen eignet sich eine Luft-Luft-Wärmepumpe?
Sie ist vor allem für gut gedämmte Gebäude mit geringem Wärmebedarf sowie als ergänzende oder kühlende Lösung für einzelne Räume geeignet. Da sie kein Warmwasser bereitet, ist sie kein vollwertiger Ersatz für eine Zentralheizung mit Warmwasserversorgung.
