Luftwechselrate: Bedeutung, Berechnung & Grenzwerte

Bei der Planung von Gebäuden sind vielfältige Vorgaben zu berücksichtigen. So ist auch die Einhaltung vorgegebener Luftwechselraten ist ein wichtiger Unterpunkt bei der Konzeption. Das gesamte Belüftungssystem muss dieser Vorgabe entsprechend gestaltet werden. Unterbleibt die Erfüllung dieser Aufgabe, drohen negative Folgen für die Gesundheit und das Gebäude.

Die physikalische Bedeutung der Luftwechselrate

luftwechselrate
Das physikalische Formelzeichen für Luftwechselraten ist mit dem Buchstaben n angegeben. Es handelt sich um ein Maß für den Zuluftvolumenstrom von Raumluft. Als Bezugspunkt dient das Bauvolumen der Gebäude. Eine hohe Bedeutung für diese Größe ergibt sich in der Heiztechnik und in der Belüftungstechnik. Die Angabe der Größe erfolgt nicht in Kubikmetern, sondern
als Vielfaches des Raumvolumens. Die entsprechende Einheit ist 1/h. Diese Darstellungsform erkennt, wie groß die zugeführte Luft im Verhältnis zum Raumvolumen ausfällt.

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Ein Zahlenbeispiel: n = 10

Innerhalb einer Stunde wird das 10-fache des Raumvolumens ausgetauscht.

Die Außenluftrate für verschiedene Gebäude bestimmen

Im Gegensatz zu den Luftwechselraten erfolgt die Angabe der Außenluftrate in m³ pro h. Bezüglich der Werte für die Außenluftrate von Gebäuden existieren Vorschriften und Empfehlungen.

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Im Folgenden sind beispielhaft einige Vorgaben aufgeführt:

  • Großraumbüros 50 m³/h
  • Gaststätten 40 m³/h
  • Einzelbüros 30 m³/h
  • Hallen 20 m³/h

Die Angaben beziehen sich auf die Größe „1 Person“. Da sich in den betreffenden Gebäuden in der Regel mehrere Personen aufhalten, sind die Zahlen entsprechend zu multiplizieren. Bei vorliegender Geruchsbelästigung erhöhen sich die Angaben um 20 bis 50 Prozent.

Die Luftwechselrate berechnen

Luftwechselrate Tabelle:

Gebäudeart

Werte

Büroräumde 3/h bis 6/h
Gasträume, Versammlungsräume 5/h bis 10/h
Hörsäle 8/h bis 10/h
Kaufhäuser 4/h bis 6/h
Kinos, Theater 4/h bis 6/h
Schwimmhallen 3/h bis 4/h
Toiletten 4/h bis 6/h
Laboratorien 8/h bis 15/h
Küchen 20/h bis 30/h

Die Luftwechselzahl hängt im Wesentlichen von der üblichen Nutzung der Räume ab. Ein Mindestwert von 0,3/h muss in jedem Fall gewährleistet sein. Ansonsten ist die Hygiene nicht mehr gegeben. Die Luftwechselrate bei der Lüftungsanlage lässt sich dabei gezielt einstellen. Das Einhalten der Mindestluftwechselrate ist zudem eine Forderung der EnEV. Der entsprechende Wert ist in DIN 1946-6 definiert.

Folgen von zu niedrigen Luftwechselraten

Besitzt die Luftwechselrate einen nicht ausreichenden Wert, entstehen negative Auswirkungen auf die Gesundheit und das Gebäude.

1. Gesundheit: Der Austausch der Luft ist erforderlich, um die Belastung mit Schadstoffen und Krankheitserregern zu reduzieren. In der Raumluft befinden sich Viren, die Krankheiten auslösen können. Zudem können Allergen in der Luft sein, sie werden hinausbefördert. Bei bestehender Geruchsbelästigung ist es ebenfalls erforderlich, hohe Luftwechselraten zu realisieren.

2. Wird die Luftwechselrate der Tabelle nicht entsprechend umgesetzt, können langfristig Schäden am Gebäude entstehen. Ein klassisches Beispiel ist das Schwimmbad. Die hohe Luftfeuchtigkeit belastet das Mauerwerk. Zudem können Scheiben beschlagen und der Innenraum heizt zu stark auf.