
Um Wärme lange zu speichern und wenig Energieverlust zu verzeichnen, ist ein effizienter Dämmstoff wichtig. Perlit gehört zu den Dämmgranulaten und überzeugt durch viele Anwendungsbereiche. Hier finden Sie Informationen zu Eigenschaften, Nachteilen und Kosten.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Perlit ist ein aufgeblähtes Vulkanglas, das als Granulat oder Platte zur Wärmedämmung, als Trockenschüttung unter Estrich und in der Kerndämmung eingesetzt wird.
- Der Dämmstoff ist nicht brennbar bis schwerentflammbar, mineralisch und wiederverwendbar, hat aber nur mäßige Dämmwerte.
- Für einen guten U-Wert ist eine Schichtdicke von rund 20 Zentimetern nötig, mehr als bei Zellulose oder Mineralwolle. Eine Beratung durch einen Energieberater ist sinnvoll.
Einsatzgebiete von Perlit
Im Alltag begegnet Perlit vor allem Gartenfreunden, denn beschichtetes Perlitgranulat speichert Feuchtigkeit und hilft in sandigen Böden, Wasser zu halten. Vor allem aber eignet sich das Vulkanglas in Platten- oder Granulatform für die Wärmedämmung und die Trockenschüttung vor dem Estrichlegen. Perlit entsteht aus glasartigem Gestein, das durch schockartiges Erhitzen auf über 1.000 Grad Celsius zu Blähperlit verarbeitet wird: Das enthaltene Wasser dehnt sich aus und bläht den Stein auf bis zum Zwanzigfachen seines Volumens auf.
Eigenschaften
Der mineralische Rohstoff ist wiederverwendbar und faserfrei. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Kennwerte:
Eigenschaft |
Werte |
| Wärmeleitfähigkeit | 0,050 bis 0,070 W/(mK) |
| Dämmdicke für einen guten U-Wert | circa 20 cm Schichthöhe |
| Baustoffklasse nach DIN 4102-1 | A1 nicht brennbar bis B2 schwerentflammbar |
| Gehalt an Primärenergie | 90 bis 160 kWh/m³ |
Die Wärmeleitfähigkeit zeigt an, wie viel Wärme durch das Material entweicht. In Kombination mit den guten Brandschutzeigenschaften ist Perlit ein Dämmstoff, der zugleich zum Feuerschutz beiträgt. Durch die Dämmwirkung lassen sich Heizkosten sparen, da weniger Wärme entweicht und besser im Haus gespeichert wird, sodass weniger nachgeheizt werden muss.
Perlit als Dämmung verwenden
Durch eine Imprägnierung schützt der Stoff sogar vor Feuchtigkeit und lässt sich für die Dach- und Innendämmung nutzen. In Dächern kommt Perlitgranulat als Schüttdämmung zum Einsatz, bei der Zwischensparrendämmung füllt es vorgefertigte Wärmepolster zwischen den Sparren. Aufgrund der guten Brandschutzeigenschaften eignet sich die Granulatform auch für die Kerndämmung der Wände. Für Flachdach- und Innendämmung sind Perlitplatten gut geeignet, die aus Perlit mit organischen Fasern und Bindemitteln bestehen und durch Druckfestigkeit und hohe Belastbarkeit überzeugen.
Nachteile der Perlitdämmung
Einer der wenigen Nachteile sind die eher mäßigen Dämmeigenschaften. Um die energetischen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes zu erfüllen, das die frühere Energieeinsparverordnung abgelöst hat, ist eine Dämmschichtdicke von fast 20 Zentimetern nötig. Zum Vergleich kommen andere Wärmedämmstoffe wie Zellulose oder Mineralwolle mit Schichtdicken von etwa 10 bis 15 Zentimetern aus. Es ist daher ratsam, sich von einem Energieberater beraten zu lassen, der die nötigen Berechnungen erstellt und aufzeigt, welche Einsparungen sich mit verschiedenen Dämmmaßnahmen erzielen lassen.
Perlit unter Estrich und Preise
Auch als Schüttung unter Estrich ist Perlitgranulat geeignet und sowohl für Nassestrich als auch für Gussasphalt-Konstruktionen einsetzbar. Durch Verkleben mit dem Estrich wird die DIN 18560-2 für gebundene Estrichschüttung erfüllt. Eine Schüttung mit Perlit ermöglicht einen Höhenausgleich, eine effiziente Schalldämmung und schützt in Maßen vor Feuchteschäden. Preislich kostet ein Quadratmeter Perlitplatten grob 20 bis 45 Euro, während das Granulat als Schüttdämmstoff ab rund 100 bis 170 Euro je Kubikmeter erhältlich ist. Am Markt sind mehrere deutsche und internationale Hersteller mit entsprechenden Produktlinien vertreten.
Fazit
Zusammengefasst ist Perlit ein natürlicher, vielseitiger Dämmstoff, der durch seine Brandschutzeigenschaften und die Wiederverwendbarkeit überzeugt. Er eignet sich für die Dach-, Innen- und Kerndämmung sowie als Trockenschüttung unter Estrich, wo er zugleich Schall dämmt und Höhen ausgleicht. Nachteilig sind die eher mäßigen Dämmwerte, die eine größere Schichtdicke erfordern als bei manchen Alternativen. Wer Perlit einsetzt, sollte die Schichtdicke passend auslegen und sich von einem Energieberater beraten lassen, um die energetischen Anforderungen zu erfüllen und die Einsparpotenziale bestmöglich zu nutzen.
Perlit ist ein mineralischer, natürlich vorkommender Rohstoff, der sich rückstandsfrei recyceln lässt. Zudem ist das Material nicht anfällig für Fäulnis, Schädlinge oder Nagetiere und behält seine Dämmwirkung über lange Zeit. Gerade in Kombination mit den guten Brandschutzeigenschaften ist Perlit daher ein solider, langlebiger Dämmstoff, der sich für viele Anwendungen im Alt- und Neubau eignet.
Bei der Verarbeitung ist zu beachten, dass Perlitgranulat als Schüttdämmung gleichmäßig und ohne Hohlräume eingebracht werden sollte, damit die Dämmwirkung über die gesamte Fläche gleich bleibt. Bei loser Schüttung kann sich das Material mit der Zeit setzen, weshalb bei senkrechten Bauteilen auf eine ausreichende Verdichtung oder eine gebundene Variante zu achten ist. Ein Fachbetrieb kennt die passenden Verarbeitungsmethoden und sorgt für ein dauerhaft wirksames Ergebnis.
Zusammengefasst ist Perlit ein natürlicher, nicht brennbarer und vielseitiger Dämmstoff, der sich für die Dach-, Innen- und Kerndämmung sowie als Schüttung unter Estrich eignet. Er überzeugt durch guten Brandschutz und Langlebigkeit, benötigt aufgrund der mäßigen Dämmwerte aber eine größere Schichtdicke als manche Alternativen. Wer die Schichtdicke passend auslegt, das Material fachgerecht einbringt und sich beraten lässt, erhält eine solide und dauerhafte Dämmung, die zugleich zum Brandschutz beiträgt.
